Tierrechtsforum
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Name: martin Permalink: http://tierrechtsforen.de/1/7481/8806

Datum: 16.07.10 17:53
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Die Seite eines amerikanischen Abolitionisten hat in ähnlicher Weise Zitate über die rassistische (historische) und speziesistische (moderne) Sklaverei gesammelt und nebeneinander gestellt: http://quotesonslavery.org. Folgende Zitate sind dieser Sammlung entnommen und ergänzen die Sammlung im Ausgangsbeitrag.

Zitat:
The Abolition party hire spies or agents to report every thing in accordance with their own wishes and prejudices. They exaggerate facts, receive tales and rumors for truth, describe isolated abuses as the ordinary condition of slavery: this they must do to be deemed trustworthy by their employers, and to earn their living.

Die Partei der Abolitionisten heuert Spione oder Agenten an, um alles [herauszufinden und] zu berichten, was in Übereinstimmung mit ihren eigenen Wünschen und Vorurteilen steht. Sie übertreiben Tatsachen, halten Erzählungen und Gerüchte für die Wahrheit, bezeichnen vereinzelte Missbräuche als den Normalzustand in der Sklaverei: dies müssen sie tun um von ihren Arbeitgebern als zuverlässig erachtet zu werden und ihren Unterhalt zu verdienen.

(William J. Grayson: Notes to the hireling and the slave, in: Hireling and the slave, Chicora, and other poems, Charleston 1856, Note 13, S. 27)

Eine Strategie, die sich kaum geändert: alle Aufdeckungen über die Ausbeuter sind "Übertreibungen" und selbstverständlich alles "Ausnahmen". Die Medien hingegen werden nur in die Vorzeigebetriebe gelassen und zu öffentlichen Veranstaltungen wird ordentlich aufgeräumt.

Zitat:
It is evident beyond all controversy, that the removal of the Africans from the state of brutality, wretchedness, and misery in which they are at home so deeply involved, to this land of light, humanity, and christian knowledge, is to them so great a blessing.

Jenseits aller Kontroverse ist es offensichtlich, dass die Entfernung der Afrikaner aus ihrem Dasein in Brutalität, Elend und Not, in welche sie in ihrer Heimat fest eingebunden sind, hin zu diesem Land des Lichts, Humanität und christlicher Einsicht ein großer Segen für sie ist.

(Theodore Parsons (1773), in: Proslavery. A History of the Defense of Slavery in America (1701-1840), University of Georgia Press, 2004, S. 101)

Von der Sorte haben wir schon einige. Ein ähnliches Argument wird heute vorzugsweise bei "Zoos" und "Zirkussen" verwendet. Welche Wohltäter die Ausbeuter doch sind.

Zitat:
We ought to consider whether the negroes in a well regulated plantation, under the protection of a kind master, do not enjoy as great, nay, even greater advantages than when under their own despotic governments.

Wir sollten überlegen, ob die Neger auf einer gut regulierten Plantage, unter dem Schutz eines freundlichen Gebieters, sich nicht eines großen Vorteils, nein, noch größerer Vorteile erfreuen als unter ihrer eigenen despotischen Regierung.

(Michael Renwick Sergant, nach: http://abolition.e2bn.org/slavery_112.html)


Zitat:
A Negro may be said to have fewer cares, and less reason to be anxious about tomorrow, than any other individual of our species. They may be pronounced happier than the common people of many of the arbitrary governments in Europe.

Von einem Neger lässt sich sagen, dass er weniger Sorgen und weniger Anlass hat, sich um morgen zu sorgen, als jedes andere Individuum unserer Gattung. Sie können für glücklicher als die durchschnittlichen Menschen vieler der tyrannischen Regierungen Europas/in Europa erklärt werden.

(Richard Nisbet (1773), in: Proslavery. A History of the Defense of Slavery in America (1701-1840), University of Georgia Press, 2004, S. 98)

Man sollte froh sein über die deutschen/europäischen/etc. Bedingungen mit immerhin einem "fortschrittlichen Tierschutzgesetz". Den Tieren in anderen Teilen der Welt geht es viel schlechter usw.

Zitat:
Nature, governed by unerring laws which command the oak to be stronger than the willow [...] has at the same time imposed on mankind certain restrictions, which can never be overcome.

Die Natur, beherrscht von unfehlbaren Gesetzen, die verfügen, dass die Eiche stärker ist als die Weide, [...] hat zur gleichen Zeit der Menschheit bestimmte Beschränkungen auferlegt, die niemals überwunden werden können.

(John Drayton (1802), in: Theodore Parsons (1773), in: Proslavery. A History of the Defense of Slavery in America (1701-1840), University of Georgia Press, 2004, S. 38)

Typische Rechtfertigung für Sozialdarwinismus, heute Speziesismus: sie beruhen auf Naturgesetzen, die "niemals" geändert werden können. Von Ethik haben diese Menschen noch nichts gehört.

Zitat:
Our slavery has not only given existence to millions of slaves within our own territories, it has given the means of subsistence, and therefore existence, to millions of freemen in our confederates States [...].

Unsere Sklaverei hat nicht nur Millionen Sklaven innerhalb unserer eigenen Territorien das Leben gegeben, sie hat auch die Erwerbsquelle und damit Existenz für Millionen freier Menschen in unseren konföderierten Staaten gegeben [...].

(William Harper (1852), in: The Pro-Slavery Argument, Walker Press, Charleston 1852)

Heutzutage weiterhin sehr beliebt: das Arbeitsplätze-Argument. Eine Industrie, die Tod, Leid und Umweltzerstörung erzeugt, kann man doch nicht einschränken oder gar verbieten, schließlich schafft sie Arbeitsplätze und was gäbe es Wichtigeres?

Zitat:
Slavery has been, and, from the nature of man, must ever be, a common and general situation of life. It is certain that, in civil society, every man is restrained of some part of his natural liberty, and is consequently in some degree deprived of his freedom. Every deprivation of freedom is a species of servitude or slavery.

Sklaverei ist immer und - aufgrund der Natur des Menschen - muss immer eine allgemeine und übliche Gegebenheit des Lebens sein. Es ist sicher, dass in der zivilisierten Gesellschaft jeder Mensch in einigen Teilen seiner natürlichen Freiheit eingeschränkt wird und ist folglich in gewissem Maße seiner Freiheit beraubt. Jeder Verlust von Freiheit ist eine Art von Knechtschaft oder Sklaverei.

(Gilbert Francklyn (1789), in: Proslavery. A History of the Defense of Slavery in America (1701-1840), University of Georgia Press, 2004, S. 99)

Relativismus der feinsten Sorte. "Wir sind eigentlich alle Sklaven, die unbedeutenden Unterschiede sind kaum der Rede wert." Die wirklichen Sklaven könnten das anders sehen.
Relativismus kennen wir auch als "alle Tiere müssen irgendwann sterben", was vorsätzlichen, unnatürlichen und systematischen Mord mit normalen und natürlichen Sterben ohne mit der Wimper zu zucken vertauscht.

Zitat:
[Slavery] has existed and ever will exist, in all ages, in some form, and some degree. I think slavery as much a correlative of liberty as cold is of heat. History, experience, observation, and reason, have taught me, that the torch of liberty has ever burnt brightest when surrounded by the dark and filthy yet nutritious [influence] of slavery. Nor do I believe in that [fanaticism] about the natural equality of man. I do not believe that all men are by nature equal, or that it is in the power of human art to make them so.

[Sklaverei] hat immer existiert und wird immer existieren, in jedem Zeitalter, in irgendeiner Form und in einem gewissen Grade. Ich denke, Sklaverei steht ebenso im Verhältnis zu Freiheit wie Kälte zu Hitze. Geschichte, Erfahrung, Beobachtung und Vernunft haben mich gelehrt, dass die Fackel der Freiheit immer am hellsten geschienen hat, wenn sie von der Dunkelheit und dem schmutzigen, jetzt fruchtbaren Einfluss der Sklaverei umgeben war. Auch glaube ich nicht an diesen Fanatismus der natürlichen Gleichberechtigung des Menschen. Ich glaube nicht, dass alle Menschen von Natur aus gleich seien oder dass es in der Macht des Menschen stehe, dies herbeizuführen.

(W.D. Sims (1832), in: Proslavery. A History of the Defense of Slavery in America (1701-1840), University of Georgia Press, 2004, S. 100)

"Auch glaube ich nicht an diesen Fanatismus der natürlichen Gleichberechtigung von Tieren." - Der Austausch des Objektbegriffs ist auch in diesem Fall ausreichend, um trotz zweihundert Jahren kaum einen Unterschied feststellen zu können. Manches ändert sich nie.

Zitat:
Under the master's care, the miserable black savage has been fed, clothed, instructed in useful arts, and made an important contributor to the business and enjoyments of the world. What have the Abolitionists done, what have they given, for the Negro race? They use the slave for the purposes of self-glorification only, indifferent about his present or future condition. They are ambitious to bring about a great social revolution—what its effects may be they do not care to inquire.

Unter der Fürsorge seines Gebieters, wurde der armselige schwarze Wilde genährt, gekleidet, in nützliche Tätigkeiten eingewiesen und zu einem wichtigen Mitwirkenden für die Wirtschaft und die Freuden der Welt gemacht. Was haben die Abolitionisten erreicht, was haben sie der Negerrasse gegeben? Sie benutzen den Sklaven nur als Mittel zur Selbst-Glorifizierung, gleichgültig gegenüber seiner gegenwärtigen oder zukünftigen Stellung. Sie sind begierig darauf, eine große soziale Revolution einzuleiten - welche Auswirkungen sie haben wird, darum kümmern sie sich nicht und fragen nicht danach.

(William J. Grayson (1856), in: Hireling and the slave, Chicora, and other poems, Charleston 1856, S. xf.)

Ausbeuter, die sich rühmen, was sie nicht alles für ihre Opfer getan hätten (z.B. Jäger die "Winterfütterungen" einrichten). Nur wird das Details vergessen, dass sie das alles nur tun, um die Ausbeutung effizienter und ertragreicher gestalten zu können.

Zitat:
In this argument, the advocates for emancipation blend the ideas of injustice and cruelty with those, which respect the existence of slavery, and consider them as inseparable. But, surely, they may be separated. A bond-servant may be treated with justice and humanity as a servant; and a master may, in an important sense, be the guardian and even father of his slaves.

In dieser Auseinandersetzung vermengen die Fürsprecher für Emanzipation die Vorstellungen von Ungerechtigkeit und Grausamkeit mit denen, die die Existenz der Sklaverei rechtfertigen, und sehen sie als untrennbar an. Aber sicherlich können sie getrennt werden. Ein leibeigener Diener kann mit Gerechtigkeit und Humanität als ein Diener behandelt werden; und ein Gebieter kann, in gewissem Sinne, der Beschützer und selbst der Vater seiner Sklaven sein.

(Richard Furman: Exposition of The Views of the Baptists, Relative to the coloured Population In the United States, Charleston 1838, S. 13)

Mit an vorderster Front der Sklaverei-Rechtfertigung stehen mal wieder die Christen (hier Baptisten). Und was sie zu sagen haben, ist der Mythos von der guten und gerechten Ausbeutung. Heute gibt es "Freilandeier" oder "Bio-Fleisch", von Bauern, die "ihre Tiere mit dem Namen kennen" (sie sind ganz besonders gute "Beschützer" ihrer Sklaven). Das Merkmal, die Opfer persönlich ("mit dem Namen") zu kennen, teilen sie wohl nicht zufällig mit dem Großteil aller Menschenmörder.

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