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 Pandemiegefahr durch Speziesismus
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/13/1254

Datum: 06.03.06 16:39


Wieder einmal muß den Speziesisten (die gern einmal leugnen, daß Fische fühlen oder Bienen Honig erbrechen) anscheinend das Offensichtliche belegt werden. Jedem, der halbwegs zusammenhängend denken kann, sollte klar sein, daß ein paar tausend Schwäne kaum zur Verbreitung von H5N1 beitragen. Die Ursachen einer Pandemie - wenn sie denn kommen sollte - liegt woanders: eben im Speziesismus, der zu einer industriellen Ausbeutung von Milliarden Vögeln geführt hat. Mit entsprechenden Folgen.

Bemerkenswerterweise ist dies mittlerweile sogar in der, was Tierrechte angeht eher unverdächtigen, Financial Times nachzulesen, zumindest ansatzweise: "Genanalysen des Erregers legen nahe, dass Geflügeltransporte die Seuche aus China heraus verbreitet haben".

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 Die Seuche aus der Hühnerfabrik
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/13/1254/1255

Datum: 06.03.06 16:40


von Ludger Wess

Zugvögel und Hinterhof-Hühnerställe tragen wenig zur Ausbreitung von H5N1 bei. Der Handel mit Abfall und verseuchten Produkten der Geflügelindustrie verbreitet das Virus.


Ein Fest für jeden Krankheitserreger: Der sorglose Umgang mit Abfällen und infizierten Produkten aus der Geflügelzucht sorgt für die Verbreitung der Vogelgrippe

Die toten Schwäne sorgen für ein verzerrtes Bild. Nicht Wildtiere, sondern Abfall und verseuchte Produkte der Geflügelindustrie sind nach aktuellen Analysen der wichtigste Verbreitungweg für das gefährliche Virus H5N1.

Der Weg der Seuche in den vergangenen Monaten legt diese Schlussfolgerung nahe. Bereits für den Vogelzug im Herbst in Richtung Süden war eine Ausbreitung der Seuche angekündigt worden, aber H5N1 trat in diesem Winter weder in Süd- und Südostasien noch in Afrika, Australien oder Japan auf.

Die Ausbrüche in Nigeria, Ägypten, Indien und der Türkei waren samt und sonders von Geflügelzuchtbetrieben ausgelöst worden, die infizierte Vögel oder Futter eingeführt hatten, glaubt Birdlife International, die Dachorganisation von Vogelschutzverbänden aus über 100 Ländern. "Die wahrscheinlichste Erklärung dafür ist, dass Zugvögel gar nichts zur Ausbreitung der Seuche beitragen", sagt Michael Rands, der Leiter von Birdlife International. "Wildvögel stecken sich an infiziertem Geflügel an, nicht umgekehrt."

Rands verweist auf die ausgebliebenen Ausbrüche in Afrika und entlang der Vogelzugrouten und darauf, dass in diesem Winter bis zum Februar bei weltweit über 100.000 untersuchten Wildvögeln nur in einer verschwindend geringen Zahl von Vögeln H5N1 gefunden wurde.

Hühnerkot für Fischfarmen

Für die Einwanderung von infizierten Wasservögeln aus Osteuropa nach Norddeutschland hat Birdlife eine einfache Erklärung: Fischfarmen in Russland, China und verschiedenen osteuropäischen Ländern verwenden nicht sterilisierte Abfallstoffe aus Geflügelfarmen, darunter Hühnerkot, als Fischfutter, und Landwirte benutzen es als Dünger - eine Praxis, die die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) als "hoch riskante Produktionsweise" bezeichnet.

Dabei ist längst bekannt, so die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass H5N1 in Geflügelkot bis zu 35 Tage überdauern kann. Birdlife weist auch darauf hin, dass die meisten Ausbrüche in Südostasien auf den Handel mit Geflügel und Geflügelprodukten oder auf verunreinigtes Material aus Großzuchten zurückzuführen sind.

Zu diesem Schluss kommen auch genetische Studien. Im letzten Jahr gelangte ein Team aus amerikanischen, chinesischen und vietnamesischen Forschern nach einer Analyse der Abstammung verschiedener Virustypen zu dem Ergebnis, dass offenbar der Transport von Geflügel für die Verbreitung des Virus von China aus gesorgt hat. Auch der FAO ist längst bekannt, dass H5N1 wie jedes andere Virus in Wildvögeln ebenso wie in frei laufendem Geflügel seine Virulenz verliert - eine Frage der Anpassung: Wirt und Virus profitieren davon, miteinander länger zu leben.

Hauptfaktoren bei der Verbreitung von H5N1

Legal und illegal werden pro Jahr Abermillionen von Küken und Bruteiern exportiert. Allein die größte Fabrik in der Türkei hat eine Kapazität von mehr als 100 Millionen Bruteiern pro Jahr, die unter anderem nach Osteuropa und in den Mittleren Osten verkauft werden. Illegal sind es vermutlich noch viel mehr. Und immer wieder wird auch Geflügelfleisch aus China illegal gehandelt. In Großbritannien etwa mussten die Behörden Ende 2005 feststellen, dass vermutlich mehrere Hundert Tonnen Geflügelfleisch aus China eingeschmuggelt und mit gefälschten Etiketten versehen im ganzen Land verkauft worden waren.

Der weltweit kaum kontrollierte Handel mit Geflügel und Geflügelprodukten sowie der sorglose Umgang mit den Massen an Abfall und Kot aus Geflügelfarmen sind die Hauptfaktoren bei der Verbreitung von H5N1. Zu diesem Schluss kommt auch die kanadische Organisation Grain, die sich um die genetische Diversität von Nutzpflanzen und -tieren kümmert.

Grain schreibt in einem aktuellen Report zur Vogelgrippe, dass "Regierungen und internationale Behörden, die von falschen Annahmen über Ausbreitung und Vermehrung der Erkrankung ausgehend, fatalerweise Maßnahmen ergreifen, die der weiteren Industrialisierung der Geflügelhaltung auf der ganzen Welt Vorschub leisten". Statt einer Lösung droht damit aber eine Verschärfung des Problems.

Virenspuren

Vogelrouten können die Ausbreitung von H5N1 nach Nigeria, Ägypten und Europa nicht erklären.

Genanalysen des Erregers legen nahe, dass Geflügeltransporte die Seuche aus China heraus verbreitet haben.

http://www.ftd.de/forschung/53222.html
Aus der FTD vom 03.03.2006
© 2006 Financial Times Deutschland, © Illustration: AFP

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 UNO sucht den H5N1-Übertragungsweg
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/13/1254/1495

Datum: 31.05.06 12:39


Experten beraten, ob der Handel mit Geflügel für die Verbreitung der Vogelgrippe wichtiger ist als Zugvögel

BERLIN taz Die Zahl der mit Vogelgrippe infizierten Wildvögel steigt weiter an. In Deutschland registrierte das Friedrich-Loeffler-Institut bis gestern 343 infizierte Vögel. Seit Ende des Vogelzuges ist der Anstieg zwar schwächer geworden. Noch immer aber gibt es nur wenige Erkenntnisse darüber, welche Rolle Zugvögel bei der Ausbreitung des H5N1-Virus eigentlich spielen.

In Rom tagt deshalb seit gestern die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO gemeinsam mit der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE). Etwa 300 Experten aus 100 Ländern suchen eine Antwort auf die Frage: Wie genau breitet sich die Vogelgrippe aus?

Zwei Möglichkeiten gelten als wahrscheinlich: Zugvögel oder der kommerzielle Geflügelhandel. Für die internationale Vogelschutzorganisation Birdlife ist der kommerzielle Handel mit Geflügelprodukten und den Abfällen aus der Massentierhaltung verantwortlich. Schon seit längerem fordern die Vogelschützer deshalb, sich mehr um den in den letzten Jahrzehnten vor allem in Entwicklungsländern rapide angewachsenen Handel mit Geflügelprodukten zu kümmern.

Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO, die sich lange auf Zugvögel als H5N1-Verbreiter konzentrierte, musste inzwischen eingestehen, dass sehr wenig darüber bekannt ist, wie sich H5N1 innerhalb von Wildvögelpopulationen ausbreitet.

"Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob der H5N1-Virus sich in Wildvögelpopulationen über lange Zeit halten kann", sagt Joseph Domenech, FAO-Chefveterinär. Könnte sich das Virus lange halten, wären Vögel immer wieder Quelle neuer H5N1-Infektionen. "Wären die Geflügelzucht Ursprung der Infektionen und Vögel ,nur' deren Opfer, müssten die Präventionsmaßnahmen auf die Geflügelhaltung ausgerichtet sein", sagt Domenech kurz vor der Konferenz.

Für Birdlife sprechen alle gesammelten Daten dafür, dass Wildvögel vor allem Opfer sind. So zeige der - bisher zumindest - glimpfliche Verlauf der Vogelgrippe in Europa, dass Zugvögel nicht die Rolle bei der Ausbreitung des Grippevirus spielten, die ihnen lange Zeit zugeschrieben worden ist. Das große Geflügelsterben, das mit dem Eintreffen der Zugvögel aus Afrika erwartet worden war, sei bisher ausgeblieben, so Birdlife. Die H5N1-Zahlen in Mitteleuropa zeigten, dass Wildvögel zwar in der Lage sind, das Virus in bisher nicht befallene Regionen einzuschleppen. Ausgangspunkt der Infektionskette aber seien Geflügelzuchtbetriebe.

So geht Birdlife auch davon aus, dass die in Mitteleuropa aufgetretenen Infektionen von Zugvögeln aus der Region am Schwarzen und Kaspischen Meer eingeschleppt wurden. Die Seuchen in den Geflügelbeständen seien dort höchstwahrscheinlich durch infizierte Geflügelprodukte ausgelöst worden. Sie seien jedenfalls nicht durch die Routen der Zugvögel erklärbar, so Birdlife.

Auch die seit einigen Monaten registrierten H5N1-Infektionen in afrikanischen und arabischen Staaten sind nur durch den globalen Handel mit Geflügelprodukten erklärbar.

WOLFGANG LÖHR

taz vom 31.5.2006, S. 8, 103 Z. (TAZ-Bericht), WOLFGANG LÖHR

http://www.taz.de/pt/2006/05/31/a0109.1/text

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