Name: Achim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/13/1547
Datum: 12.10.06 12:52
Dieser Beitrag wurde 6100 mal gelesen
Früher leitete sich das Wort "freegan", wesentliche Form des "dumpster diving" ("Mülltonnentauchen"), neudeutsch "containern" noch von "free" (umsonst, kostenlos, gratis; frei) und "[ve]gan" ab. "Containert" wurden Obst, Gemüse usw. Denn wer will schon Tierausbeutungsprodukte konsumieren?
Nun, so mancher offenbar. Ob "Joghurt" oder "Baumkuchen" - solang es nichts kostet, wird es, weil in manchen peer groups das Wort chic ist, als "vegan" umdefiniert. Und damit es nicht gar so peinlich wird, wenn jemand darauf hinweist, daß Drüsensekretausbeutungsprodukte wohl kaum als vegan bezeichnet werden können, kommt eben ein kleiner Zusatz davor: "container-vegan" oder, wie hier für "abgelaufene Schlagsahne", "politisch vegan". Ganz im Stil eines Tierschützers, der sich vor geraumer Zeit "laktovegan[!]" nannte, oder anderer, die sich ein "fast vegan" (zwischen den Mahlzeiten - Tierhautschuhe, Vogelfederkissen oder andere nichtalimentäre Konsumgüter werden ohnehin nicht berücksichtigt) oder "home-vegan" (weil sie daheim nur Chips und sonst in der Kantine essen) an die Brust heften.
Warum haben die Militärs eigentlich noch nicht "politisch friedlich" oder "pa(nzer)zifistisch" fürs Bombenwerfen eingeführt?
Toll: Freibier ist also, egal was drin ist und wie es geklärt wurde "politisch vegan". Probierwurst bei der Verkostung im Laden oder die Häppchen bei Vernissagen sowieso. Und wenn's bei McDonald's auf Coupon den zweiten Burger mal wieder umsonst gibt, gehen sie mit ihrem unveganen, pardon, wie können wir das euphemisieren, vielleicht "mental veganen" (d.h., er frißt Leichen, denkt dabei aber an Gras) Kumpel hin und teilen sich den Coupon.
Manche haben eben nicht begriffen, daß Kuhmilch oder Hühnereier für Menschen keine "Lebensmittel", sondern Todesprodukte sind. Denn auch wenn sie aus dem Müll kommen - bezahlen muß dafür immer jemand. Mit dem Leben.
|
|