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Pressespiegel:
WWF gegen Kuhausscheidungen

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WWF gegen Kuhausscheidungen

Autor: Achim Stößer | Datum:
Immer öffentlicher wird, daß Unveganer (hier konkret: Leichen- und Milchkonsumenten) massive Umweltkiller sind. So erklärt sich auch der aktuelle Vorstoßt der Umweltstiftung WWF mit der Forderung einer diesbezüglichen Klimasteuer.

Letzendlich wird es, was anderes ist in dieser speziesistischen gesellschaft zu erwarten, auch wenn selbst das Bundesumweltamt zugibt, daß die "rechnerisch einfachste Lösung wäre, wenn alle Menschen sich ab sofort vegan ernähren würden", (vgl. "Umweltbundesamtslösung: ab sofort alle Menschen vegan"), auf andere Lösungen hinauslaufen: Felder unter Folie, umweltgerechtergezüchtete Rinder ...

Streit über Kuhmist, Äpfel und Birnen

Autor: Achim Stößer | Datum:
Agro-Emissionen
Streit über Kuhmist, Äpfel und Birnen
VON STEPHAN BÖRNECKE

Landwirte sehen sich selbst gerne als Naturschützer: Dass die landwirtschaftliche Produktion aber sowohl auf die Waldschäden als auch auf das Klima negative Auswirkungen hat, geht dabei unter. Weltweit trägt die Landwirtschaft 14 Prozent zu den Klimagasemissionen bei - Rodungen für neue Soja- oder Palmölplantagen noch gar nicht mit eingerechnet. Eine Studie der Umweltstiftung WWF belegt diesen Zusammenhang erneut und zeigt zugleich auf, wie sich Landwirte und auch Verbraucher klimakonformer verhalten können.

Die Studie stößt beim Bauernverband prompt auf Widerspruch, zumal der WWF die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Emissionshandel sowie eine Steuer auf Agro-Emissionen verlangt: Kuhgase wären damit handelbar, auf synthetischem Dünger läge eine Stickstoffsteuer.


Was den Bauernfunktionären freilich missfällt: Der WWF stellt die Emissionen von Rindern denen von Autos gegenüber. Der Bauernverband sieht darin einen "Vergleich von Äpfeln und Birnen", der weder der "Wahrheitsfindung, noch der Problemlösung" diene.

Dabei stützt sich die Gegenüberstellung lediglich auf Fakten: Demnach emittiert eine Kuh im Jahr 111,7 Kilogramm Methan, ein Gas, das 21 Mal klimawirksamer ist als Kohlendioxid. Dies, so die Ergebnisse der Studie, entspreche 18 000-Autokilometer bei einem CO2-Ausstoß von 130 Gramm je Kilometer.

Nicht nur Rinder sind Klimagasemittenten, sondern fast im selben Umfang klimawirksam ist auch die Düngung der Felder vor allem mit Stickstoffmineraldünger: Hier stammt das Problem aus dem Lachgas, das sogar 310 Male klimawirksamer ist als CO2. Diese 23 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente könnten allerdings rasch minimiert werden: Denn allenfalls die Hälfte der eingesetzten Dünger kommt heute auch an den Wurzeln der Pflanzen an. Die andere Hälfte verpufft, wird als Lachgas frei oder sickert ins Grundwasser.

Verbraucher gefordert

Eine möglich Lösung ist das so genannte Cultan-Verfahren, bei dem Stickstoff nicht als Nitrat, sondern als stabiles Ammonium "gezielt in den Wurzelraum der Pflanzen injiziert wird". Nur noch fünf Prozent des Düngers entweichen dabei. Bei der Verteilung von Gülle und Jauche könnten wiederum moderne Verteiltechniken, die den Dünger bodennah ausbringen, statt ihn zu verspritzen, helfen, das Klimaproblem zu reduzieren. Solche Techniken, so die Landwirtschaftsexpertin des WWF, Tanja Dräger de Teran, sollten bezuschusst werden. Da die Vergärung der Gülle in Biogasanlagen ebenfalls erheblich zur Lachgas- und Methanreduzierung beiträgt, sollte die Verwendung dieser Stoffe bei der Förderung der erneuerbaren Energien stärker berücksichtigt werden.

Unterstützung erwartet der WWF vom Verbraucher: Der gezielte Griff zu ökologisch erzeugten Lebensmitteln ist zugleich ein Beitrag zum Klimaschutz, denn der Bio-Landbau gilt wegen seiner Methodik, die eine höhere CO2-Bindung im Boden zur Folge hat, als günstiger. Auch der Verzicht auf Rindfleisch hat einen ähnlichen Effekt: Geht der Durchschnittsverbrauch von derzeit knapp neun Kilo um nur ein Kilo zurück, würden laut WWF 11,4 Prozent der Methan- und Lachgasemissionen eingespart.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?sid=0426445fee4d0e82c640fe47fc142019&em_cnt=1239217

Dünger und Dünste aus dem Darm

Autor: Achim Stößer | Datum:
05.11.2007

Wie die Landwirtschaft das Klima belastet
Von Philip Banse

Nach Angaben der Umweltstiftung WWF gehen in Deutschland rund elf Prozent des Ausstoßes von Treibhausgasen auf das Konto der Landwirtschaft. Eine Emissionssteuer soll die Bauern zum Umdenken bewegen.

Es sind vor allem die Rinder, die bei ihrer Verdauung eine Menge Klimagase produzieren. Gleich danach in der Liste der landwirtschaftlichen Klimakiller folgt der Stickstoffdünger, sagt Harald von Witzke. Er ist Professor für Agrarwissenschaft an der Humboldt Universität in Berlin. Er hat die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Weltklima für den WWF untersucht. Danach ist dieser Effekt der Landwirtschaft auf das Weltklima erheblich:

"Die Landwirtschaft im engeren Sinne - Ackerbau, Grünlandwirtschaft und Viehwirtschaft - stößt 14 Prozent der klimawirksamen Gase in der Welt aus. Das ist genauso viel wie die weltweite Industrieproduktion zum vom Menschen verursachten Klimawandel beiträgt, und es ist genauso viel wie der weltweite Transportsektor zum Klimawandel beiträgt."

Hinzu müsse man jedoch auch noch die Brandrodung zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen zählen. Die verursacht noch einmal 18 Prozent der weltweiten Klimagase. Alles in allem sei die Landwirtschaft also für 32 Prozent der weltweiten Klimagasproduktion verantwortlich, sagt Professor Harald von Witzke:

"Und damit wird die Landwirtschaft zum wichtigsten Wirtschaftsbereich, der den vom Menschen verursachen Klimawandel zur Folge hat."

Die gute Nachricht sei: Das Einsparpotenzial ist riesig. Harald von Witzke schlägt in seiner Studie marktwirtschaftliche Mechanismen vor, um den Ausstoß von Klimagasen in der Landwirtschaft zu reduzieren. Natürlich fällt einem da zuerst der Emissionshandel ein: Für jede Tonne Klimagas muss der Produzent zahlen. Dieses System hat sich ja in vielen Bereichen der Industrie bewährt, Australien und Neuseeland wollen den Emissionshandel ab 2013 auch in der Landwirtschaft einsetzen. Kurzfristig sei der Emissionshandel in der Landwirtschaft in Europa jedoch nicht praktikabel, sagt Agrarprofessor von Witzke:

"Das würde uns als mittel- und langfristige Perspektive vorschweben. Gegenwärtig geht das ja noch nicht, weil bisher nur CO2 gehandelt wird. Die Landwirtschaft ist aber im Wesentlichen ein Emittent von Methan und Lachgas. Also müsste man das ganze Handelssystem erstmal umstellen auf Co2-Äquivalente und müssen die Preise auch so sein, dass die klein strukturierte Landwirtschaft mithalten kann auf diesem Markt."

In seiner Studie fordert Harald von Witzke eine Emissionssteuer, die alle klimaschädlichen Gase erfasst. Der Effekt wäre beachtlich, so Harald von Witzke:

"Es kommt darauf an, wie hoch die Emissionssteuern im Einzelnen sind, wie sie erhoben werden. Aber wir denken, dass die Landwirtschaft ohne Probleme die 30 Prozent erbringen kann, die die Volkswirtschaft insgesamt bis zum Jahr 2020 erbringen soll. Die Landwirtschaft kann auch ohne Probleme mehr erbringen."

Eine Emissionssteuer, das ist auch die Forderung des WWF. Vorher müsste die Landwirtschaft jedoch erstmal ins Visier der verantwortlichen Politik gerückt werden, moniert die Agrarreferentin des WWF, Tanja Dräger de Teran:

"Es gibt überhaupt keine konkreten Einsparvorgaben für die Landwirtschaft. Es gibt sie für den Transport, für die Haushalte, für die Industrie, aber für den landwirtschaftlichen Sektor sucht man da vergebens. Und auch bei der EU finden wir Ähnliches, dass der Klimaschutz noch gar nicht integriert worden ist in die agrarpolitischen Zielsetzungen."

Bis die politischen Instrumente wirken, können aber auch die Verbraucher Druck machen. In dieser Sendung wurden ja schon Klima-Siegel vorgestellt, die zeigen, welche Produkte besonders wenige Klimagase produzieren. Diese Siegel sind jedoch in den Regalen noch kaum zu finden. Tanja Dräger de Teran, die Agrarreferentin des WWF, hat für klimabewusste Verbraucher folgenden Ratschlag:

"Ich kann drei kurze Tipps nennen, das ist zum einen: Regionale Produkte vermehrt kaufen oder zumindest gucken, ob diese Produkte mit dem Flugzeug transportiert werden mussten. Dann Bioprodukte kaufen, da die ökologische Landwirtschaft tendenziell emissionsärmer ist als die konventionelle Landwirtschaft, und vielleicht das eine oder andere Mal weniger Fleisch zu essen."

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/691509/

Ein Klimakiller steht im Rinderstall

Autor: Achim Stößer | Datum:
UMWELT / WWF hält eine Emissionssteuer auf Kühe für überfällig


PETER GÄRTNER
BERLIN Forscher sind auf die Kuh gekommen. Die Rinder tragen stark zum Klimawandel bei. Der WWF fordert deshalb eine "Emissionssteuer" für die Landwirtschaft.

Die Milchkuh als Klimakiller? Mit einem Kleinwagen und dessen CO2-Ausstoß kann ein "pansengärendes" Rindvieh locker mithalten. Gut 111 Kilogramm Methan emittiert die Kuh im Jahr. Umgerechnet in CO2 entsprechen die Kuh-Abgase den Emissionen von 18 000 gefahrenen Kilometern.


Mit diesem Beispiel bringt Harald von Witzke nicht nur Landwirte und Politiker zum Staunen. Der Professor für Agrarwissenschaft hat in seiner jüngsten Studie festgestellt, dass das von Wiederkäuern freigesetzte Methan sowie über Gülle und Mist emittiertes Lachgas (plus Methan) in etwa genauso viel zum Klimawandel weltweit beitragen wie der Verkehr und die Industrie (jeweils 14 Prozent). Doch über rülpsende Rinder und überdüngte Felder wurde auf Klimaschutzkonferenzen bislang kaum gesprochen.

Der Wissenschaftler von der Berliner Humboldt-Universität möchte dies ändern - zusammen mit der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF), die seine Studie in Auftrag gab.

"Die Landwirtschaft", sagt von Witzke, die in vielen Regionen der Welt besonders unter dem Klimawandel leidet, "ist Opfer und Täter zugleich." Unter dem Strich ist sie mit über 30 Prozent sogar einer der Hauptverantwortlichen für den Treibhauseffekt. In Deutschland gehen rund elf Prozent der Treibhausgase auf das Konto der Landwirtschaft. Denn Methan und Lachgas haben eine vielfach klimaschädlichere Wirkung als Kohlendioxid (CO2). Deshalb sei es überfällig, den Klimaschutz in die Landwirtschaftspolitik zu integrieren, meint die Agrarreferentin des WWF, Tanja Dräger de Teran. Sie plädiert für die Einführung einer Emissionssteuer.

Das Verursacherprinzip müsse gelten. Dadurch erfahre der Verbraucher, was ökologisch Sache ist. Denn ein Kilo Käse belaste die Atmosphäre beispielsweise wie eine Autofahrt von 70 Kilometern. Von Witzke hofft auf Innovationen und nennt ein Beispiel. Derzeit wird Gülle mit der Pralltellertechnik ausgebracht (die Gülle wird dabei in einiger Höhe auf einem Teller über dem Boden verspritzt). Mit Hilfe der Schleppschuhtechnik könnte der Dünger bodennah und emissionsärmer eingearbeitet werden.




Erscheinungsdatum: Dienstag 06.11.2007

http://www.suedwest-aktiv.de/landundwelt/politik/3206296/artikel.php?SWAID=c943c583e772a20d1ba309a0ef3b4ff6

Steuern auf rülpsende Kühe

Autor: Achim Stößer | Datum:
Die Umweltorganisation WWF fordert als Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz eine Emissionssteuer auf rülpsende Kühe. Das klingt absurd, ist es aber nicht: Ungefähr alle 40 Sekunden entfährt den Wiederkäuern ein Bäuerchen. Dabei stoßen sie am Tag 235 Liter Methangas aus, das die Atmosphäre rund 21 Mal stärker belastet als CO2. Aber auch durch das Abbrennen von Regenwäldern zur Schaffung von Weideland für die Rinder werden jährlich 2,4 Milliarden Tonnen CO2 emittiert. Laut UN-Ernährungsorganisation FAO belastet der globale Rinderbestand durch Waldverlust und Methan das Klima so stark wie alle Menschen Indiens, Japans und Deutschlands zusammen. Der WWF will künftig besser über die Klimawirkungen von Produkten aufklären. arth

http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/634559789.html

Rinder sind Klimaschweine

Autor: Achim Stößer | Datum:
Katastrophale Ökobilanz

Landwirtschaft erzeugt weltweit 32 Prozent der Klimagase. Das Einsparpotenzial ist riesig. VON NICOLE BASEL

BERLIN taz Eine Milchkuh pupst und rülpst im Jahr viel Methan aus - damit ist sie genauso klimaschädlich wie ein kohlendioxidarmes Auto, das 18.000 Kilometer fährt. Die Landwirtschaft ist, bezieht man die Brandrodung zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen mit ein, für 32 Prozent der weltweiten Klimaeffekts verantwortlich - mehr als Verkehr und Industrie zusammen. Dennoch wird der Agrarsektor bislang von der Klimapolitik kaum beachtet. "Dabei gibt es hier große und preiswerte Einsparpotentiale", sagt Harald von Witzke. Am Montag stellte der Ökonom von der Berliner Humboldt-Universität eine neue Studie vor, die er für die Umweltorganisation WWF erstellt hat.

Von Witzke zeigt, wie einfach Klimaschutz in der Landwirtschaft möglich wäre: "Würde man etwa die Gülle bis zur Ausbringung aufs Feld mit einer Folie abdecken, könnte man die lagerungsbedingten Emissionen des Düngers bedeutend verringern." Die Vergärung von Mist in Biogaslagen bringe ebenfalls viel fürs Klima. "Die deutsche Landwirtschaft könnte anspruchsvollere Klimaziele auch ohne allzu große wirtschaftliche Probleme erfüllen", sagt von Witzke. Bislang hätten die Landwirte aber keinen Anreiz, klimafreundlich anzubauen.

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Von Witzke und der WWF fordern daher, die Landwirtschaft in die Klimaschutzpolitik miteinzubeziehen. Kurzfristig sei eine Besteuerung der Klimagasemission sinnvoll: "Das gibt den Landwirten einen Anreiz, bereits bestehende Technologien einzusetzen." Neuseeland und Australien planen bereits eine solche Steuer. Langfristig, schlägt der Forscher vor, sollte die Landwirtschaft in den Emissionshandel einbezogen werden.

Der Appell richtet sich speziell an die EU-Politiker, die ab Mitte 2008 den Haushalt und damit auch die Agrarförderpolitik neu gestalten. Das Einsparpotenzial der Landwirtschaft ist laut von Witzke enorm: "Der Agrarsektor in Deutschland könnte seine Emissionen bis 2020 um 40 bis 50 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 1990 mindern."

WWF und von Witzke plädieren auch für eine bessere Aufklärung der Konsumenten. So sei kaum bekannt, dass Reis ein Klimakiller ist, wenn er aus dem Nassanbau stammt. Produkte aus ökologischem Anbau seien klimafreundlicher als konventionelle. Da nur Wiederkäuer wie Kühe und Schafe Methan ausstoßen, seien Schweinefleisch oder Geflügel zu bevorzugen. Die Klimabelastung durch Kühe wird aber noch zunehmen: Die globale Nachfrage nach Milchprodukten wächst stark.

http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/rinder-sind-klimaschweine/?src=SZ&cHash=f1321c7886

05.11.2007

Klimasteuer auf Kuhmist?

Autor: Achim Stößer | Datum:
WWF nimmt Bauern ins Visier

Zu viel Kunstdünger auf den Feldern, zu viele Kühe im Stall: Die Umweltstiftung WWF hat wirksame Klimaschutzvorgaben für die deutsche Landwirtschaft gefordert. Gedüngte Felder und rülpsende Kühe seien in Deutschland für elf Prozent des vom Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich, kritisierte WWF-Agrarexpertin Tanja Dräger de Teran am Montag. Der WWF (World Wide Fund for Nature) schlägt deshalb in einer Studie ein "verstärktes Nachdenken" über Emissionssteuern in der Landwirtschaft vor.

Die Abgase einer einzigen Milchkuh seien in etwa so klimaschädlich wie die eines Kleinwagens, der 18.000 Kilometer im Jahr gefahren wird, sagte der Autor der Studie, Harald von Witzke. Die vom WWF geforderte Emissionssteuer würde nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Lebensmittel teurer machen, was der WWF bewusst in Kauf nimmt. Verbraucher sollten mehr Augenmerk auf die Klimabilanz ihres Essens legen, sagte WWF-Agrarexpertin Tanja Dräger de Teran. Ihre Tipps: mehr regionale und mehr Öko-Produkte, weniger Fleisch und weniger Reis. Denn die Reisproduktion auf nassen Feldern stellt weltweit ebenfalls ein großes Klimaproblem dar.

Klimafeindliche Landwirtschaft

In der Landwirtschaft sei nicht das Kohlendioxid das Hauptproblem, sagte Studienautor Harald von Witzke. Der CO2-Ausstoß, der etwa beim Einsatz von Traktoren oder bei der Herstellung von Dünger entsteht, wird durch die CO2-Aufnahme der Nutzpflanzen wettgemacht. Dennoch verursacht die deutsche Landwirtschaft der Studie zufolge unter dem Strich den Gegenwert von 65 Millionen Tonnen Kohlendioxid, vor allem in Form von Methan - zum Beispiel Rinder-Verdauungsgase - und Lachgas.

Das Lachgas entsteht international in großen Mengen beim Reisanbau und in Deutschland unter anderem bei der Nutzung von Kunstdüngern. Diese werden nach Witzkes Darstellung nur zur Hälfte von den Böden aufgenommen, der Rest entweicht als Lachgas oder wird ausgeschwemmt. So steigt aus einem Hektar gedüngter landwirtschaftlicher Nutzfläche laut Witzke pro Jahr der Gegenwert von 1,3 Tonnen Kohlendioxid in die Luft - in etwa so viel wie aus einem Auto mit 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer bei 10.000 Kilometern im Jahr.

Zwar sind nach Witzkes Darstellung die absoluten Mengen der Treibhausgase in der Landwirtschaft vergleichsweise gering. Doch ist der Beitrag zum Klimawandel besonders groß: Methan wirkt 21 Mal so stark auf die Atmosphäre wie Kohlendioxid, Lachgas sogar 310 Mal so stark.

Weniger Emissionen möglich

Die Emissionen aus der Landwirtschaft könnten zu geringen Kosten deutlich verringert werden, sagte der Agrarexperte, der an der Berliner Humboldt Universität forscht. Ziel müsse es sein, das allgemeine Minderungsziel von 30 bis 40 Prozent bis 2020 auch in der Agrarwirtschaft zu erreichen. Schon jetzt gebe es zum Beispiel Techniken, Gülle oder auch Kunstdünger so auf die Felder auszubringen, dass weniger Klimagase entweichen. Allerdings seien die Methoden meist teurer als die bisher genutzten. Deshalb müsse ein finanzieller Anreiz für die Bauern geschaffen werden.

Dies ginge laut Witzke über die "Emissionssteuer" oder auch über die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Emissionshandel. Beides würde bewirken, dass der Ausstoß von Klimagasen teurer würde und sich die Vermeidung lohne.

WWF-Expertin Dräger de Teran betonte, dass ökologische Landwirtschaft wegen des geringeren Energieaufwands auch weniger Treibhausgase verursacht. Öko-Landbau solle deshalb besonders gefördert werden.

Montag, 5. November 2007
http://www.n-tv.de/875263.html

Klimaschutz: WWF fordert Steuer auf Kuh-Abgase

Autor: Achim Stößer | Datum:
Gedüngte Felder und rülpsende Kühe sind in Deutschland für elf Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich, rechnet der WWF vor. Die Umweltschutz-Organisation schlägt deshalb Emissionssteuern für die Landwirtschaft vor, auch wenn das die Lebensmittel verteuert.

Betreiber von Kohlekraftwerken und Fahrer von sprithungrigen Autos gelten schon länger als Klimasünder. Doch auch Bauern tragen beträchtlich zum Ausstoß von Klimagasen bei. Die Landwirtschaft sei in Deutschland mit bis zu elf Prozent an den Treibhausgas-Emissionen beteiligt, heißt es in einer am heutigen Montag vom WWF Deutschland veröffentlichten Studie.

METHAN UND LACHGAS: DIE KLIMAKILLER DER LANDWIRTSCHAFT




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Die Umweltschützer fordern von den Bauern nun mehr Engagement. "Die Landwirtschaft darf nicht ausgenommen werden", sagte Harald von Witzke, einer der Autoren der Studie. Die Abgase einer einzigen Milchkuh seien in etwa so klimaschädlich wie die eines Kleinwagens, der 18.000 Kilometer im Jahr gefahren werde. Der WWF fordert deshalb eine Emissionssteuer für die Landwirtschaft, die allerdings Lebensmittel teurer machen würde.

In der Landwirtschaft sei nicht Kohlendioxid das Hauptproblem, sagte Witzke. Der CO2-Ausstoß, der etwa beim Einsatz von Traktoren oder bei der Herstellung von Dünger entsteht, wird durch die CO2-Aufnahme der Nutzpflanzen wettgemacht. Dennoch verursacht die deutsche Landwirtschaft der Studie zufolge unter dem Strich den Gegenwert von 65 Millionen Tonnen Kohlendioxid, vor allem in Form Lachgas und Methan. Letzteres entströmt unter anderem dem Innern von Rindern.

Zwar sind die absoluten Mengen der Treibhausgase in der Landwirtschaft vergleichsweise gering. Doch ist der Beitrag zum Klimawandel besonders groß: Methan wirkt 21-mal so stark auf die Atmosphäre wie Kohlendioxid, Lachgas sogar 310-mal so stark.

Wirkung um Faktor 21 oder 310 größer

Das Lachgas entsteht nach WWF-Angaben weltweit in großen Mengen beim Reisanbau und in Deutschland unter anderem bei der Nutzung von Kunstdünger. Der wird laut Witzke nur zur Hälfte von Pflanzen aufgenommen, der Rest entweicht als Lachgas oder wird ausgeschwemmt. So steige aus einem Hektar gedüngter landwirtschaftlicher Nutzfläche pro Jahr der Gegenwert von 1,3 Tonnen Kohlendioxid in die Luft - in etwa so viel wie aus einem Auto mit 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer bei 10.000 Kilometern Laufleistung im Jahr.

ZUM THEMA AUF SPIEGEL ONLINE
Internet-Rechner: CO2-Schleuder Mensch (09.03.2007)

WWF-Expertin Tanja Dräger de Teran betonte, dass ökologische Landwirtschaft wegen des geringeren Energieaufwands auch weniger Treibhausgase verursache. Öko-Landbau solle deshalb besonders gefördert werden.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Angaben des WWF prinzipiell bestätigt. Weltweit gingen rund 14 Prozent der Klimagas-Emissionen auf das Konto der Landwirtschaft, sagte UBA-Mitarbeiter Dietrich Schulz im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Die vom WWF für Deutschland angegebenen elf Prozent Anteil hält der Leiter der UBA-Abteilung Landwirtschaft allerdings für zu hoch: "Wir gehen in Deutschland von sieben Prozent aus."

Die Emissionen aus der Landwirtschaft könnten allerdings zu geringen Kosten deutlich verringert werden, sagte Witzke, der an der Berliner Humboldt-Universität forscht. Das allgemeine Ziel, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent CO2-Äquivalent zu senken, müsse auch in der Agrarwirtschaft erreicht werden. Schon jetzt gebe es zum Beispiel Techniken, Gülle oder auch Kunstdünger so auf die Felder auszubringen, dass weniger Klimagase entweichen.

Von den Italienern lernen

Allerdings seien die Methoden meist teurer als die bisher genutzten. Deshalb müsse ein finanzieller Anreiz für die Bauern geschaffen werden, meint Witzke. Das ginge über die Emissionssteuer oder auch über die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Emissionshandel. Beides würde bewirken, dass der Ausstoß von Klimagasen teurer und sich die Vermeidung lohnen würde.

Den Vorschlag, die Landwirtschaft in den Emissionshandel einzubeziehen, hält man im Umweltbundesamt aber für schwer umsetzbar: "Ein Emissionshandel mit rund 200.000 landwirtschaftlichen Betrieben - das wäre administrativ kaum zu bewältigen", sagte Schulz.

"Die rechnerisch einfachste Lösung wäre, wenn alle Menschen sich ab sofort vegan ernähren würden", erklärte der UBA-Experte. Das werde jedoch kaum passieren. Schulz verweist auch darauf, dass ein Verzicht auf Viehhaltung die Landwirtschaft existentiell bedrohen würde.

Als guten Kompromiss empfiehlt Schulz die mediterrane Ernährung. Ein Italiener beziehe nur etwa 25 Prozent seiner täglichen Kalorienaufnahme aus tierischen Quellen, die Deutschen dagegen bei 39 Prozent. "Lebensfreude und weniger Fleisch sind also durchaus vereinbar", meint Schulz.

hda/AP

5. November 2007

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,515494,00.html