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 Dünger und Dünste aus dem Darm
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: https://tierrechtsforen.de/13/1660/1662

Datum: 16.11.07 22:21
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05.11.2007

Wie die Landwirtschaft das Klima belastet
Von Philip Banse

Nach Angaben der Umweltstiftung WWF gehen in Deutschland rund elf Prozent des Ausstoßes von Treibhausgasen auf das Konto der Landwirtschaft. Eine Emissionssteuer soll die Bauern zum Umdenken bewegen.

Es sind vor allem die Rinder, die bei ihrer Verdauung eine Menge Klimagase produzieren. Gleich danach in der Liste der landwirtschaftlichen Klimakiller folgt der Stickstoffdünger, sagt Harald von Witzke. Er ist Professor für Agrarwissenschaft an der Humboldt Universität in Berlin. Er hat die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Weltklima für den WWF untersucht. Danach ist dieser Effekt der Landwirtschaft auf das Weltklima erheblich:

"Die Landwirtschaft im engeren Sinne - Ackerbau, Grünlandwirtschaft und Viehwirtschaft - stößt 14 Prozent der klimawirksamen Gase in der Welt aus. Das ist genauso viel wie die weltweite Industrieproduktion zum vom Menschen verursachten Klimawandel beiträgt, und es ist genauso viel wie der weltweite Transportsektor zum Klimawandel beiträgt."

Hinzu müsse man jedoch auch noch die Brandrodung zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen zählen. Die verursacht noch einmal 18 Prozent der weltweiten Klimagase. Alles in allem sei die Landwirtschaft also für 32 Prozent der weltweiten Klimagasproduktion verantwortlich, sagt Professor Harald von Witzke:

"Und damit wird die Landwirtschaft zum wichtigsten Wirtschaftsbereich, der den vom Menschen verursachen Klimawandel zur Folge hat."

Die gute Nachricht sei: Das Einsparpotenzial ist riesig. Harald von Witzke schlägt in seiner Studie marktwirtschaftliche Mechanismen vor, um den Ausstoß von Klimagasen in der Landwirtschaft zu reduzieren. Natürlich fällt einem da zuerst der Emissionshandel ein: Für jede Tonne Klimagas muss der Produzent zahlen. Dieses System hat sich ja in vielen Bereichen der Industrie bewährt, Australien und Neuseeland wollen den Emissionshandel ab 2013 auch in der Landwirtschaft einsetzen. Kurzfristig sei der Emissionshandel in der Landwirtschaft in Europa jedoch nicht praktikabel, sagt Agrarprofessor von Witzke:

"Das würde uns als mittel- und langfristige Perspektive vorschweben. Gegenwärtig geht das ja noch nicht, weil bisher nur CO2 gehandelt wird. Die Landwirtschaft ist aber im Wesentlichen ein Emittent von Methan und Lachgas. Also müsste man das ganze Handelssystem erstmal umstellen auf Co2-Äquivalente und müssen die Preise auch so sein, dass die klein strukturierte Landwirtschaft mithalten kann auf diesem Markt."

In seiner Studie fordert Harald von Witzke eine Emissionssteuer, die alle klimaschädlichen Gase erfasst. Der Effekt wäre beachtlich, so Harald von Witzke:

"Es kommt darauf an, wie hoch die Emissionssteuern im Einzelnen sind, wie sie erhoben werden. Aber wir denken, dass die Landwirtschaft ohne Probleme die 30 Prozent erbringen kann, die die Volkswirtschaft insgesamt bis zum Jahr 2020 erbringen soll. Die Landwirtschaft kann auch ohne Probleme mehr erbringen."

Eine Emissionssteuer, das ist auch die Forderung des WWF. Vorher müsste die Landwirtschaft jedoch erstmal ins Visier der verantwortlichen Politik gerückt werden, moniert die Agrarreferentin des WWF, Tanja Dräger de Teran:

"Es gibt überhaupt keine konkreten Einsparvorgaben für die Landwirtschaft. Es gibt sie für den Transport, für die Haushalte, für die Industrie, aber für den landwirtschaftlichen Sektor sucht man da vergebens. Und auch bei der EU finden wir Ähnliches, dass der Klimaschutz noch gar nicht integriert worden ist in die agrarpolitischen Zielsetzungen."

Bis die politischen Instrumente wirken, können aber auch die Verbraucher Druck machen. In dieser Sendung wurden ja schon Klima-Siegel vorgestellt, die zeigen, welche Produkte besonders wenige Klimagase produzieren. Diese Siegel sind jedoch in den Regalen noch kaum zu finden. Tanja Dräger de Teran, die Agrarreferentin des WWF, hat für klimabewusste Verbraucher folgenden Ratschlag:

"Ich kann drei kurze Tipps nennen, das ist zum einen: Regionale Produkte vermehrt kaufen oder zumindest gucken, ob diese Produkte mit dem Flugzeug transportiert werden mussten. Dann Bioprodukte kaufen, da die ökologische Landwirtschaft tendenziell emissionsärmer ist als die konventionelle Landwirtschaft, und vielleicht das eine oder andere Mal weniger Fleisch zu essen."

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/691509/

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