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 Klimasteuer auf Kuhmist?
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: https://tierrechtsforen.de/13/1660/1666

Datum: 16.11.07 22:25
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WWF nimmt Bauern ins Visier

Zu viel Kunstdünger auf den Feldern, zu viele Kühe im Stall: Die Umweltstiftung WWF hat wirksame Klimaschutzvorgaben für die deutsche Landwirtschaft gefordert. Gedüngte Felder und rülpsende Kühe seien in Deutschland für elf Prozent des vom Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich, kritisierte WWF-Agrarexpertin Tanja Dräger de Teran am Montag. Der WWF (World Wide Fund for Nature) schlägt deshalb in einer Studie ein "verstärktes Nachdenken" über Emissionssteuern in der Landwirtschaft vor.

Die Abgase einer einzigen Milchkuh seien in etwa so klimaschädlich wie die eines Kleinwagens, der 18.000 Kilometer im Jahr gefahren wird, sagte der Autor der Studie, Harald von Witzke. Die vom WWF geforderte Emissionssteuer würde nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Lebensmittel teurer machen, was der WWF bewusst in Kauf nimmt. Verbraucher sollten mehr Augenmerk auf die Klimabilanz ihres Essens legen, sagte WWF-Agrarexpertin Tanja Dräger de Teran. Ihre Tipps: mehr regionale und mehr Öko-Produkte, weniger Fleisch und weniger Reis. Denn die Reisproduktion auf nassen Feldern stellt weltweit ebenfalls ein großes Klimaproblem dar.

Klimafeindliche Landwirtschaft

In der Landwirtschaft sei nicht das Kohlendioxid das Hauptproblem, sagte Studienautor Harald von Witzke. Der CO2-Ausstoß, der etwa beim Einsatz von Traktoren oder bei der Herstellung von Dünger entsteht, wird durch die CO2-Aufnahme der Nutzpflanzen wettgemacht. Dennoch verursacht die deutsche Landwirtschaft der Studie zufolge unter dem Strich den Gegenwert von 65 Millionen Tonnen Kohlendioxid, vor allem in Form von Methan - zum Beispiel Rinder-Verdauungsgase - und Lachgas.

Das Lachgas entsteht international in großen Mengen beim Reisanbau und in Deutschland unter anderem bei der Nutzung von Kunstdüngern. Diese werden nach Witzkes Darstellung nur zur Hälfte von den Böden aufgenommen, der Rest entweicht als Lachgas oder wird ausgeschwemmt. So steigt aus einem Hektar gedüngter landwirtschaftlicher Nutzfläche laut Witzke pro Jahr der Gegenwert von 1,3 Tonnen Kohlendioxid in die Luft - in etwa so viel wie aus einem Auto mit 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer bei 10.000 Kilometern im Jahr.

Zwar sind nach Witzkes Darstellung die absoluten Mengen der Treibhausgase in der Landwirtschaft vergleichsweise gering. Doch ist der Beitrag zum Klimawandel besonders groß: Methan wirkt 21 Mal so stark auf die Atmosphäre wie Kohlendioxid, Lachgas sogar 310 Mal so stark.

Weniger Emissionen möglich

Die Emissionen aus der Landwirtschaft könnten zu geringen Kosten deutlich verringert werden, sagte der Agrarexperte, der an der Berliner Humboldt Universität forscht. Ziel müsse es sein, das allgemeine Minderungsziel von 30 bis 40 Prozent bis 2020 auch in der Agrarwirtschaft zu erreichen. Schon jetzt gebe es zum Beispiel Techniken, Gülle oder auch Kunstdünger so auf die Felder auszubringen, dass weniger Klimagase entweichen. Allerdings seien die Methoden meist teurer als die bisher genutzten. Deshalb müsse ein finanzieller Anreiz für die Bauern geschaffen werden.

Dies ginge laut Witzke über die "Emissionssteuer" oder auch über die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Emissionshandel. Beides würde bewirken, dass der Ausstoß von Klimagasen teurer würde und sich die Vermeidung lohne.

WWF-Expertin Dräger de Teran betonte, dass ökologische Landwirtschaft wegen des geringeren Energieaufwands auch weniger Treibhausgase verursacht. Öko-Landbau solle deshalb besonders gefördert werden.

Montag, 5. November 2007
http://www.n-tv.de/875263.html

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