Pressespiegel
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 Tierversuch für "ethischere" Eierproduktion
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/ethischereeierproduktion

Datum: 20.06.12 22:30


Die männlichen Geschwister der "Legehennen" (je ein Küken pro Henne) werden in der Regel am Schlüpftag vermust oder vergast, da sie weder Eierlegen noch schnell genug "Fleisch" ansetzen.

Ökobauer Bauck wollte stattdessen eine "Zweinutzungsrasse" verwenden, bei der die Hennen doch so viele Eier legen, dass es sich rentiert, während die Leichen der Küken - die nicht am Schlüpftag, sondern ein paar Wochen später ermordet werden sollten, um dann den Kunden Baucks zum Fraß vorgeworfen zu werden.

Der Versuch zeigte nicht den erwünschten Erfolg: die Leichen "schmeckten" nicht, die Eier wurden unverkäuflich, die Hennen konsumierten viermal so viel Nahrung wie dabei Eimasse entstand (während es bei "normalen" Legehennen "nur" doppelt so viel ist). Was Bauck nicht daran hindert, stur weiterzumachen.

Selbstredend wurden alle Versuchstiere ermordet.

Und das sind dann "glückliche Hühner".

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 Geflügelzucht | Sisyphos im Stall
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/13/2184/2185

Datum: 20.06.12 22:32


Wie ein Bauer aus Niedersachsen das ethische Dilemma der Hühnerindustrie lösen will

© Bernd Thissen/dpa

Diese Hühnerküken auf einem Geflügelhof in Deutschland sind etwa eine Woche alt.

Wenn Carsten Bauck über seinen Ökobauernhof führt, vorbei an dem alten Wohnhaus aus Fachwerk über die Wiese zu den Hühnerställen, kann er ganz schön ins Schimpfen geraten: über die »moderne Geflügelindustrie und die Kommerzialisierung der Schöpfung«. Dabei ist Bauck kein Hardcore-Öko mit Filzhut, kein Weltfremder mit Wünschelrute. Er hat ein iPhone in der Tasche, pendelt im silbernen Mercedes zwischen Putenstall und Ochsenweide, und mit seiner wuchtigen Statur gleicht er dem Boxer Axel Schulz.

Der Hof im niedersächsischen Uelzen sei so etwas wie ein Labor, sagt Bauck – für eine bessere, eine ethischere Landwirtschaft. Schauplatz seiner Suche ist der Hühnerstall. Vor mehr als einem Jahr startete Bauck hier mit 1.000 Hühnern vom Typ Tetra-H seinen bisher größten Versuch. Die Tiere mit der nüchternen Bezeichnung sind sogenannte Zweinutzungshühner: Die Hennen legen Eier, die Hähnchen setzen Fleisch an.

Geboren im falschen Stall

Das klingt banal, ist aber ganz und gar ungewöhnlich. Warum, zeigt ein Blick in die Statistik: Zehn Milliarden Eier landen jährlich in den Einkaufskörben der deutschen Verbraucher. Ausnahmslos jedes wurde von Hybridhennen gelegt. Diese Tiere sind Spezialkreationen großer Zuchtkonzerne, optimiert für eine hohe Eierproduktion. Das Problem: Ihre männlichen Geschwister setzen nur wenig Fleisch an, weshalb sie, kaum geschlüpft, als »Eintagsküken« vergast und geschreddert werden – Jahr für Jahr rund 40 Millionen Tiere.

Im Gegensatz zu den Brüdern der Industriehennen lassen sich die männlichen Küken der Zweinutzungshühner mästen. Deshalb holte Bauck das Tetra-H-Geflügel, Hennen wie Hähnchen, auf seinen Hof. Seine Hoffnung damals: mit dieser Rasse das ethische Dilemma der Hühnerhaltung endlich zu lösen. »Die Kunden denken, bei uns ist alles heile Welt«, sagt er. »Die Wahrheit ist das nicht.« Denn auch bei ihm legen, wie bei allen anderen Bio- und Demeter-Betrieben in Deutschland, immer noch Hybridhühner die Eier.

Heute, nach 1.000 vorzeitig geschlachteten Hühnern, spricht Bauck von einer Bankrotterklärung. Aber der Reihe nach...

Dass die Kombihühner überhaupt nach Uelzen kamen, war reiner Zufall. Eine Geflügelhändlerin und Bekannte von Carsten Bauck entdeckte die Tiere während einer Reise auf kleinen ungarischen Familienhöfen. Sie machte Fotos und brachte Eier mit nach Deutschland. Zwar existieren auch hierzulande noch alte Zweinutzungsrassen, die bis in die fünfziger Jahre die Bauernhöfe dominierten. Die meisten von ihnen sind heute aber vom Aussterben bedroht. Kommerziell zu gebrauchen sind sie nicht, da die Hennen der alten Rassen nur um die 200 Eier jährlich legen. Selbst ein Biohof kann erst ab 270 Eiern pro Tier und Jahr wirtschaftlich arbeiten – im Durchschnitt zehn Eier mehr legt eine Tetra-Henne, weil ungarische Züchter irgendwann einmal ein Hybridhuhn in die alte Rasse eingekreuzt haben.

Bauck war begeistert und bestellte eine Herde. Dann begann das Rechnen. Der Bauer wusste, dass Tetra-H ein Drittel mehr Futter braucht als seine Hybridhühner. Über das Jahr zeigte der Taschenrechner einen Verlust von 10.000 Euro an. Das war ihm sein Versuch in ethischer Geflügelhaltung wert. Teurer verkaufen wollte er die Eier der ungarischen Hühner vorerst nicht. Zwar seien Kunden bereit, für gute Tierhaltung mehr zu bezahlen, sagt Bauck. Aber auch bei ihnen vermutet er eine Schmerzgrenze. Deshalb kosteten die Eier der ungarischen Hühner mit 39 Cent im Biosupermarkt in Hamburg und Berlin genauso viel wie die seiner 2.000 Hybridhennen. Eigentlich hätten sie wegen der Futterkosten 50 Cent kosten müssen.

Man kann Baucks Experiment, der Hühnerindustrie im Alleingang einen Ausweg aus der ethischen Sackgasse zu weisen, mutig nennen oder auch verrückt. Es stimmt wohl beides. Denn er war der erste Landwirt in Deutschland, der einen solchen Großversuch wagte. Sein Kalkül: Zeigt sich, dass sich Zweinutzungshühner erfolgreich halten lassen, springen andere Bauern auf und werden Tetra weiterzüchten.

Aufseiten der Wissenschaft herrscht allerdings Skepsis, was den Nutzen von Kombihühnern angeht. Das Zweinutzungshuhn sei keine Antwort auf die Probleme der Bauern und ethisch bewusster Kunden, sagt der Tiergenetiker Steffen Weigend, der für das staatliche Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Neustadt arbeitet. Er rechnet vor: Ein gängiges Hybridhuhn benötige pro Kilo Eimasse knapp zwei Kilo Futter, Zweinutzungshühner brauchten das Doppelte. Ähnlich schlecht sei die Bilanz, wenn man versuche, die Hähnchen zu mästen.

Weigend hält es deshalb für unwahrscheinlich, dass Kombihühner jemals zur Grundversorgung der Bevölkerung beitragen werden. Im großen Maßstab gehalten, würden sie den Menschen schlicht das Getreide vom Teller picken.

Außerdem ließe sich das Problem des Kükenmords auch ohne Kombihühner lösen, sagt der FLI-Experte. Nämlich mit Pränatal-Techniken, die schon vor dem Schlüpfen das Geschlecht der Küken bestimmten. So müssten die Eier nicht erst ausgebrütet und dann aufwendig sortiert werden. Tatsächlich forschen die großen Zuchtfirmen seit Jahren mit viel Geld in dieser Richtung. Nennenswerte Erfolge gab es bei der Entwicklung bisher aber nicht. Deshalb waren Zweinutzungshühner unter engagierten Bauern schon länger als Alternative in der Diskussion – wenn auch vorerst nur für die Ökolandwirtschaft.

Seite 2/2:
Sein Experiment scheitert

Am Anfang lief beim Großversuch in Uelzen noch alles gut. Auf der großen Wiese vor den Ställen stieg Bauck regelmäßig in das Gatter »seiner Ungarinnen« und fütterte ihnen das Getreide aus einem großen Eimer mit der Hand.

Dann kam der erste Rückschlag. Nach 22 Wochen Mast fielen die ungarischen Hähnchen in der Blindverkostung mit einigen von der Universalhuhn-Idee begeisterten Spitzenköchen durch – zu wenig Fleisch, zu zäh, zu intensiv im Geschmack. »Wer ist schon bereit«, fragt Bauck, »für ein schlechter schmeckendes Produkt mehr zu bezahlen, nur weil es ethisch besser ist?«

Gegen Ende des vergangenen Jahres folgte dann der Schock. Die Tetra-Hennen fraßen mehr und legten weniger. Die Schalen wurden zudem dünner und poröser – und die Eier damit unverkäuflich. Als Bauck einige Hennen schlachtete, sah er, wo das Futter geblieben war: Die Tiere waren massiv verfettet. Um wenigstens das Fleisch noch verkaufen zu können, entschloss Bauck sich, alle Hühner schon Wochen vor dem eigentlichen Termin zu schlachten. Damit war sein Experiment gescheitert.

Noch sind die Kombihühner nicht wirtschaftlich

Noch heute klingt Bauck zerknirscht, wenn er davon erzählt. Am Ende habe ihn der Versuch mehrere Zehntausend Euro gekostet. Sein Idealismus hat ihm das Betriebsergebnis ruiniert. »Für einen kleinen Betrieb wie unseren ist so ein Projekt eigentlich fahrlässig«, sagt er. Dass die Tetra-H-Hühner nach ein paar Jahren weiterer Zucht wirtschaftlich zu halten wären, glaubt er nach wie vor. Aber wer sollte dafür die Kosten übernehmen? Sowohl beim Demeter- als auch beim Bioland-Verband heißt es lapidar, für eigene Zuchtprojekte fehle das Geld.

Abgefunden hat Bauck sich mit seinem Scheitern nicht. Im ganzen Land hat er kleine Höfe und sogar Hobbyzüchter besucht, die alte Hühnerrassen halten. In der Nähe von Hamburg entdeckte er Deutsche Sperberhühner mit außergewöhnlich hohen Legeraten. Ein neuer Versuch? Zu riskant, die Sperber- hätten seine Hybridhühner mit Seuchen anstecken können. Zweinutzungshühner eines hessischen Hofs erwiesen sich als zu schwer für jene terrassenartigen Plateaus, die Bauck just für eine besonders artgerechte Haltung in seine Ställe baut.

Der eklatante Widerspruch zwischen genetisch optimierter Futterverwertung der Tiere und dem Respekt vor dem Geschöpf Huhn – er bleibt bestehen.

Dass selbst für Ökobauern die Anforderungen der Lebensmittelproduktion und ihr ethischer Anspruch unvereinbar sein können, will Bauck aber nicht akzeptieren. Dieses Jahr plant er, mehrere Tausend Brüder seiner Hybridhennen aufzuziehen; kein Küken soll nach dem Schlüpfen für Eier auf seinem Hof sterben. Diesmal will Bauck auch seine Kunden einbeziehen und die Ethik-Eier drei Cent teurer vermarkten. Dann wird sich zeigen, ob den Käufern eine heile Hühnerwelt genauso viel wert ist wie dem Bauern.

http://www.zeit.de/2012/11/N-Huehnerzuechtung

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 Zweinutzungsrassen als Alternative zur Kükenvergasung
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/13/2184/2189

Datum: 25.06.12 20:58


25.06.2012 | 08:09

Hannover - Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) fordert eine Abkehr von der spezialisierten Geflügelzucht.
Küken
(c) proplanta
«Wir müssen mehr Nutzungstiere züchten, die eine gute Legeleistung und einen hohen Fleischanteil haben», sagte Lindemann am Sonntag auf dpa-Anfrage. Er sprach von «multifunktionalen Tieren». Hintergrund ist die Kritik von Tierschützern am Vergasen männlicher Küken, die wegen ihres Geschlechts wirtschaftlich keinen Wert haben.

Die Universität Leipzig forscht daran, die Geschlechtsbestimmung in bebrüteten Eiern zu ermöglichen. «Das könnte eine interessante Alternative zum Vergasen sein», sagte Lindemann. (dpa/lni)

http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Tier/Zweinutzungsrassen-Alternative-Kuekenvergasung_article1340604588.html

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 Bundesweites Pilotprojekt | Biobauern schreddern keine Küken mehr
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/13/2184/2195

Datum: 01.09.12 19:56


31.08.12


In Deutschland werden jährlich rund 45 Millionen männliche Küken getötet, denn junge Hähne setzen nicht so viel Fleisch an wie ihre Schwestern. Mehrere Biohöfe wollen das nicht mehr hinnehmen. Von Felix Werdermann

Der Hahn auf dem mecklenburgischen Hof Gräpkenteich ist 15 Wochen alt und damit ein kleines Wunder. Er ist nämlich 15 Wochen älter, als nahezu alle seiner männlichen Artgenossen jemals werden.

Etwa 45 Millionen Küken werden jährlich in Deutschland kurz nach ihrer Geburt getötet, weil sich ihre Aufzucht nicht rentiert. Die Brüder der Legehennen setzen nicht genügend Fleisch an und werden deshalb normalerweise geschreddert oder vergast.

In einem bundesweit einmaligen Projekt wollen Biobauern aus Mecklenburg-Vorpommern nun die Hähne vor dem frühen Tod bewahren. Sie werden gemästet und mit 17 Wochen geschlachtet.

Die Eier der Legehennen in Gräpkenteich bei Neustrelitz werden durch die Mitaufzucht der Hähne drei Cent teurer. Projektleiterin Annalina Behrens hofft trotzdem, dass genug Konsumenten zugreifen.

"Wir bekommen schon viele Anfragen", sagt Behrens. Ab Oktober sollen die Eier mit einem besonderen Etikett in einigen norddeutschen Supermärkten zu finden sein. Produziert in einem der 14 Biobetriebe des Erzeugerzusammenschlusses Fürstenhof.

Sieben Hähne pro Quadratmeter

Auf dem Hof Gräpkenteich sind etwa 6000 Hähne in einem Stall untergebracht, Behrens spricht von einer "Männer-WG". Die Lampen an der Decke werfen grünes Licht, das soll die Tiere beruhigen. Einige gackern trotzdem zwischendurch und übertönen so die Lüftungsanlage. Sobald sich das Fließband mit dem Futter in Bewegung setzt, drängen sich die Hähne vor dem Metallgerüst und picken auf, was zu bekommen ist.

Pro Quadratmeter leben in dem Stall etwa sieben Hähne, sagt Projektleiterin Behrens. Die Bio-Richtlinie erlaube bis zu zehn Tiere, in konventionellen Anlagen sind es noch mehr. "Da sehen Sie den Boden nicht mehr", sagt die Biobäuerin.

Trotzdem: Auch Biohöfe halten normalerweise nur Legehennen und die männlichen Küken werden getötet, direkt nachdem sie geschlüpft sind. Das hat wirtschaftliche Gründe: Die Tiere seien "kaum für die Mast geeignet", erklärt der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft.

"Sie setzen nur sehr wenig Fleisch an, brauchen hierfür jedoch deutlich mehr Futter als Hühner zur Fleischerzeugung." Andere Hühnerrassen sind nämlich so gezüchtet, dass sie besonders schnell fett werden. Die Legehennen-Brüder aber sind zum frühen Tod verdammt. Geschreddert oder vergast, zu Futter verarbeitet.

Die Hühner sind wertvoll und haben Würde

Behrens will das nicht mehr hinnehmen. "Das ist mit Bio schwer zu vereinbaren", sagt die 23-Jährige. "Die Hühner sind wertvoll und haben Würde." In den kommenden Monaten soll die Zahl der gemästeten Hähne steigen, bis keine Küken mehr getötet werden müssen.

"Das ist unser Ziel und das können wir schaffen." Derzeit werden neben den 6000 Hähne im Stall auch noch 6000 männliche Küken aufgezogen - derzeit sind sie drei Wochen alt. Künftig sollen auch auf einem anderen Hof Hähne gemästet werden.

"Natürlich muss es so profitabel sein, dass es sich lohnt", sagt Behrens. Das Hähnchenfleisch wird derzeit als Hühnerfrikassee oder Babynahrung verkauft, später sollen auch ganze Hähnchen im Supermarkt zu finden sein.

Das teurere Fleisch wird durch die Bio-Eier querfinanziert. Eine Packung mit sechs Eiern würde dann 18 Cent teurer, hat Behrens ausgerechnet. Dafür soll ein Etikett darauf hinweisen, dass auch die Hähne leben dürfen.

Tierschützer raten zu komplettem Verzicht auf Eier

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft bleibt skeptisch: "Das Projekt ist sicherlich sehr interessant, stellt aber lediglich eine Nischenlösung dar", sagt ein Sprecher. Behrens setzt auf die "kritischen Verbraucher", fügt aber hinzu: "Die werden schnell Veganer."

Für einen Verzicht auf sämtliche Produkte vom Tier wirbt etwa der Bundesverband "Menschen für Tierrechte". Die stellvertretende Vorsitzende Christina Ledermann sagt: "Man kann Eier nicht essen mit gutem Gewissen. Auch keine Eier aus Biohaltung."

Das Projekt am Hof Gräpkenteich hält sie "eher für eine Marketing-Geschichte". Die Hähne würden "geboren, um gemästet zu werden und dann zu sterben".

Positiv findet sie jedoch, dass dadurch das Problem der Kükentötung benannt werde. "Das ist vielen Konsumenten gar nicht bewusst."

Den Hähnen auf Hof Gräpkenteich bleiben noch zwei Wochen bis zu ihrem Tod. Noch dürfen sie scharren, wühlen, picken, gackern und sich aufplustern. Eigentlich können sie bis zu fünf Jahre alt werden. Doch ihr Leben wird mit rund vier Monaten auf dem Schlachthof enden.
dapd/oc

http://www.welt.de/wissenschaft/article108908613/Biobauern-schreddern-keine-Kueken-mehr.html

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 Neue Dimension im Tierschutz: Toni's Freilandeier mit innovativer Junghahn-Mast
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/13/2184/2199

Datum: 20.01.13 21:42


Glein / Graz (OTS) - Toni Hubmann, Geschäftsführer von Toni's
Freilandeier, nennt die Tiere in seinem neuesten Projekt zur
artgerechten Nutztierhaltung liebevoll die "Brüder der Legehennen".
Gemeint sind jene 140 Junghähne, die sich derzeit in der Glein bei
Knittelfeld unmittelbar neben den Freiland-Legehennen tummeln -
selbstverständlich ebenso in vorbildlicher Freilandhaltung, mit
höchsten Tierschutz- und Qualitätsstandards. Es wäre nicht Toni
Hubmann, würde er mit diesem ehrgeizigen Projekt nicht eines der
heikelsten Themen der Nutztierhaltung ansprechen und gleichzeitig
europaweit neuartige Wege einschlagen.

"Seit mehr als 50 Jahren werden herkömmliche Legehennenrassen
ausschließlich fürs Eierlegen gezüchtet; die männlichen Küken werden
gleich nach dem Schlüpfen getötet. Das war nicht immer so. Jährlich
betrifft dieses Schicksal europaweit etwa 335 Millionen Tiere",
erklärt Hubmann und besinnt sich einmal mehr auf die Tradition der
Hühnerhaltung. In Toni Hubmanns landwirtschaftlichem Betrieb ist
damit zumindest für die 140 männlichen Küken einer speziellen
Zweinutzungsrasse, die sich für die Mast ebenso eignet wie für das
Eierlegen, erst einmal Schluss. Seit über 90 Tagen leben siein der
Glein; dass sie dabei ein ebenso artgerechtes Leben wie ihre
eierlegenden Schwestern genießen, versteht sich von selbst.

Die artgerechte Junghahnmast ist ein weiterer Schritt in Richtung
eines anständigen Umganges mit den Tieren. Ein durchschnittlicher
Toni's Freilandhahn hat etwa 3 kg und wächst dreimal so langsam wie
ein herkömmliches Masthähnchen. Das schlägt sich natürlich in einem
besonders delikaten Geschmack nieder.

"Von unseren Legehennen wissen wir, wie sehr sich die artgerechte
Tierhaltung auf die Qualität der Produkte auswirkt. Der Unterschied
ist zu schmecken - gute Tierhaltung hat erwiesenermaßen einen
positiven Nutzen für die Tiere, für die Produkte und natürlich auch
für die Konsumenten. Ähnliches erwarten wir auch von unserem
Junghähne-Projekt. Es war mir ein Anliegen, dieses Thema aktiv
anzusprechen und gleichzeitig Lösungen und Alternativen zur sinnlosen
Küken-Schlachtung anzubieten. Und wir freuen uns, dass es uns auch in
dieser Frage gelungen ist, unsere Ansprüche an höchste
Tierhaltungsqualität und Artenschutz zu verwirklichen", berichtet
Toni Hubmann stolz über sein Projekt.

Dieses Engagement honoriert auch Helmut Dungler, Präsident der
VIER PFOTEN und langjähriger Weggefährte von Toni Hubmann. "Wir sind
froh darüber, dass sich jemand auch in dieser besonders heiklen Frage
für die Tiere stark macht.

Wir sehen dies als gewaltige ethische Herausforderung für die
Landwirtschaft und für die Nutztierhaltung - niemand ist besser dazu
geeignet, hier neue Wege und Perspektiven zu erschließen als Toni
Hubmann", stellt Helmut Dungler, einer der renommiertesten
Tierschützer Europas, unmissverständlich klar. Die Zusammenarbeit
zwischen Toni's Freilandeier und den VIER PFOTEN hat jahrelange
Tradition: Seit mehr als 20 Jahren arbeiten Toni Hubmann und Helmut
Dungler gemeinsam an der Verbesserung des Tierwohls. "Bei Toni's ist
es offenkundig: Qualitätsbewusstsein und Tierschutz werden in jedem
Bereich der Produktion gelebt - es ist dies mit Fug und Recht als
europäische Herzeigeproduktion zu sehen", so Dungler.

Für dieses Jahr hat Toni Hubmann noch zwei weitere Aufzuchtpartien
mit insgesamt 500 Hähnen geplant. Nächstes Jahr sollen es bereits
5.000 sein, sodass schon bald deutlich mehr Junghähne ihrem ansonsten
üblichen Schicksal entkommen können.

Die ersten 140 werden in den nächsten Wochen verspeist. Wer sich
dieses besondere Geschmackserlebnis nicht entgehen lassen möchte,
kann sich Toni's delikaten Freilandhahn direkt ab Hof bei Toni
Hubmann in der Glein abholen - oder ihn in einem der ausgewählten
Gastronomie-Partnerbetriebe genießen.

Ebenfalls neu: Eierlikör aus feinsten Freilandeiern

Toni Hubmann stellt auch gleich eine weitere Neuigkeit vor:
Gemeinsam mit Partner Stroh Austria, der ältesten Spirituosenmarke
Österreichs, wurde in den letzten Monaten feiner Toni's Eierlikör
entwickelt. "Schon seit vielen Jahren fragen uns Konsumenten immer
wieder, warum es keinen Eierlikör aus unseren Freilandeiern gibt",
erklärt Toni Hubmann. "Dieser Herausforderung haben wir uns jetzt
gestellt. Dass er nun genauso schmeckt, wie wir uns das vorgestellt
haben, ist der Erfahrung von Harold Burstein und seinem Team bei
Stroh zu verdanken." Auf die Auswahl der verwendeten Zutaten wurde
ganz besonderer Wert gelegt: So wurden ausschließlich Toni's
Freilandeier, Bio-Alkohol aus dem Weinviertel und
Fairtrade-zertifizierte Vanille verwendet.

Es tut sich also was bei Toni's. Für Tiere und für uns Menschen.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120614_OTS0207/neue-dimension-im-tierschutz-tonis-freilandeier-mit-innovativer-junghahn-mast-bild

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 NRW verbietet Töten von Eintagsküken: Auch das Brüderchen soll leben dürfen
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/13/2184/2213

Datum: 09.10.13 22:21


Weil sie weder für die Eierproduktion noch für die Mast zu gebrauchen sind, werden Millionen männliche Küken in Deutschland direkt nach dem Schlüpfen getötet. Das Land NRW will dieses Töten nun untersagen - weiß aber auch nicht, was mit den Tieren geschehen soll.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte die Staatsanwaltschaft Münster. Diese hatte in einem Verfahren gegen eine Kleinbrüterei im Kreis Coesfeld festgestellt, dass das Töten männlicher Küken tierschutzwidrig ist. Bisher ist es noch gängige Praxis in Europa, dass männliche Küken von Legehennenrassen getötet werden, weil sie keine Eier legen und auch kein Fleisch ansetzen - für die Betriebe also wirtschaftlich gesehen nutzlos sind. Die Tiere werden direkt nach dem Schlüpfen entweder geschreddert oder vergast. Betroffen sind nach Angaben der Tierschutzorganisation Peta pro Jahr 50 Millionen männliche Küken. Doch das verstoße gegen das Tierschutzgesetz und sei damit strafbar, befand die Staatsanwaltschaft.

Diese strafrechtliche Bewertung der Staatsanwaltschaft hat das NRW-Verbraucherschutzministerium nun zum Handeln veranlasst.

Zitat:
§ 17 Tierschutzgesetz

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder
2. einem Wirbeltier a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.


"Wir freuen uns über die Einschätzung der Staatsanwaltschaft Münster. Das ist ein deutliches Zeichen für den Tierschutz. Diese leider weitverbreitete Praxis muss so schnell wie möglich gestoppt werden", erklärte Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) am Donnerstag (26.09.2013) in einer Mitteilung. Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren gegen die Brüterei zwar wegen "Verbotsirrtums" eingestellt, weil die Brüterei es nicht besser habe wissen können. Gleichzeitig habe die Staatsanwaltschaft aber festgestellt, dass es im Sinne des Tierschutzes keinen vernünftigen Grund für die Tötung gebe und die Praxis somit gegen das Tierschutzgesetz verstoße, so das Ministerium. Zwar regele die EU die Art und Weise der Tötung von männlichen Küken, nicht aber, ob die generelle Tötung männlicher Küken einen vernünftigen Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes darstelle, erklärte eine Ministeriumssprecherin.

NRW ist Vorreiter

Mit dem Erlass werden die Ordnungsbehörden nun angewiesen, den örtlichen Betrieben das Töten von so genannten Eintagsküken zu verbieten. Nach Angaben des Ministeriums sind davon bis zu 15 Brütereien in NRW betroffen. Die Behörde geht davon aus, dass das Verbot nach einigen Übergangsfristen für die Betriebe in einem Jahr vollständig umgesetzt sein könnte. "Wir sind damit Vorreiter in Deutschland", betont die Ministeriumssprecherin. Die Entscheidung der Landesregierung sei richtig und konsequent, betonte auch der Präsident Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, laut einer Mitteilung. "Wir fordern alle Länder auf, dem Beispiel zu folgen", so Schröder.

Wohin mit den Küken?

Was allerdings mit den männlichen Küken zukünftig geschehen soll, regelt der NRW-Erlass nicht. Hier hofft das Ministerium nur vage darauf, dass "bestimmte Überlegungen in diesem Bereich beschleunigt werden". Gemeint ist damit unter anderem eine Geschlechtserkennung bereits im Hühnerei. Forscher der Universität Leipzig arbeiten gerade an einem derartigen Verfahren. Bis zur Marktreife dürften aber noch Jahre vergehen.

Ein Bio-Bauer aus Niedersachsen wollte darauf nicht warten und hat vergangenes Jahr die "Bruderhahn Initiative Deutschland" gegründet. Gemeinsam mit anderen Biohöfen zieht er die männlichen Küken einfach mit auf. Dies sei zwar ethisch korrekt, aber auch teuer. Ein Hähnchen koste ihn etwa zehn Euro, erklärt Bio-Bauer Carsten Bauck. Deshalb: "Unsere Eier kosten vier Cent mehr als andere", so Bauck. Der Deutsche Tierschutzbund schlägt vor, die Tiere großzuziehen und als Masthühner zu vermarkten.

Stand: 26.09.2013, 18.30 Uhr

http://www1.wdr.de/themen/politik/eintagskueken100.html

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