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 Spenden spenden
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/spenden

Datum: 07.12.11 22:12
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Aktuell sind Plan, Greenpeace und IFAW wegen diverser Spendenmachenschaften in die Kritik geraten:
Zitat:
Im Netz liegt die Zukunft – das wissen auch Hilfsorganisationen, die auf der Suche nach neuen Spendern sind. Seit diesem Jahr nutzen einige von ihnen jedoch eine umstrittene Form der Werbung: Sie zahlen Provisionen für Spender, die über das Internet zu ihnen gefunden haben.

Von Peter Hornung und Oliver Günther

Nach Recherchen der Hörfunkprogramme hr-iNFO und NDR-Info können die Provisionen bei Kleinspenden größer sein als der Spendenbetrag, ohne dass die Spender das erfahren - ein Vorgehen, das auch bei Verbraucherschützern auf heftige Kritik stößt. Eine Organisation hat bereits reagiert. [...]

Doch gerade bei der Internet-Werbung gab es in puncto Transparenz bei Plan ein großes Fragezeichen – bisher jedenfalls. Denn was der auf diesem Weg gewonnene Pate nicht erfuhr: Fast die gesamte erste Monatsrate von 28 Euro geht als Provision an den Betreiber der Internetseite, auf der die Werbung geschaltet wurde. Pikant ist zudem, dass sich Plan eigentlich besonders strengen Transparenzregeln unterworfen hat, um das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), des sogenannten "Spenden-TÜV", führen zu dürfen. Dessen Leitlinien schreiben vor, dass potenzielle Spender vor der Spendenentscheidung schriftlich, eindeutig und in gut sichtbarer Form über mögliche Provisionen im Zusammenhang mit ihrer Spende informiert werden müssen. [...]

Plan ist allerdings nicht die einzige Organisation, die ihre Förderer bislang nicht über die Provisionen informiert hat. Auch Greenpeace lockt seit einigen Wochen mit solchen Zahlungen - testweise, wie es heißt. Und auch hier erfährt der Spender nicht, dass Vermittlungsgebühren anfallen. Für Gerhard Wallmeyer, Leiter der Abteilung Fundraising und damit oberster Spendensammler von Greenpeace Deutschland, kein Problem. Wenn der Spender nachfrage, "kriegt er die Information.["]

Im Gegensatz zu Plan hat Greenpeace aber nicht nur ein Transparenz-Problem. Spenden für den Öko-Riesen können auch richtig teuer sein. Denn die Umweltorganisation nutzt die provisionsgesteuerte Internetwerbung nicht nur für langfristige Fördermitgliedschaften - bei denen Provisionen wirtschaftlich sinnvoll sein können, weil man treue Spender gewinnt - sondern auch für Einzelspenden. Was das heißt, kann man auf der Seite einer Agentur nachlesen, die gänzlich unverblümt Online-Partnerseiten für Greenpeace sucht: "Profitieren Sie von reizvollen Provisionen und professionellen Werbemitteln".

Wenn jemand per Mausklick Geld spendet, werden gut sechs Euro als Provision fällig. Damit könne die Provision im Einzelfall sogar höher sein als die Spende, was auch Gerhard Wallmeyer einräumt: "Theoretisch ja. Wenn jemand drei Euro spendet, haben wir einen Verlust gemacht. Das kann im Einzelfall sein. Aber im Schnitt ist eine Einzelspende bei uns zwischen 50 und 60 Euro und von daher sind dann sechs Euro...ja, das war halt die Werbung dafür." Greenpeace gehe es jedoch vor allem eben um Fördermitgliedschaften, und bei denen fielen die gezahlten Provisionen nicht ins Gewicht.

Ein Argument, das auch ein Sprecher des Internationalen Tierschutzfonds IFAW anführt. Der IFAW wirbt ebenfalls um einzelne Spenden, die bei dem Tierhilfswerk nach eigenen Abgaben aber im Durchschnitt deutlich geringer sind als bei Greenpeace. Das bestätigt auch Tom Martens von der Hamburger Deutschland-Zentrale: "Wir haben jetzt, wenn wir Einzelspenden bekommen haben, Spenden in Höhe von circa 15 Euro. Also die Durchschnittsspende." Die von IFAW gezahlten Provisionen für Vermittler sind allerdings höher als bei Greenpeace. Im Internet wird auf einschlägigen Seiten mit einer "guten Provision für einmalige oder monatliche Spenden ab acht beziehungsweise drei Euro" gelockt. Um bereitwillige Spender müsse man sich nicht sorgen: "Abschreckende Werbemittel fördern die Spendenbereitschaft."

Nur drei Euro kamen an

Eine Beispielrechnung anhand der von einer der beteiligten Agenturen veröffentlichten Zahlen zeigt jedoch, wie wenig tatsächlich in den Tierschutz geht: Von einer 20-Euro-Spende würden folglich zunächst 10,50 Euro an den Betreiber der werbenden Internetseite fließen, weitere 30 Prozent des Spendenbetrags, also 6,60 Euro, an die vermittelnde Agentur. Von den ursprünglich 20 Euro kämen so keine drei Euro beim IFAW an – und dort gehen noch die üblichen Verwaltungskosten ab. Ein Sprecher des IFAW wollte dieser Rechnung nicht widersprechen, bezeichnete sie aber als "irreführend", "da sie nicht berücksichtigt, ob der Spender darüber hinaus und möglicherweise auch über andere Kanäle dem IFAW spendet". Hier wird offenbar die Hoffnung mit bezahlt, einen willigen Spender für den Tierschutz gefunden zu haben, den man – so der IFAW – später erneut online anschreiben könne. [...]

Stefan Loipfinger vom Internetportal Charitywatch.de, das die Arbeit von Hilfsorganisationen beobachtet, bringt es auf den Punkt: "Würde ein Spender auch dann spenden, wenn er die Wahrheit wüsste? Ich würde behaupten: Wenn jemand wüsste, dass bei einer Vier-Euro-Spende die Kosten am Ende höher waren als seine Spende, dann würde er definitiv nicht spenden."
Schnelles Geld per Mausklick / Teure Spenden übers Internet http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_43331126

Tja, bei Maqi kann das nicht passieren: Wir betreiben keinen Ablaßhandel.

Achim

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