Name: martin Permalink: http://tierrechtsforen.de/15/16903
Datum: 25.07.10 11:44
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Systematische Verunsicherung von Eltern über die tierleidfreie Ernährung der Kinder wird von der Tierausbeutungsindustrie und ihren politischen Handlagern in einer Intensität und mit einer grosteken Missachtung selbst grundlegenster medizinischer Erkenntisse betrieben, dass man manchmal gezwungen ist, zweimal auf den Kalender zu schauen um sich zu versichern, dass die erste Ziffer in der Jahreszahl eine 2 und keine 1 ist.
Am massivsten ist die Milchpropaganda. Dazu haben wir bereits geschrieben:
Zitat:
"Mit der Mär von gesunder Milch sollen Kinder und Jugendliche noch weiter indoktriniert werden", so Achim Stößer von der Tierrechtsinitiative Maqi. Aussagen Aigners "wie wichtig und gesund Milch für die tägliche Ernährung ist", Milch sei "[d]as vielseitigste Nahrungsmittel der Welt", ein "besonders sicheres und wertvolles Nahrungsmittel", zu "einem gesunden Frühstück gehört auch Milch", doch "Milch trinken die Kinder zu wenig" der "Aktion Schulmilch" haben nicht das geringeste mit der Realität zu tun, wie jeder bereits an der Tatsache erkennen kann, daß weltweit 90% aller Menschen, in Mitteleuropa zehn bis 20% allein aufgrund von Laktoseintoleranz Kuhmilch gar nicht beschwerdefrei konsumieren können.
( Nach "Schulmilch" demnächst auch "Schulbier"?)
Zitat:
Aber gerade im Fall von Milch zielt die Werbung häufig auf Kinder, wobei selbst etwa Verbraucherschützer, die nichts gegen Tierausbeutungsprodukte einzuwenden haben, zumindest auf die Verbrauchertäuschung durch vermeintlich gesunde, weil Milch enthaltende Produkte wie "Kinderschokolade", "Milchschnitte" oder "Fruchtzwerge" hinweisen: Werbeslogans, die Kinder mit der "Extra-Portion Milch", "so wertvoll wie ein kleines Steak" traktieren, sind gefährliche Formen der Gehirnwäsche. So heißt es auch selbstentlarvend in einer Presseaussendung zum diesjährigen Tag der Milch: "Ziel ist es, die Kinder anzuregen, mehr oder überhaupt Milch zu trinken, aber auch Käse, Joghurt und andere Milchprodukte zu entdecken." Verantwortungslose Eltern, die ihre Kinder nicht vor unveganen Produkten bewahren, schaden ihnen sowohl physisch (durch die Gesundheitsschädigung durch unvegane Ernährung) als auch psychisch, weil sie ihre Kinder zu Tierausbeutern erziehen, die dem Leid und Tod anderer gleichgültig, zumindest aber, wenn sie "tierlieb" sind, mit einer kognitiven Dissonanz gegenüberstehen.
( Tag der Milch 2009)
Kuhmilch ist nicht nur unnötig, sondern auch schädlich und dennoch gibt es Werbung an Schulen für ein Produkt, das bereits mit etlichen Milliarden bezuschusst wird. Das Programm für Schulobst dagegen ist nur in wenigen Bundesländern umgesetzt worden. Daran sieht man, wie wenig es um gesunde Ernährung geht. Obst wird eben nicht mit grotesk hohen EU-Subventionen gefördert und damit lässt sich entsprechend wenig Geld verdienen.
Auch dagegen, dass das Gemüse in den Schulkantinen durch das starke Erhitzen und lange Warmhalten den beachtlichen Teil der Vitamine verliert, wird kaum etwas unternommen. Da wundert es kaum, dass viele Deutsche einen Mangel an Folsäure (Vitamin B9) haben, wohingegen Veganer durch ihren höheren Gemüsekonsum (auch außerhalb von Kantinen) hier keine Probleme haben.
Weiter ging es diesen Monat mit "Fleisch":
Zitat:
Kleinkindern, die eigentlich mindestens das erste halbe Jahr gestillt werden sollten, soll laut einer Studie des Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) nach "vier bis sechs Monaten" "eisenreiche Breinahrung zugefüttert" werden, im Klartext: sie sollen an die speziesistische Kultur angepasst und mit zerkleinerten Leichenteilen ernährt werden. Denn ohne "Fleisch", drohe ein "gefährlicher Eisenmangel".
Während die meisten Presseorgane dieses Aussagen nachbeteten, hinterfragte sie nur eine Zeitung kritisch und holte sich Rat bei anderen Experten. Deren Einschätzung ist vernichtend. Sie sprechen von überstrapazierten Ergebnissen, nur beschränkt verwertbaren Daten, einseitigen Messungen und der fehlenden Berücksichtigung anderer relevanter Parameter. Die Grundlage für die Interpretation der Daten legten, so der Leiter des Instituts, "Studien aus den 50er- und 60er-Jahren".
Gesponsert wurde die Studie, die zu "fleischreichem" Babybrei rät, von der (inzwischen ehemaligen) Fleischlobby-Organisation CMA. So ein Zufall.
( Antiveganismus bei Lichte besehen)
Die kritischen Gegenstimmen haben auch hier auf die gesundheitsgefährdende Wirkung hingewiesen, wenn man diesen Rat befolgen würde:
Zitat:
Außerdem könne das in der Muttermilch enthaltene Eisen besonders gut aufgenommen werden. „Dieses Eisen wird zu 50 Prozent resorbiert, Eisen aus anderer Nahrung nur zu etwa fünf Prozent“, sagt Janßen und kommt zu dem Ergebnis: „Bei Kindern, die in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt wurden, stellt also ein Eisenmangel im ersten Lebensjahr kein relevantes Problem dar.“
[...]
Die Liste der methodischen Mängel ist noch länger: Erika Nehlsen, Leiterin des Ausbildungszentrums für Laktation und Stillen, kritisiert, dass in der Studie kein Wort darüber verloren werde, dass das Zufüttern nachweislich die Eisenaufnahme aus der Muttermilch hemme.
(ebd.)
Aber wenn Industrieinteressen durchgesetzt werden sollen (wie bei Kuhmilch hat auch in diesem Fall hat die Tierausbeutungsindustrie ihre Finger im Spiel gehabt), steht die Gesundheit der Kinder hintenan.
Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis die Eierindustrie eine neue Studie in Auftrag gibt "sponsert" und es dann ungefähr heißen wird:
Zitat:
Mütter, die ihre Kinder voll stillen, sollten nach vier bis spätestens sechs Monaten damit beginnen, eihaltige Nahrung zuzufüttern. Ansonsten droht ein möglicherweise gefährlicher Cholesterinmangel. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE), das der Universität Bonn angegliedert ist. Die Wissenschaftler betonen, dass Muttermilch in den ersten Lebensmonaten die ideale Säuglingsnahrung sei. Sie müsse aber zur rechten Zeit mit eireicher Beikost ergänzt werden.
Diese ganzen Geschichten wären lächerlich, wenn sie nicht so gefährlich für Kindern und tödlich für die Opfer wären.
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