Atheismusforum
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 [TV-Tipp] Richard Dawkins bei Kulturzeit
Name: JonasJonas Permalink: http://tierrechtsforen.de/16/19

Datum: 16.10.07 16:57
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Heute abend kommt auf 3sat in der Sendung Kulturzeit ein Beitrag zu Richard Dawkings neuem Buch "Der Gotteswahn". Zu Sendezeiten und Wiederholungen siehe http://maqi.de/tv/?id=22586.

Aus der Programmankündigung:

Zitat:
Wider die Religion
Richard Dawkins´ Plädoyer für eine Welt ohne "(Aber)glauben"

Sie führen einen Kampf gegen die Religion, sind Missionare der Gottlosigkeit: die Neuen Atheisten. Die kämpferische Spitze dieser Bewegung ist Richard Dawkins, Evolutionsbiologe aus Oxford. Sein Buch "Der Gotteswahn", ein leidenschaftliches Plädoyer für eine aufgeklärte Welt ohne "(Aber)glauben", wurde in England und den USA zum Bestseller. Auf der Buchmesse in Frankfurt hat er 2007 die deutsche Ausgabe seines Werkes vorgestellt.

Würde jemand behaupten, durch das Weltall kreise eine winzig kleine Teekanne, unsichtbar für jedes Teleskop, man würde ihn auslachen. Würde dieser Jemand dann auch noch verlangen, die kleine Teekanne, anzubeten - man würde ihn mit Sicherheit für verrückt erklären. Nennt man die Teekanne aber "Gott", klingt das für viele Menschen weniger absurd. Der britische Biologe Richard Dawkins hält die Existenz Gottes für genau so wahrscheinlich wie die fliegende Teekanne. In seinem Bestseller "Der Gotteswahn" ruft er dazu auf, mit dem weltweiten Respekt vor den Religionen Schluss zu machen.

Dawkins: Glauben um des Glaubens willen reicht nicht

"Über Jahrhunderte wurden wir dazu erzogen, Religion mit Samthandschuhen anzupacken, sie mit Respekt zu behandeln", sagt Dawkins. "Uns wurde nie erlaubt, sie in Frage zu stellen, zu fragen, wo sind die Beweise, weil Religion immun zu sein scheint gegen Beweise. Mit dem Respekt dafür ist jetzt Schluss." Glauben um des Glaubens willen reicht Dawkins nicht mehr. Er verlangt Belege - vor allem von den großen Weltreligionen und ihrer Vorstellung von einem persönlichen Gott. Muslime, Juden und Christen, so Dawkins, seien trotz mangelnder Beweise in dieser zwanghaften Vorstellung gefangen, eben im Gotteswahn. "Für einen Psychologen", so sagt er, "ist ein Wahn eine Krankheit." Natürlich klinge es ein wenig arrogant, zu behaupten, hunderte Millionen Menschen seien krank. "Wenn einer glaubt, er sei Napoleon, würde man ihn für verrückt erklären. Wenn es aber hundert Millionen behaupten, tut man dies nicht. Ich glaube, sie leben in einem Wahn. Ihr Glaube ist ein Irrglaube. Er ist falsch, aber sehr viele Menschen halten daran fest."
Das Gefährliche an der Religion sei, dass man nicht dagegen argumentieren könne. Wie ein Virus ergreife sie Besitz von den Menschen, erziehe sie zu blindem Gehorsam und dazu, einfache Welterklärungsmodelle hinzunehmen. Ohne Religion, so Dawkins, gebe es keine Selbstmordattentäter, keine Kreuzzüge, keinen Palästinakonflikt und keinen 11. September 2001. Kurz: Ohne Religion gebe es weniger Gründe für Krieg. "Nur fundamentalistische Religion ist körperlich gefährlich, aber gemäßigte Religion ist es indirekt auch", erklärt er. "Sie bereitet dem Fundamentalismus den Boden, indem sie lehrt, dass Glauben eine Tugend ist, etwas, das nicht hinterfragt werden darf, etwas, das man respektieren muss."

Religion: Mentaler Kindesmissbrauch?

Kinder seien für diese Indoktrination besonders anfällig. Deshalb fingen Religionen auch so früh mit ihrer Vereinnahmung an. Für Dawkins ist das mentaler Kindesmissbrauch: "Ein kleines Kind als katholisches Kind zu bezeichnen oder als protestantisches Kind oder muslimisches Kind, ist niederträchtig", so der Autor. "Das Kind weiß nicht, was es ist, es ist zu jung. Niemand würde ein Kind postmodern nennen oder marxistisch, keynesianisch oder monetaristisch. Das klingt doch absurd. Aber wir sind alle daran gewöhnt worden, dass man von einem katholischen oder muslimischen Kind reden kann. Beides ist doch gleichermaßen albern, ein Missbrauch der Freiheit von Kindern."
Gleichzeitig mit dem "Gotteswahn" ist jetzt in Deutschland das erste atheistische Kinderbuch erschienen, der "Dawkins für Kids", wirbt der Verlag: Heidenspaß statt Kinderbibel. Verfasser des Buchs ist Michael Schmidt-Salomon. Er ist der deutsche Vorkämpfer der Religionsfreien. Mit der Gotteslästerung im Kinderzimmer will er Aufsehen erregen. In seinem Buch schreibt er: "Der Gottesglaube auf dem Globus ist fauler Zauber: Hokuspokus. Rabbis, Muftis und auch Pfaffen sind wie wir nur nackte Affen. Bloß, dass sie Gespenster sehen und in lustigen Gewändern gehen." Dawkins glaubt: "Natürlich ist es ein Tabubruch, und ich kann mir vorstellen, dass viele sich fragen werden: ´Darf man das, Blasphemie im Kinderzimmer?´ Aber ich bin der Meinung, das muss sein. Es muss ein Gegengift geben zu religiöser Indoktrination."
Auch in Deutschland haben sich die Atheisten längst organisiert, zum Beispiel in der Giordano-Bruno-Stiftung. Überall machen sie der Religion Konkurrenz, selbst in Fragen der Moral: Wer davon ausgeht, ohne Gott würden wir alle zwingend unmoralisch handeln, um den sollte man besser einen großen Bogen machen, schreibt auch Richard Dawkins. Gemeinsam werben die Konfessionslosen für eine neue Ethik über die Grenzen der Religion hinweg. "Es geht darum, die Gedanken der Aufklärung auch durchzusetzen", sagt er. "Wir leben in einer gefährlichen Zeit, nämlich in einer Zeit der Ungleichzeitigkeit, weil wir einerseits technologisch im 21. Jahrhundert stehen, andererseits jedoch, was die Weltanschauung betrifft, archaischem Denken angehören. Wir haben eine Kombination zwischen höchstem technischen Know-How und naivem Kinderglauben."

Dawkins will Leute zu eigenständigem Denken ermutigen

Richard Dawkins ist zur internationalen Leitfigur der neuen Atheisten geworden. In Frankfurt am Main hat ihm die Giordano-Bruno-Stiftung am 12. Oktober 2007 ihren Deschner-Preis verliehen. In der Preisbegründung heißt es: Dawkins habe endlich Klartext gesprochen, deutlich gemacht, dass er nicht einverstanden sei mit dem Nichtangriffspakt, der der Wissenschaft gegenüber der Religion abverlangt wird. Ein scharfer Ton! Erleben wir den "Kreuzzug der Gottlosen"? "Nein", versucht Dawkins zu beruhigen. "Es gibt keinen Kreuzzug. Ich schlage vor, sie nennen es eine Kampagne, die Leute zu eigenständigem Denken zu ermutigen. [...] Liebend gern hätte ich, dass die Leute ihre Meinung ändern, aber weiß, das werden nicht viele tun, wenn sie wirklich einen starken Glauben haben. Ich denke aber, dass es eine Menge Leute gibt, die eigentlich schon Atheisten sind und nur Hilfe brauchen bei ihrem ´Coming Out´. Und dann gibt es viele Leute, die gar nicht wissen, was sie sind, weil sie nie viel darüber nachgedacht haben."
Dawkins will der Welle des religiösen Fundamentalismus entgegenwirken - wie sie die USA erleben. Dort bekämpfen Evangelikale alles, was nicht in ihr Weltbild passt - vor allem die Naturwissenschaft. Und der Biologe Dawkins schlägt zurück - gnadenlos. In seinem Eifer gegen die absurdesten Vertreter des Glaubens verliert er das Ziel aus dem Blick. Dann klingt der "Gotteswahn" wie ein verächtliches Pamphlet gegen alles Religiöse und nicht mehr wie ein Manifest für Aufklärung und Vernunft. Muss es nicht in einer aufgeklärten Gesellschaft auch Platz für den Glauben geben? Und sei es für den Glauben an Unsinn?

http://www.3sat.de/kulturzeit/lesezeit/114377/index.html


Richard Dawkins im Gespräch mit Gert Scobel auf der Frankfurter Buchmesse (12.10.2007):
http://www.3sat.de/webtv/?kuz_071012_dawkins_16zu9.rm
(Mediathek)

Jonas

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