Atheismusforum
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 Gebetsausübung in Schulen
Name: martin Permalink: https://tierrechtsforen.de/16/517

Datum: 30.09.09 15:11
Dieser Beitrag wurde 3379 mal gelesen

Zitat:
Muslim darf in der Schule beten

Ein junger Muslim wollte auf dem Flur seines Berliner Gymnasiums beten - doch die Direktorin war dagegen. Nun urteilt ein Gericht: Er darf sich für sein Mittagsgebet in einen anderen Raum zurückziehen. von Julian Schick, Hamburg

Ein muslimischer Schüler aus Berlin darf künftig einmal täglich in der Schule beten. Der Junge und sein Vater hatten vor dem Berliner Verwaltungsgericht geklagt, da die Schulleitung des Diesterweg-Gymnasiums im Stadtteil Wedding das Beten auf dem Schulflur untersagt hatte Die Schule hatte ihre Entscheidung mit der religiösen Neutralität der Schule begründet.
Das Gericht sah das anders. Die Neutralitätspflicht schreibe es der Schule vielmehr vor, sich bei privaten Aktivitäten zurückzuhalten. Es bestätigte sein Urteil aus dem März 2008, wonach der 16-Jährige außerdem ein Anrecht auf einen ungestörten Ort zum Beten hat. Das Urteil beruft sich auf die im Grundgesetz festgeschriebene Religionsfreiheit. Dazu gehöre auch die äußere Freiheit, seinen Glauben zu praktizieren. Deshalb könne es dem Jungen nicht zugemutet werden, nur außerhalb der Schulzeit zu beten. Allerdings kann der Schüler nur außerhalb der Unterrichtszeiten beten, sodass der Schulbetrieb nicht gestört wird.

Als gläubiger Muslim schreibt sein Glaube es dem Jungen vor, fünfmal täglich zu beten. Im Eilverfahren beschlossen die Richter damals, dass der Junge während der Schulzeit in "einem für anderen nicht ohne Weiteres zugänglichen Raum" beten darf. Seither sind anderthalb Jahre vergangen. Das Lehrerkollegium des Diesterweg-Gymnasiums hat sich auf der Internetseite der Schule gegen einen Gebetsraum gestellt. Ein solcher Raum führe zur Isolation der Betenden und lasse sich mit den Integrationsbemühungen der Schule nicht vereinbaren.
Den Raum mussten sie trotzdem bereitstellen. In einen einfachen Klassenraum, ohne Teppiche oder andere religiöse Symbole, kann sich der Junge zum Gebet zurückziehen. Der Fall hatte für heftige Reaktionen gesorgt. Unterstützer meinen, das Gebet sei ein persönlicher Akt. Muslimen müsse es erlaubt sein, in Deutschland in Würde zu leben. Gegner zogen den Vergleich mit der Initiative "Pro Reli", die vor einigen Monaten mit dem Vorhaben scheiterte, das Fach Religion als Wahlpflichtfach einzuführen.

Gebete kann man nachholen

Der bildungspolitische Sprecher der Grünen in Berlin, Özcan Mutlu, sprach sich für die Schule als religionsfreien Ort aus. In einem Interview erklärte er, Kinder könnten sich durch die Räume dazu gedrängt fühlen, ihren religiösen Pflichten nachzukommen. Auch der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner pocht auf die Neutralität von Schulen. Die Schulen selbst fürchteten, dass andere religiöse Schüler ähnliche Forderungen stellen könnten. Bisher gab es allerdings keine Flut von Anträgen.

Islamwissenschaftler hatten darauf hingewiesen, dass es möglich sei, Gebete zusammenzufassen und nachzuholen. Durch den Beginn der Sommerzeit hatte sich die Zeit für das Mittagsgebet um eine Stunde verschoben. Dadurch war es nicht mehr nötig, dass der Junge während der Schulzeit betete.
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Urteils ließ das Gericht eine Berufung zu. In der Vergangenheit war es schon einmal zu Konflikten zwischen deutschem Gesetz und muslimischen Bräuchen gekommen. Seit einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 2002 können Muslime zum Schächten von Tieren eine Ausnahmegenehmigung bekommen. Voraussetzung ist, dass der Glaube das rituelle Ausbluten zwingend vorschreibt.

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:urteil-in-berlin-muslim-darf-in-der-schule-beten/50016759.html

Die besten Stellen habe ich ja bereits unterstrichen. Die Urteilsbegründung ist natürlich etwas(?) absonderlich: "Die Neutralitätspflicht schreibe es der Schule vielmehr vor, sich bei privaten Aktivitäten zurückzuhalten." Wie kann eine staatliche Institution "private Aktivitäten" haben?

Und wie ist das jetzt eigentlich mit den Anhängern des Scheiß-Gottes Ususamamijuhu? Müssen die Schulen jetzt auch eine "extra Toilette" zur Verfügung stellen, weil es den Gläubigen "nicht zugemutet werden kann", nur während ihres Stuhlgangs ihrem Gott zu opfern? Bzw. die gleiche Toilette wie die Ungläubigen zu benutzen, durch deren Berührung die Klobrille geschändet wurde, da sie keine geweihten Unterhosen tragen?
Aber vielleicht können sie ja auch ihre "Gebete zusammenfassen" (Plastikbeutel?).

Fragen über Fragen und kein Religions"wissenschaftler" in Sicht, der helfen könnte.

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