Name: Achim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/2/2544/2550
Datum: 10.07.04 16:04
Volker schrieb:
>
> Nur weil die Presse sich nicht informiert, heisst das nicht,
> dass sie zusammenhanglose Infos zu einem Zusammenhang
> hinbiegen müssen (wobei es m.M. nach eigentlich die Pflicht
> der Presse ist, sich vernünftig (!) zu informieren). Dass die
Richtig, dazu habe ich ja auch etwas im Pressespiegelforum geschrieben (und etwas ausführlicher in der Pressemitteilung von morgen ;-)).
> Eltern vegan leben, hat nichts mit dem Tod des Kindes zu tun.
> Das Kind ist vermutlich indirekt an Unter- bzw. Fehlernährung
> gestorben, was, wie wir wissen, nichts mit "vegan" zu tun
> hat. Oder hast Du schonmal eine Überschrift gelesen,
> "Omnivore Eltern lassen ihr Kind verhungern"?
Habe grade mal gegoogelt, Nichtveganismus wird nicht nru nicht erwähnt, die verhunerten Kinder führen, wenn es nicht mit Veganismus in Zusammenhang gebracht wedren kann, auch nicht zu einem solchen Medienecho:
Schonmal von folegndem Fall gehört?
Zitat:
Kind verhungert: Eltern unter Mordanklage
Kiel - Ein Vierteljahr nach dem Hungertod eines elf Monate alten Säuglings im Kreis Rendsburg-Eckernförde hat die Staatswaltschaft die Eltern (24, 20) wegen Mordes angeklagt. Der Junge war in seiner Wiege an Unterernährung gestorben. dpa
erschienen am 17. Juni 2004 in Norddeutschland
http://www.abendblatt.de/daten/2004/06/17/308095.html
Hat wohl außer dem Abendblatt mit der Minimeldung keinen interessiert ...
Oder wer kennt
Zitat:
Elf Monate altes Baby verhungert - Eltern verhaftet
Die schleswig-holsteinische Polizei hat eine 20-jährige Frau und einen 24-jährigen Mann verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie ihren elf Monate alten Jungen verhungern lassen haben. Ihr zweites Kind wurde zur Sicherheit zu den Großeltern gebracht. Das junge Paar war wohl mit der Situation überfordert.
03.03.2004 Quelle: de.news.yahoo.com
Und hier
Zitat:
Mutter im Gefängnis - Kind verhungert
Ein 16 Monate altes Mädchen stirbt bei Genf, weil niemand sich um seinen Verbleib gekümmert hat
Von Thomas Kirchner
Zürich – Wie die Autopsie ergab, überlebte die kleine Silvie genau zwölf Tage allein in der Wohnung. Dann starb das 16 Monate alte Mädchen an Hunger und Durst. Ihre drogensüchtige Mutter saß derweil in Haft. Anfang Juni, da war Silvie zwei Wochen tot, fanden Polizisten sie in einem Appartement bei Genf. Seither wird in der Schweiz gestritten, wer Schuld an dem Unglück trägt, und Kritik an den Behörden wird lauter. In Genf gedachten der kleinen Silvie mehr als 300 Menschen mit einem Schweigemarsch. Man wolle auch „an all jene Menschen in Genf und auf der Welt erinnern, die als Opfer einer totalen Gleichgültigkeit sterben“, sagte eine Organisatorin.
Inzwischen lässt die Genfer Regierung den Fall von einem Untersuchungsrichter klären. Die Mutter, eine 22 Jahre alte Portugiesin, wurde am 8.Mai wegen diverser Delikte festgenommen. Die Gefängnisbehörden log sie an, sie habe die Tochter Bekannten in Obhut gegeben – aus Angst, das Sorgerecht für Silvie zu verlieren. Noch am selben Tag bittet sie einen Freund, sich um die Kleine zu kümmern. Der Bruder dieses Freundes will daraufhin mehrmals an der Wohnungstür geklingelt haben, ohne Antwort zu erhalten. Schließlich nimmt er an, eine Freundin kümmere sich um das Kind.
Die Behörden glauben den Beteuerungen der Mutter, ohne den Aufenthaltsort des Mädchens zu prüfen. „Hätte sie die Situation, in der sich ihr Kind befand, ehrlich beschrieben, wäre die Polizei nicht dermaßen irregeführt worden“, verteidigt sich Genfs Polizeidirektor Gerard Ramseyer in der Zeitung Blick, „dieser fatale Zeitverlust hat leider zu dem Drama geführt.“ Wie sich nun jedoch herausstellt, hätten die Behörden aufgrund einer Zeugenaussage durchaus Kenntnis von Silvias Leiden haben können. Ein Mann, der von der Mutter beklaut worden war, sprach am 10. Mai – das Kind war seit zwei Tagen allein – bei der Polizei vor. Er habe berichtet, dass er am Vorabend durch die geschlossene Wohnungstür das Weinen eines Kindes gehört habe, von innen sei an der Klinke gerüttelt worden. Die Protokollantin der Polizei kann sich an diese Angaben nicht erinnern. Die Behörden bleiben untätig.
Die Großmutter des Kindes erkundigt sich zwei Tage nach der Verhaftung ihrer Tochter nach dem Verbleib der Enkelin. Silvia sei versorgt, beruhigen sie die Behörden. Später verlangt sie vom Hauswart den Schlüssel zur Wohnung der Tochter – und wird abgewiesen. Die Nachbarn haben Silvias Schreie entweder nicht gehört oder ignoriert.
Dienstag, 19.6.2001
Süddeutsche Zeitung
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel52115.php
wird auch verschwiegen, wieviele Currywürste die Mutter sich reingezogen hat als das Kind verhungert ist. Ebenso wie hier:
Zitat:
Die Behörden hätten Dennis retten können
Im Bericht über die Arbeit der Ämter in Cottbus werden erschütternde Mängel an Verantwortungsbereitschaft deutlich
Seit seiner Geburt war der kleine Dennis bei den Behörden in Cottbus bekannt. Sein Tod blieb trotzdem über Jahre unbemerkt, weil Ämter ihre Rechtspflichten verletzt haben. Wenn konsequent gehandelt worden wäre, könnte Dennis leben.
Von Katja Bauer, Berlin
Es gibt ein einziges kleines, tröstliches Detail im Fall des qualvoll verhungerten Dennis. Zweieinhalb Jahre nach dem Tod des kleinen Jungen aus Cottbus, zweieinhalb Jahre nachdem die Mutter den Körper ihres Kindes in die heimische Tiefkühltruhe verfrachtet hatte, gab es tatsächlich einen Menschen, der misstrauisch wurde. Im Sozialamt saß eine Frau, die im Juni 2004 plötzlich an der Geschichte zweifelte - vielleicht zweifelte sie auch schon lange, und dieser Zweifel wurde aus irgendeinem Grund erst jetzt stark genug für einen Impuls zum Handeln. Streng genommen war sie für diesen Zweifel gar nicht zuständig. Das Tröstliche: es gibt also theoretisch die Möglichkeit, solch ein Geschehen zu verhindern. Das Schreckliche: niemand hat diese Möglichkeit für Dennis genutzt.
Ein am Dienstag vom brandenburgischen Jugendministerium im Landtag vorgelegter Bericht offenbart jetzt erschreckende Mängel an Kommunikation zwischen den Ämtern, Schlamperei in Behörden und sogar Verstöße gegen Rechtspflichten. Aus dem Bericht geht hervor, dass vor allem die Schule und das Schulamt nicht getan haben, was sie hätten tun müssen. "Dennis könnte heute noch leben", sagte Bildungsminister Steffen Reiche (parteilos). Die staatlichen Stellen hätten es versäumt, geltendes Recht anzuwenden.
Als Dennis 2001 - im Jahr seines Todes - schulpflichtig war, aber von den Eltern bei der Schule nicht angemeldet wurde, schrieb die Schule zwar an die Eltern, und es gab auch einen Hausbesuch (bei dem niemand die Türe öffnete). Das Schulamt sah aber von einem Bußgeldverfahren ab, weil die Eltern Sozialhilfeempfänger seien und so die Durchsetzung eines Bußgeldes nicht möglich sei. Damit ließ man den Fall auf sich beruhen. Niemand griff zum Hörer und alarmierte das Jugendamt oder das Gesundheitsamt für eine schulärztliche Untersuchung. Im Jahr darauf wurde Dennis" kleiner Bruder schulpflichtig. Schule und Jugendamt spannten sich immerhin so weit zusammen, dass die Eltern zur Schule gefahren wurden. Hier erzählte die Mutter dann erstmals die erlogene Geschichte von der Diabeteserkrankung des kleinen Dennis, die einen Aufenthalt in einer Berliner Klinik notwendig mache. Das war es. Doch der Junge war schon lange tot.
"Dennis wurde als krank im Klassenbuch registriert", heißt es in dem Bericht für die Schuljahre 2002/2003 und 2003/2004. Das Schulamt forderte kein Attest an, wie es die Vorschriften bereits nach zwei Wochen vorsehen. Es erkundigte sich nicht nach der Klinik, in der sich das Kind angeblich aufhielt - auch in Krankenhäusern besteht weiterhin Schulpflicht, und es wird unterrichtet. Niemand wollte das Kind besuchen, niemand ihm schreiben, ein Bild von der Klasse schicken.
Dennis" Vater teilte dem Sozialamt mit, wegen des Klinikaufenthalts keine Beihilfe zum Klassenwechsel zu brauchen. Keiner im Sozialamt wunderte sich, wieso über Jahre keine Rechnungen der Klinik aufliefen. Das Jugendamt unternahm schlicht gar nichts mehr. Es habe "nur noch sporadische Kontakte" zur Familie gegeben - zweimal wurde telefoniert, einmal kam ein Hausbesuch. Weil es dabei um die Schule schwänzenden Geschwister des Jungen ging, wurde "die Situation von Dennis nur am Rande angesprochen". Warum im Juni 2004 im Sozialamt plötzlich Zweifel aufkamen, ist nicht geklärt. Tags darauf fanden Polizisten den Leichnam in der Kühltruhe in der Küche. Die Obduktion ergab, dass das Kind verhungert war.
Der Bericht befasst sich vor allem mit der Frage, warum Dennis" Tod nicht früher bemerkt wurde. Ganz nebenbei hält das Ministerium fest, für den Tod selbst sei das Verhalten der Behörden "nicht ursächlich" gewesen. Das Papier offenbart aber noch etwas: Ein anderes Verhalten der Behörden hätte durchaus ursächlich fÀ¼r das Überleben von Dennis sein können. Viele Lebensjahre lang wurde das Kind von Amtsträgern beobachtet. Sie begegneten ihm, ob zuständig oder nicht, sie sahen ihn. Es gab immer wieder Kontakte mit dem Jugendamt "allerdings keine formellen Hilfen wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft". Mitarbeiter des Sozialamts waren immer wieder zu Besuch in der Wohnung, weil die Familie Anträge für einzelne Leistungen gestellt hatte.
Niemand reagierte. Dazu heißt es in dem Bericht: "Die Situation von Dennis hat dabei keine Rolle gespielt. Es scheint auch keine Nachfragen dazu gegeben zu haben."
Aktualisiert: 30.06.2004, 06:15 Uhr
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/757245
Achim
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