Name: Mary Permalink: http://tierrechtsforen.de/2/6690/6784
Datum: 02.09.08 19:51
Zitat:
Muß ich nicht. Ich muß auch nicht das ganze Unversum absuchen um zu wissen, daß in den Wänden keine Elfen wohnen, der Osterhase keine Eier legt und es keine keine gerade Primzahl über 2 gibt.
Natürlich musst du das nicht. Wenn du aber einen Menschen auf solch gravierende Art und Weise angreifst, seine Überzeugungen als lächerlich betitelst und sozusagen als i-Tüpfelchen die Nichtexistenz Gottes als bewiesen hinstellst, dann ja. Da du es nicht kannst, ist für mich die Diskussion diesbzgl. vollkommen überflüssig, das ähnelt einer Streiterei mit einem bockigen Kleinkind, die ebenso sinnlos ist.
Wissen ist in irgendeiner Form belegbar. Alles andere ist reine Annahme und somit Glaubenssache. Auf metaphysische Fragen, die die Existenz von Göttern, den eigentlichen Sinn des Lebens etc. betreffen, kann es keine einheitliche Antwort geben, das entscheidet nun mal jeder im Verlauf seines Lebens aufgrund zahlreicher Erfahrungen und Eindrücke ganz für sich allein.
Zitat:
Siehe auch Gottesbeweis und Unsichtbares rosa Einhorn.
Tja, dieser nette kleine Cartoon spiegelt aber nun mal nur deine Ansicht bzgl. dieser Thematik wieder. Mehr nicht. Deine Ansicht basiert, ebenso wie meine, auf Glauben und hat demnach keinen geringeren oder größeren Stellenwert als meine oder die irgendeiner andereren Person.
Zitat:
Danke. Wobei ich fürchte, daß Du das gar nicht als Kompliment meinst, weil Dir die Einsicht fehlt und Du "Toleranz" für Rassismus, Speziesismus, Theismus etc. für etwas Positives hältst ...
Für was fehlt mir denn die Einsicht, deiner Meinung nach? Für deine Überzeugung, die nicht auf Fakten sondern auf Annahme basiert? Übrigens auch eine Form von Glauben.
Speziesismus, Sexismus und Rassismus lehne ich vollkommen ab.
Was all diese Dinge allerdings mit dem Glauben an eine Gottheit zu tun haben, ist mir doch ziemlich schleierhaft.
Ich bin ein wirklich toleranter Mensch und es fiele mir nicht im Traum ein, einen Atheisten aufgrund seines "Glaubens" (letztendlich glaubt er ebenso wie ich auch, nur mit dem Unterschied, dass für ihn eben kein Gott existiert) zu verurteilen. Dazu habe ich nicht das Recht, denn nicht umsonst heißt es eben nicht Wissen, sondern Glauben. Schlag mal die Definition dieses Wortes im Wörterbuch nach. Und glauben kann jeder, was er möchte, so lange dies den Bereich der Metaphysik nicht verlässt. Sobald jemand der festen Überzeugung ist, dass Kühe lila wären und Regenwürmer Flügel hätten, kann man ihm selbstverständlich durch vorhandene Fakten (und damit Wissen) aufzeigen, dass er im Irrtum ist. Jemanden, der glaubt, Hitler wäre ein guter Mensch gewesen, kann man in ein KZ schleppen und ihn somit mit der unverblümten Wahrheit konfrontieren.
Was den Glauben an Gott betrifft, so existiert Wahrheit nicht. Wer darauf Anspruch erhebt, hat wahrlich nichts begriffen und darf sich, zurecht, als intoleranten Menschen bezeichnen.
Dass nicht jeder Mensch mit Spiritualität etwas anfangen kann, ist (durch eine Vielzahl an Atheisten) belegt. Über Annahmen zu urteilen, die man aufgrund eines vorhandenen Mangels (nämlich der fehlenden Perspektivenvielfalt und ebenso fehlenden hohen Toleranzschwelle) nicht nachvollziehen oder verstehen kann, ist verwerflich und reichlich primitiv, erst recht dann, wenn solch eine Person auf anderen Gebieten mental und ethisch vielen Menschen um einiges vorraus ist.
Ich verurteile es strikt, dass Tiere für unsere Nahrung getötet werden. Denn ich glaube nicht nur, dass sie Schmerz und Leid ebenso wie wir empfinden, nein, ich weiß es. Alle wissen es und trotzdem schauen die meisten von ihnen weg. Und das akzeptiere ich nicht. Ich weiß, dass die Erde rund ist, Kühe nicht lila sind und der Papst ein Deutscher ist. Aber ich weiß nicht, ob Gott existiert. Ich glaube es. Wer es nicht glaubt, auch gut. Radikale Positionen auf beiden Seiten sind schlichtweg eine Fehlinvestition der körpereigenen Energie, die man eher in die Befreiung von Tieren aus Mastbetrieben oder die Behandlung und Versorgung von Aidswaisen stecken sollte.
Diese Art von Glauben zu bekämpfen bedeutet, auch die Meinungsfreiheit zu bekämpfen. Ich weiß nicht, welchen Platz dieser Erde du dein Zuhause nennst, ich aber bin sehr froh und glücklich, in demokratischen Verhältnissen mit entsprechenden Grundrechten leben zu können und nicht unter einer Diktatur leiden zu müssen.
|
|