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 Bildschirmverbot für Hitlers Forelle
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: http://tierrechtsforen.de/2/6412/6904

Datum: 13.01.09 17:18
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Streit in Belgien um TV-Kochshow


Im belgischen TV hat Forelle Müllerin mit Buttersauce für erheblichen Wirbel gesorgt. TV-Koch Meus wollte das Gericht in der Show "Lieblingsgericht" vorstellen - als Leibspeise Adolf Hitlers. Nach zahlreichen Protesten wurde die Folge abgesetzt. Nun wird das Lieblingsessen der Callas nachgekocht.

Von Christopher Plass, HR-Hörfunkstudio Brüssel



[Bildunterschrift:
Hitler Lieblingsgericht "niet op tv": Screenshot der Website von TV-Koch Jeroen Meus ]
Darf das sein? Adolf Hitler im Mittelpunkt einer TV-Kochshow? Genau genommen ging es nicht um den Tyrannen selbst, sondern um sein Lieblingsgericht. Der belgische öffentlich-rechtliche Fernseh-Kanal Canvas, der zum flämischen Fernsehverbund gehört, glaubte, eine besonders originelle Idee zu haben. Im Rahmen einer Koch-Serie sollte an diesem Dienstagabend das Leibgericht des Nazi-Führers vorgekocht werden. In den letzten Wochen war der Gaumen von Künstlern wie Jacques Brel oder Salvador Dalí im Rahmen dieser Reihe gewürdigt worden.

Diesmal verstieg sich der junge TV-Koch Jeroen Meus – eine Art belgischer Tim Mälzer – jenseits der Welt der Kunst: "Es ist ein sehr einfaches Gericht. Hitler war doch damals der mächtigste Mann der Welt", sagt der Koch in der bereits aufgezeichneten Folge. "Er hätte Kaviar haben können. Aber es ist eine einfache Forelle." Forelle Müllerin mit Buttersauce – das wollte der Jung-Koch zelebrieren - wie er fand, passend zubereitet vor einem Alpen-Panorama. So sieht man ihn in den bereits bekannten Ausschnitten der TV-Reihe, deren 5. Folge man am Abend um 21.10 Uhr hätte sehen können.
"Nächstes Jahr geht es um die Fahrradroute"



[Bildunterschrift:
Der Diktator, der überwiegend vegetarisch aß, soll Forelle Müllerin zu seinem Lieblingsgericht erkoren haben. ]
Hätte. Denn in den vergangenen Tagen hatte sich öffentlicher Widerstand gerührt. Zuallererst in Kreisen der jüdischen Gemeinde von Antwerpen. Antwerpen hat heute wieder eine zahlenmäßig recht große jüdische Gemeinde. Überall im jüdischen Viertel der flämischen Metropole finden sich aber Gedenktafeln, die daran erinnern, wie viele jüdische Bewohner Antwerpens während der Nazi-Zeit und der deutschen Besetzung deportiert und ermordet wurden.

Das Antwerpener Stadtrats-Mitglied Claude Marinower, ein Politiker der Liberalen, hatte sich denn auch im Fernsehen beschwert: "Das führt zur Banalisierung. Dieses Jahr ist es das Lieblingsgericht, nächstes Jahr geht es um die bevorzugte Fahrradroute Hitlers. Es gibt zu wenig Nachdenklichkeit. Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Und nicht nur die jüdische Gemeinde reagiert empfindlich darauf."
Neues Thema: Das Lieblingsgericht der Callas

Canvas, der 2. Kanal des Flämischen Fernsehens, bewegt sich normalerweise auf hohem Niveau. Es ist das Beste, was Belgiens TV-Kanäle intellektuell zu bieten haben: gute Dokumentationen, ausgesuchte Spielfilme, Reportagen, eine Art Arte in Belgien. Deswegen verteidigten die Macher auch lange ihr Projekt: Niemand könne dem Programm vorwerfen, dass es Hitler und sein Mord-Regime banalisiere. Die vielen historischen Dokumentationen sprächen dagegen. Außerdem sollte TV-Koch Meus zu Beginn der Sendung sagen, dass Hitler ausdrücklich nicht "menschelnd" dargestellt werden solle. Und er macht sich in dem Programm auch über den Diktator lustig, der auch den schönsten Wein noch mit Zucker versüßt habe.



[Bildunterschrift:
Nun erfahren die belgischen Fernsehzuschauer, was Maria Callas am liebsten auf dem Teller hatte. ]
Am Ende hat sich der Sender doch dem öffentlichen Druck gebeugt. Es gab auch Sorgen in der Presse, dass das Koch-Spektakel vor allem für Neonazis reizvoll sein könnte. Bei der Auswahl des Ersatz-Programms ging man wieder in die unverdächtige Welt der Kunst. Wer die Sendung "Das Lieblingsgericht" am Abend einschaltet, wird erfahren, wobei der Sängerin Maria Callas das Wasser im Mund zusammenlief.

http://www.tagesschau.de/ausland/hitlersforelle102.html

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