Veganismusforum
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 Re: Gesundheitsargumente
Name: Tanja Permalink: http://tierrechtsforen.de/2/7564/7598

Datum: 04.03.03 11:19
Dieser Beitrag wurde 6798 mal gelesen

Hallo Reina,

> Gesundheitliche Aufklärung über den Konsum bestimmter
> ungesunder Produkte ist nicht deshalb unvernünftig, weil es
> auch sonst noch andere ungesunde Verhaltensweisen gibt.
> Verallgemeinernde Betrachtungen über eine [vollwertige und
> ausgewogene] vegane Ernährung sind prinzipiell natürlich
> zulässig und z.T. auch notwendig.

Notwendig sicher, um auf "Veganer haben alle Mangelerscheinungen und werden sowieso krank" - Geschwätz antworten zu können. Aber mit den gesundheitlichen Vorteilen zu werben, ist auch deshalb schlecht, weil es bisher auch noch keine (jedenfalls mir bekannten) gesicherten Erkenntnisse gibt, daß eine "vollwertige und ausgewogene" Ernährung mit Leichen, Milch, Eiern etc. ungesund ist. Also was willst Du erreichen? Daß jemand sagt "ok, ab heute trinke ich nur noch ein Glas Milch pro Tag"? Was nützt das den Tierrechten?


> (siehe z.B. http://www.rauchen.de/gifte/neuro.htm) Wieviele
> Kokainabhängige entsagen ihrer üblen Angewohnheit nach dem
> ersten Polizeibesuch oder der Aufklärung über die ethischen
> Hintergründe des Drogenhandels ? Da liessen sich per
> Analogieschluss noch ganz andere Erkenntnisse ableiten...

Du willst nicht wirklich auf der "tierl. Produkte machen süchtig"-Schiene fahren, oder?


> Die meisten Menschen sind sich der enormen gesundheitlichen
> Gefahren von Tierprodukten in ihrer Ernährung auch gar nicht

Bitte nenne mir doch seriöse Quellen, in denen die die enormen gesundheitlichen Gefahren aufgeführt werden.


> Ich selbst kenne mehrere Menschen, die erst aus
> gesundheitlichen Gründen ihren Tierproduktkonsum stark
> einschränkten und erst später bzw. gerade durch diese
> Umstellung für die Tierumgangsproblematik empfänglich wurden.

"Tierumgangsproblematik" ist nett ausgedrückt.... Was meinst Du damit? Kaufen die nun nur noch "ein paar Eier die Woche vom Biobauern um die Ecke"? Oder wurde irgendjemand dadurch vegan oder gar zum Tierrechtler? Und selbst wenn einigen wenigen das so ergangen ist: Was hätte dagegen gesprochen, sie direkt auf Tierrechte anzusprechen? Wärst du nicht auch sehr mißtrauisch, wenn jemand nur nicht mehr vergewaltigt, weil er zu große Angst vor HIV hat und dann auf einmal für Menschenrechte empfänglich wird?



> Der durchgängige Tierproduktkonsum verleitet offenbar viele
> Menschen dazu, aus Bequemlichkeit oder Angst vor Veränderung
> an ihren speziesistischen Wahrnehmungsklappen festzuhalten.

Und diese Angst kann man bekämpfen, indem man Angst vor etwas anderem (hier: Konsum tierl. Produkte) schürt? Ich finde, spätestens hier wird klar, wie wenig sinnvoll solch eine Vorgehensweise ist.

> Es behauptet auch niemand, dass gesundheitliche Argumente
> ethische ersetzen sollten bzw. diese überflüssig machen
> würden. Jeder Tierrechtler weiss, wie schwierig es ist,
> Menschen dazu zu bringen, sich der Verantwortung für ihr
> Verhalten zu stellen und ihre grundlegenden Gewohnheiten zu
> ändern. Deshalb sollten wir alle uns zur Verfügung stehenden
> Mittel der Überzeugung sinnvoll ausschöpfen.

Und jetzt habe ich leider immer noch nicht verstanden, warum es nicht sehr viel besser sein sollte, andere Menschen mit Tierrechten zu konfrontieren anstatt ihnen Angst vor z.B. Mutter-Milch von Kühen (die Mutter-Milch von Ziegen wird momentan immer gefragter...) zu machen.


> Zweifel an der Aussagekraft von Tierversuchen oder der "Jagd
> als Naturschutz" sind ethisch ebenfalls irrelevant, aber
> sollten wir diese rational beweisbaren und das grundlegende
> Verständnis vieler Menschen prägenden Argumente einfach unter
> den Tisch fallen lassen ? Ethische Konzepte können ungerecht
> bzw. widersprüchlich sein oder gegen allgemein anerkannte
> Regeln verstossen, grundsätzlich beweisbar sind ethische
> Ansprüche hingegen leider nicht. (Wozu Ethik... ?)


Tja, beweise Ethik. Müssen wir nun also für jede Tierrechtsforderung einen Beweis, der der speziesistischen Logik entspricht, anbringen, um Tierrechte voranzubringen?
Reicht es nicht, mit z.B. der Nichtübertragbarkeit von Versuchen an nichtmenschlichen Tieren auf Menschen kontern zu können, wenn jemand mit "Tierversuche sind notwendig für die Menschheit" kommt? Muß nicht dann sofort aber weiter tierrechtlerisch arguemtiert werden, um zu vermeiden, daß derjenige zwar nun Angst hat, ein Medikament, welches neu auf dem Markt ist, einzunehmen, sich aber weiterhin sicher nicht für Tierrechte interessiert?

> Zudem gilt es auch auf einen politischen Paradigmenwechsel
> hinzuarbeiten. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass in einer
> Demokratie Tierrechte politisch gegen den Mehrheitswillen
> durchgedrückt werden könnten. Ein Umsteuern in der
> Gesundheits- und Agrarpolitik hin zu beweisbar gesunden

Dann beweise mal, daß das Nutzen der Häute anderer Tiere ungesund ist. Und ist das Reiten auf Pferden z.B. nicht ein sehr "gesunder Sport" (für Menschen, sicher nicht für die Pferde)?


> Alternativen scheint viel eher denkbar. Leider bleibt

Jedem Vergewaltiger eine Gummipuppe?


> resümierend festzustellen, dass solche politischen Schritte
> weitaus spürbarere Konsequenzen hätten, als sie alle bisher
> geleistete Tierrechtsarbeit gehabt hat.


Wo ist das festzustellen?


> Das Recht der Tiere gilt es erst herzuleiten und zu
> erkämpfen. Hier geht es nur darum, alle argumentativen
> Möglichkeiten auszuschöpfen. Zudem wird aufgezeigt, das die

Ich hoffe, ich habe noch mal genauer erläutert, warum diese Argumente gar keine "Möglichkeiten" für Tierrechte sein können.


> tierausbeutende Industrie auch noch ganz andere Verbrechen
> begeht, die Täterschaft ist hier vielschichtiger.


Ja. Täter ist jeder, der morgens sein "Frühstücksei" frißt. Und das muß ihm gesagt werden. Wenn man ihn mit den Verbrechen der "tierausbeutenden Industrie" konfrontiert, gibt´s eben "Eier vom Nachbarn"....


> Viele Leser stossen auf meine Tierrechtstexte z.B. über eine
> Google-Suche nach Gesundheitsbegriffen.


Fragte ich ja schon oben: Werden die dann vegan/Antispeziesisten?


> Zudem wäre es auch dumm, sich angesichts der oft geschührten
> gesundheitlichen Vorurteile gegen den Veganismus nicht in die
> Offensive zu begeben und aufzuzeigen, was hier dann wirklich
> propagiert wird - ethisch, gesundheitlich, ökologisch und
> ökonomisch.

Nein. Diese Argumente defensiv da anzuführen, wo jemand meint, er brauche die Milch anderer Tiere, um zu überleben, ist sicher sinnvoll; mehr allerdings nicht. Es gibt bestimmt 1000de Studien, die belegen (?), daß der Konsum tierl. Produkte ("in Maßen") sehr gesund ist, wie willst du also mit irgendwelchen ziemlich unseriös erscheinenden Publikationen in die Offensive gehen? Und noch mal: Was nutzt das den Tierrechten?


> Ich kann auch nicht begreifen, welchen konkreten Vorteil nun
> ein Löschen der Textabschnitte bringen sollte, in denen ich
> die Problematik von Tierprodukten in der Ernährung des

Hm, ich glaube, daß ich mich einige Male wiederholt habe, hoffe, daß klar geworden ist, was ich meine.
Du kannst nun mal keine "Beweise" anbringen, solange es 1000 Gegenbeweise gibt. Damit machst Du Dich selbst unglaubwürdig und die Leute werden Deine Forderung nach Tierrechten nur belächeln.

Tanja

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 ab hier geht JEDE IHREN eigenen weg  o.T.   neu 
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