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antiSpe Fragen und Antworten:
kopfläuse?

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 19

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kopfläuse?

Autor: spaghetti | Datum:
hallo!

entweder bin ich zu dämlich um die suchfunktion zu benutzen, oder diese frage wurde tatsächlich noch nicht gestellt... bitte also um verzeihung, wenn ich die frage tatsächlich zum fünfhundertsten mal stelle, aber ich habe keinen entsprechenden beitrag im forum gefunden.

also, meine schwester hat 3 kinder und die kommen regelmäßig mit kopfläusen aus der schule heim (seit dem DDT-verbot scheinen sich die lausbestände langsam wieder zu erholen).

sie tötet die kopfläuse regelmäßig mit lausshampoo o.ä. mich persönlich stellt das vor ein ethisches dilemma - einerseits kann man die kinder ja nicht voller läuse herumlaufen lassen (abgesehen davon, dass die kinder dann bald sozial isoliert wären, würde man auch probleme mit der schulleitung kriegen), andererseits kann man beim töten von kopfläusen ja nicht wirklich von notwehr** reden... kopfläuse zu vertreiben, ohne sie zu töten ist aber m.w. unmöglich.

wie geht ihr mit solchen situationen um?

lg spaghetti


**) nur zur erklärung: ich persönlich habe es bisher nur dann ethisch vertretbar gefunden ein lebewesen zu töten, wenn es mein leben gefährdet (z.b. fuchsbandwurm/mensch/bär/wolf/whatever, der mich umbringen will). bei kopfläusen, flöhen & co liegt der fall irgendwie problematischer...

nachtrag

Autor: spaghetti | Datum:
(nur um missverständnisse zu vermeiden: was die wölfe und bären angeht - natürlich rede ich hier nicht von "vorsorglich töten", sondern nur dann, wenn sie mich angreifen und es keine fluchtmöglichkeit gibt... ist allerdings sowieso völlig utopisch, weil ich gegen einen angreifenden bären nicht die geringste chance hätte ;-))

Re: kopfläuse?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Das töten von Kopfläusen ist ein unvermeidbares, ethisches Dilemma, schließlich ist das ein Angriff auf meine körperliche Integrität und als Träger von Krankheiten sind Läuse sogar gefährlich.

Wir sind ja Veganer und keine Masochisten - es geht nunmal um die Vermeidung des Vermeidbaren - und unser ethisches Existenzrecht und Recht auf körperliche Unversehrtheit besteht genauso wie das aller anderen Tiere. Der Mensch steht schließlich nicht außerhalb veganer Prinzipien.

Wenn eine andere Lebensform mein Recht auf körperliche Unversehrtheit beeinträchtigt, egal ob bewusst (Triebmörder) oder unbewusst weil sie genetisch so codiert sind (Kopfläuse), und ich kann mein Recht auf körperliche Unversehrtheit *nur* aufrechterhalten wenn ich die angreifende Lebensform töte, dann stellt die Tötung der Lebensform ein unvermeidbares, ethisches Dilemma dar. Veganismus bedeutet nunmal nicht, Angriffe auf ethische Rechte der eigenen Person über sich ergehen zu lassen.

Wie das dann juristisch aussieht, ist eine ganz andere Frage. Sicherlich ist es gesetzlich weniger problematisch ein Insektizidshampoo zu verwenden als einem Triebmörder mit ein zwei geschickten Griffen das Genick zu brechen.

Re: kopfläuse?

Autor: spaghetti | Datum:
hallo ava odoemena! :-)

wow! vielen dank für die ausführliche und hochinformative antwort!!

> Veganismus bedeutet nunmal nicht, Angriffe auf ethische
> Rechte der eigenen Person über sich ergehen zu lassen.

da kann ich nur 100%ig zustimmen. die frage ist halt nur immer, wo man die grenze setzt... eine stechmücke z.b. vorsichtig zu verscheuchen und bei erfolglosigkeit ein paar bisse zu riskieren, finde ich durchaus tragbar (ein bisschen kratzen schadet ja nicht). genauso kann man z.b. lebensmittelmotten die nudeln o.ä., in die sie sich einquartiert haben schenken (d.h. sie samt proviant aus der wohnung transportieren) und für die zukunft luftdichte gefäße zur lebensmittelaufbewahrung kaufen etc. viele "lästige" wesen kann man ja entweder tolerieren, den kontakt vermeiden oder im fall des falles sie auch wieder loswerden, ohne ihnen etwas anzutun.

wenn sich aber z.b. kakerlaken in meiner wohnung breitmachen würden, hätte ich damit aber schon ein großes problem - obwohl die kakerlaken mich körperlich gar nicht angreifen. allerdings würde (spätestens, wenn aus den kakerlaken eine kakerlakenkolonie geworden ist) mich meine vermieterin ziemlich umgehend vor die tür setzen... wäre das für dich auch so ein fall? wo und wie setzt du diese grenzen?

> Sicherlich ist es gesetzlich weniger problematisch ein
> Insektizidshampoo zu verwenden als einem Triebmörder mit ein
> zwei geschickten Griffen das Genick zu brechen.

obwohl zweiteres durchaus gerechtfertigt wäre, würde es vor dem richter vermutlich besser aussehen, wenn man den triebmörder nach vorangegangenem kampf erschlägt ;-).

lg spaghetti

Re: kopfläuse?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
spaghetti schrieb:

> hallo ava odoemena! :-)

Ach jetzt kommt mir erst langsam wer du bist:-) Solltest du die sein, von der ich ausgehe, freut es mich ja riesig dass du so enthusiastisch zum Veganismus gefunden hast.

> da kann ich nur 100%ig zustimmen. die frage ist halt nur
> immer, wo man die grenze setzt... eine stechmücke z.b.
> vorsichtig zu verscheuchen und bei erfolglosigkeit ein paar
> bisse zu riskieren, finde ich durchaus tragbar (ein bisschen
> kratzen schadet ja nicht).

Finde ich auch, zumindest in Europa. In Malariagebieten sieht das natürlich anders aus.

> genauso kann man z.b.
> lebensmittelmotten die nudeln o.ä., in die sie sich
> einquartiert haben schenken (d.h. sie samt proviant aus der
> wohnung transportieren) und für die zukunft luftdichte gefäße
> zur lebensmittelaufbewahrung kaufen etc.

Genau, wobei bei befallenem Gut, welches gekocht werden kann nicht alles den Motten überlassen werden muss, 10% reicht und den Rest halt waschen und gleich verarbeiten und notfalls einfrieren.

> viele "lästige"
> wesen kann man ja entweder tolerieren, den kontakt vermeiden
> oder im fall des falles sie auch wieder loswerden, ohne ihnen
> etwas anzutun.

Ja z. B. Trauerfliegen. Ich züchte Speisepilze auf Stroh in der Wohnung und hatte die ersten Wäschkörbe / Strohpelletballen nicht gegen Trauerfliegen abgeschirmt und nun sind wir halt nicht zu dritt in der Wohnung, sondern zu 487:-) Trauerfliegen sind winzig klein und können schon sehr nervig sein weil sie einem so wackelig vor dem Gesicht herumfliegen und auch mal in die Nase. Da Feuchtigkeit sie magisch anzieht gibt es ab und zu mal einen unabsichtlichen Kamikaze-Freitod in das dampfende Essen hinein, oder in die volle Badewanne. Wenn der Frost vorbei ist kommen die Körbe allerdings auf den Balkon und dann ist in der Wohnung wieder Ruhe. Die von anderen Pilzzüchtern heraufbeschworene große Plage ist ausgeblieben, aber es sind gerade z. B. zwei auf meinem Monitor:-) Zwei Weibchen. Manchmal kommt auch ein noch kleineres Männchen dazu und dann machen die unanständige Sachen auf meinem Monitor und ich werde unfreiwillig Zeugin hemmungslosen Fliegenpornos. Das Zimmer in dem ich sitze ist ansonsten ja dunkel, neben dem Rechner habe ich außen eine blaue Kaltkathodenleuchte installiert und dann kommen die natürlich. Trauerfliegen ernähren sich vom Substrat und ihre Larven vom Pilzmyzel, man darf das Substrat nicht zu feucht halten dann ist Anzahl noch erträglich.

> wenn sich aber z.b. kakerlaken in meiner wohnung breitmachen
> würden, hätte ich damit aber schon ein großes problem -
> obwohl die kakerlaken mich körperlich gar nicht angreifen.

Uah, Kakerlaken. Nunja, Kakerlaken sind vor allem Nahrungsverunreiniger (Kot) und auch Krankheitsüberträger. Problem bei denen ist, dass die, wenn man alle Lebensmittel kakerlakensicher verschlossen hat auch zur Not Tapete und Haare knabbern können usw. und nicht mehr aus der Wohnung zu bekommen sind.

Es gibt also schon gute Gründe, Kakerlaken aus der Wohnung zu verdrängen. Ich habe jetzt keine Kakerlaken-Phobie, ich mag in meinem Sichtfeld überhaupt keine Überraschungen, sei es eine schnell rennende Kakerlake, ein Fußball, eine Ostberliner Straßenbahn, eine Bekannte die mich ohne Vorwarnung begrüßt indem sie vor mich hüpft und hallo schreit, oder die wedelnde Hand meines Mannes der gerade meine Fraktal-Hypnose, ausgelöst von einem Romensco Gemüse unterbricht. Man wird doch nochmal staunen dürfen. Gut, ich hätte vielleicht nicht mitten im Gang stehenbleiben sollen damit die Leute mit ihren Einkaufswägen vorbeikommen:-)

> allerdings würde (spätestens, wenn aus den kakerlaken eine
> kakerlakenkolonie geworden ist) mich meine vermieterin
> ziemlich umgehend vor die tür setzen... wäre das für dich
> auch so ein fall? wo und wie setzt du diese grenzen?

Ich versuche diese Grenzen mit Prävention zu umgehen. Dann kommt es darauf an, ob etwas für mich eine Beeinträchtigung oder Bedrohung darstellt. Zwei Trauerfliegen auf meinem Monitor stören mich nicht, 2000 schon. Von Trauerfliegen geht m. E. keine Gesundheitsgefahr aus, von Kakerlaken schon. Schnaken in Europa sind (noch) kein Problem - Zecken schon usw...

> > Sicherlich ist es gesetzlich weniger problematisch ein
> > Insektizidshampoo zu verwenden als einem Triebmörder mit ein
> > zwei geschickten Griffen das Genick zu brechen.

> obwohl zweiteres durchaus gerechtfertigt wäre, würde es vor
> dem richter vermutlich besser aussehen, wenn man den
> triebmörder nach vorangegangenem kampf erschlägt ;-).

Das weiss ich nicht, mir stehen juristische Detailinformationen in dieser Tiefe nicht zur Verfügung. Ach so, jetzt schnall ichs. Böser, schwarzer Humor, schäm dich:-)

Re: kopfläuse?

Autor: spaghetti | Datum:
hallo!

> Ach jetzt kommt mir erst langsam wer du bist:-) Solltest du
> die sein, von der ich ausgehe, freut es mich ja riesig dass
> du so enthusiastisch zum Veganismus gefunden hast.

ja, genau! wir haben uns schon über veganes essen für katzen (anlässlich deines artikels) etc. unterhalten. :-) hab vor einer woche zwei schützlinge aus dem tierheim aufgenommen und versuche gerade, ihnen die vegane lebensweise schmackhaft zu machen.

> Finde ich auch, zumindest in Europa. In Malariagebieten sieht
> das natürlich anders aus.

klar, ich hab ja nur von unseren harmlosen steckmücken gesprochen - also die, von denen man nur sich nur ein bisschen kratzen muss.

> Ja z. B. Trauerfliegen. Ich
> züchte Speisepilze auf Stroh in der Wohnung und hatte die ersten Wäschkörbe / Strohpelletballen nicht gegen Trauerfliegen abgeschirmt und nun sind wir halt nicht zu dritt in der Wohnung, sondern zu 487:-).

jaaa, die trauermücken kenne ich auch!! bei mir war der grund, dass ich meine blumen einige zeit zu intensiv gegossen habe. jetzt halte ich die blumen wieder trockener und habe nur mehr 24 statt 947 trauermücken in untermiete. die versuchen auch regelmäßig, sich in meinem karottensaft zu ertränken. ;-)

die info mit den pilzen ist übrigens cool! ich hab nämlich eine totale schwäche für austernpilze (gebraten sind die sowas von lecker)! klappt das gut mit der pilzkultur zu hause? (hab mich sowieso schon dran gewöhnt, trauermücken aus meiner badewanne zu retten).

> Es gibt also schon gute Gründe, Kakerlaken aus der Wohnung zu
> verdrängen. Ich habe jetzt keine Kakerlaken-Phobie, ich mag
> in meinem Sichtfeld überhaupt keine Überraschungen, sei es
> eine schnell rennende Kakerlake, ein Fußball, eine
> Ostberliner Straßenbahn, eine Bekannte die mich ohne
> Vorwarnung begrüßt indem sie vor mich hüpft und hallo
> schreit, oder die wedelnde Hand meines Mannes der gerade
> meine Fraktal-Hypnose, ausgelöst von einem
> > Romensco Gemüse unterbricht. Man wird doch nochmal
> staunen dürfen. Gut, ich hätte vielleicht nicht mitten im
> Gang stehenbleiben sollen damit die Leute mit ihren
> Einkaufswägen vorbeikommen:-)

LOOOOOOOOL! ;-D

> Ich versuche diese Grenzen mit Prävention zu umgehen. Dann
> kommt es darauf an, ob etwas für mich eine Beeinträchtigung
> oder Bedrohung darstellt.

ja, mit der prävention klappt das auch bei mir sehr gut. ich hab z.b. alle nudeln, getreide etc. in luftdichte große gläser verpackt und mit kleidermotten hat man als veganer ja sowieso kein problem. und um es mit in unseren breiten mit kakerlaken zu tun zu kriegen, müsste man seine wohnung schon ziemlich schlimm verdrecken lassen. mir ist es halt nur ums prinzip gegangen - also das "was-wäre-wenn".

> so, jetzt schnall ichs. Böser, schwarzer Humor, schäm dich:-)

bin schon dabei! *schäääm* ;-)

lg spaghetti

Re: kopfläuse?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
spaghetti schrieb:


> die info mit den pilzen ist übrigens cool! ich hab nämlich
> eine totale schwäche für austernpilze (gebraten sind die
> sowas von lecker)! klappt das gut mit der pilzkultur zu
> hause?

Ja, vor kurzem habe ich meine erste große Ernte Braunkappen eingefahren. Ich produziere auch mein eigenes Vitamin D indem ich sie vor der Ernte 3 Stunden mit einem Gesichtsbräuner bestrahle. Im Sommer setzte ich Wäschekörbe vor der Ernte einfach in die Mittagssonne. Das lustige ist: die werden dunkler, vor allem die Austernpilze. Es gibt hier im Forum auch einen Pilzthread von mir, ich bin jetzt aber zu faul um die Verknüpfung rauszusuchen:-)

> (hab mich sowieso schon dran gewöhnt, trauermücken aus
> meiner badewanne zu retten).

Ja, ich auch, geht halt nur wenn das Wasser schon etwas abgekühlt ist.

Oh, da fällt mir auf dass ich Romanesco Gemüse falsch geschrieben habe. Ich nenn den sowieso lieber Fraktal-Broccolie.

> gläser verpackt und mit kleidermotten hat man als veganer ja
> sowieso kein problem.

Stimmt, da habe ich noch gar nicht dran gedacht.

> bin schon dabei! *schäääm* ;-)

fg

Vitamin D-Produktion durch Pilzsonnen | Orthografie

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Ja, vor kurzem habe ich meine erste große Ernte Braunkappen
> eingefahren. Ich produziere auch mein eigenes Vitamin D indem
> ich sie vor der Ernte 3 Stunden mit einem Gesichtsbräuner
> bestrahle. Im Sommer setzte ich Wäschekörbe vor der Ernte

Gibt es einen seriösen Nachweis, daß das ...

> einfach in die Mittagssonne. Das lustige ist: die werden

.. und das den Vitamin D-Gehalt erhöht (und wenn ja, um wieviel)?

> Oh, da fällt mir auf dass ich Romanesco Gemüse falsch
> geschrieben habe. Ich nenn den sowieso lieber
> Fraktal-Broccolie.

Nicht nur Romanesco-Gemüse, sondern auch Brokkoli, aber das sind ja (im Gegensatz zu Sachfehlern) vernachlässigbare Fehler, solange die Lesbarkeit nicht darunter leidet.

Achim

Re: kopfläuse?

Autor: Tanja | Datum:

> da kann ich nur 100%ig zustimmen. die frage ist halt nur
> immer, wo man die grenze setzt... eine stechmücke z.b.
> vorsichtig zu verscheuchen und bei erfolglosigkeit ein paar
> bisse zu riskieren, finde ich durchaus tragbar (ein bisschen
> kratzen schadet ja nicht).

Würde ich so pauschal nicht sagen - nicht viel weiter südlich von hier besteht z.B. bei Stichen von Sandmücken das Risiko, an Leishmaniose zu erkranken, mit der Klimaerwärmung werden wohl auch wir noch zu Lebzeiten davon betroffen sein.

Tanja

Re: kopfläuse?

Autor: spaghetti | Datum:
> Würde ich so pauschal nicht sagen - nicht viel weiter südlich
> von hier besteht z.B. bei Stichen von Sandmücken das Risiko,
> an Leishmaniose zu erkranken, mit der Klimaerwärmung werden
> wohl auch wir noch zu Lebzeiten davon betroffen sein.

völlig klar! ich hab in diesem fall nur die derzeit bei uns ansässigen total harmlosen steckmücken gemeint. ein kleiner juckender stich rechtfertigt das töten aus meiner sicht einfach nicht.

bei der gefahr einer infektion mit einer schweren krankheit ist das was ganz anderes. um nochmal den anfangs erwähnten wolf zu bemühen: wenn mich ein wolf angreifen würde, müsste ich natürlich zur notwehr schreiten (falls möglich ;-)). eine leishmanose-steckmücke wirkt zwar nicht so bedrohlich, aber es wäre totaler schwachsinn, mein leben in diesem fall nicht zu verteidigen.

lg spaghetti

gefährliche Wölfe

Autor: Tanja | Datum:

> bei der gefahr einer infektion mit einer schweren krankheit
> ist das was ganz anderes. um nochmal den anfangs erwähnten
> wolf zu bemühen: wenn mich ein wolf angreifen würde, müsste
> ich natürlich zur notwehr schreiten (falls möglich ;-)).

An der Stelle muß ich es gleich noch mal sagen ;-): mir ist nicht bekannt, unter welchen Umständen Wölfe in Freiheit, und schon gar nicht ein einzelner Wolf, Menschen angreifen könnten. Da müßten wohl sher viele Zufälle zusmamentreffen. Ist zwar eigentlich OT, aber das Märchen vom bösen gefährlichen Wolf sollte, auch wenn es nur für eine Analogie gut sein sollte, hier doch nicht Einzug halten. ;-)

Tanja

Re: gefährliche Wölfe (off topic)

Autor: Mientsche | Datum:
Tanja schrieb:
> An der Stelle muß ich es gleich noch mal sagen ;-): mir ist
> nicht bekannt, unter welchen Umständen Wölfe in Freiheit, und
> schon gar nicht ein einzelner Wolf, Menschen angreifen
> könnten. Da müßten wohl sher viele Zufälle zusmamentreffen.
> Ist zwar eigentlich OT, aber das Märchen vom bösen
> gefährlichen Wolf sollte, auch wenn es nur für eine Analogie
> gut sein sollte, hier doch nicht Einzug halten. ;-)
>
> Tanja

Ich finde es super, dass das Thema "Böser Wolf" hier mal erwähnt wird. Mir ist auch schon aufgefallen, dass Wölfe oft dafür herhalten müssen, wenn es um gefährliche Situationen geht. Viel eher sollte man doch das Beispiel Mensch heranziehen, da diese tausendmal gefährlicher sind: "was tun, wenn mich ein Mensch angreifen würde..."

Marina

ooooooch ...

Autor: spaghetti | Datum:

... leute, seid doch nicht so streng mit mir!!

mir ist halt in der eile kein besseres beispiel eingefallen. ich hätte genauso einen wütenden gorilla / tiger / menschen / hund etc. nehmen können.

mir ging es ja nicht um die spezies (im gegenteil, ich liebe wölfe!), sondern um das bildlich-machen der lebensgefahr - dazu musste ich irgendein raubtier bemühen, das auf jeden fall stark genug ist um mich alle zu machen - und nachdem auch ich in europa sozialisiert wurde und als kind märchenkassetten gehört habe, ist halt der bär oder wolf daraus geworden. ;-)

dass das ein an den haaren herbeigezogenes beispiel ist, müsste aber doch sowieso klar sein... abgesehen davon, dass wir die wölfe und bären schon lange gewaltsam aus unserem gemeinsamen lebensraum verdrängt haben - was hätte ich denn schon für eine chance gegen einen angreifenden bären oder wolf?????

lg spaghetti

nachtrag

Autor: spaghetti | Datum:
ich weiß natürlich auch, dass sowohl wölfe als auch bären menschen üblicherweise nicht angreifen, sondern ihnen klugerweise lieber aus dem weg gehen. aber kindermärchen fressen sich halt tiefer ins hirn, als man glaubt.

Angriff der Killerkaninchen

Autor: Achim Stößer | Datum:
> ich weiß natürlich auch, dass sowohl wölfe als auch bären
> menschen üblicherweise nicht angreifen, sondern ihnen
> klugerweise lieber aus dem weg gehen. aber kindermärchen

Ja, hat nicht ("Problem"-)Bär Bruno 2 Almbauern, 7 Jäger und 28 japanische Touristen erlegt?

Achim

Raubtiere / Beutegreifer

Autor: Achim Stößer | Datum:
> mir ging es ja nicht um die spezies (im gegenteil, ich liebe
> wölfe!), sondern um das bildlich-machen der lebensgefahr -
> dazu musste ich irgendein raubtier bemühen, das auf jeden

Der Terminus "Raubtier" ist wohl diffamierend, die Alternative "Beutegreifer" wenn auch nicht viel besser vorzuziehen. Falls jemand einen besseren Vorschlag hat ...

Achim

Re: Raubtiere / Beutegreifer

Autor: spaghetti | Datum:

> Der Terminus "Raubtier" ist wohl diffamierend, die
> Alternative "Beutegreifer" wenn auch nicht viel besser
> vorzuziehen. Falls jemand einen besseren Vorschlag hat ...

ach so? findest du das wort "raubtier" diffamierend? für mich ist das wort eigentlich sehr positiv besetzt - ich hab mit dem wort immer die eleganz eines leoparden, die kraft eines tigers oder die schönheit eines adlers verbunden ... "beutegreifer" klingt für mich gar so trocken/medizinisch :-(

außerdem - was ist denn falsch an dem begriff? ein löwe "beraubt" doch tatsächlich eine gazellenfamilie um ein familienmitglied. das ist jetzt nicht wertend gemeint - carnivoren haben nun mal keine andere wahl. war ja auch nicht die idee der carnivoren, sich von fleisch ernähren zu müssen. den vorwurf müsste man der evolution oder irgendeinem pervers-sadistisch-grausamen schöpfergott machen, soferne man an sowas glaubt.

lg spaghetti

Re: gefährliche Wölfe

Autor: Achim Stößer | Datum:
> An der Stelle muß ich es gleich noch mal sagen ;-): mir ist
> nicht bekannt, unter welchen Umständen Wölfe in Freiheit, und
> schon gar nicht ein einzelner Wolf, Menschen angreifen

Ts, Du ignoriert also Augenzeugenberichte wie diesen:

Zitat: Münchhausen
Der Schlittenwolf

Da es in Russland nicht üblich ist, hoch zu Pferde zu reisen, kaufte ich mir einen kleinen Schlitten, spannte mein Pferd vor, und wir trabten guten Muts auf Sankt Petersburg zu. Irgendwo in Estland oder in Ingermanland, so genau weiß ich's nicht mehr, auf alle Fälle aber in einem endlosen, unheimlichen Wald wurde mit einem Male mein Pferd unruhig und raste, wie von wilder Angst gepeitscht, mit mir auf und davon. Ich drehte mich um und erblickte einen riesigen Wolf, der, halb verrückt vor Hunger, hinter uns herjagte und immer näher und näher kam.

Ihm zu entwischen war aussichtslos. Schon war er nur noch fünf Meter hinter uns - da warf ich mich, lang wie ich bin, auf den Boden des Schlittens, ließ die Zügel los, und der Wolf, der eigentlich mich als Mahlzeit ausersehen hatte' sprang über mich weg und verbiss sich wütend in mein Pferd. Das Hinterteil verschlang er, als wär's nicht mehr als ein Stückchen Wurst, und das arme Tier lief vor Schmerz und Schrecken noch schneller als vorher. Als ich nach einiger Zeit wieder hinblickte, sah ich voller Entsetzen, dass sich der Wolf in das Pferd förmlich hineingefressen hatte!

Da setzte ich mich wieder hoch, ergriff die Peitsche und schlug wie besessen auf den Wolf ein. Das behagte ihm gar nicht, und er fraß sich noch schneller vorwärts. Ich schlug und schlug, und plötzlich fiel das Pferd, oder was von ihm noch übrig war, aus dem Geschirr, und der Wolf steckte darin! Mir tut mein Arm heute noch weh, wenn ich daran denke, wie ich stundenlang und pausenlos auf ihn mit der Peitsche eindrosch.

Wir flogen nur so durch den Wald und über die Felder, und dann galoppierten wir an den ersten Häusern einer großen Stadt vorbei. Das war St. Petersburg, und die Leute auf den Straßen staunten nicht schlecht. Denn einen Wolf, der einen Schlitten zog, hatten sie noch nicht gesehen!


Achim

Baron Münchhausen& der "böse Wolf"

Autor: Rele | Datum:
Warum fällt mir hier spontan ein sich im Schaukelstuhl wiegender Großvater mit Lesebrille ein, der aus einem dickem Märchenbuch vorliest? :-)