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 Re: Grauzonen des Antispeziesismus
Name: martin Permalink: https://tierrechtsforen.de/5/42630/42646

Datum: 19.10.10 20:59
Dieser Beitrag wurde 1730 mal gelesen


> Und ich kann schon verstehen, wenn solche Fokussierung (die
> schnell als Beschränktheit interpretiert werden kann) dem
> Ganzen etwas seiner Überzeugungskraft nimmt.

Naja, aber nur, wenn es man es wirklich sehr schlecht kommuniziert und Veganismus als die Lösung aller Probleme darstellt (und das macht wohl niemand). Bzw. das Gegenüber solche absurden Forderungen stellt, was dagegen oft vorkommt, da es ein beliebter Rechtfertigungsversuch ist.

> Mag sein, für mich persönlich ist das jedoch eher keine
> Option, außer ganz speziefischen Themen, die wirklich sehr
> wenige Verknüpfungen mit Speziesismus haben kann ich mir
> nicht vorstellen, mit Nichtveganern über bestimmte Themen zu
> disktutieren und ich weiß nunmal, dass Veganismus sehr eng
> mit Umweltschutz verknüpft ist, wenn auch das nicht die
> Intention dahinter ist.

Welche Themen meinst du? Dinge wie Pro und Contra Kernenergie, die Effizienzklassen von Elektrogeräten oder Pro und Contra Waschmittel/Waschnüsse haben wenig direkt mit Speziesismus zu tun. Dazu würde ich mich zumindest nicht als erstes in einem Veganismusforum informieren.

> Das ist aber sehr grob. Ich denke, dass es bei den
> ablehnenden schon deutlich zu unterscheidende Gruppen gibt,
> vom aggressiven Antiveganer bis hin zum gesellschaftlich
> konditionierten Das-kann-doch-gar-nicht-gehen-Unveganer...

Ja, ist wie gesagt auch eine grobe Einteilung; sie entspricht aber der Frage, die man sich stellt, wenn man überlegt, ob weitere Argumentation sinnvoll oder Zeitverschwendung ist. Das ist eher eine Ja-oder-Nein-Frage, daher die grobe Einteilung.

> Solche gibt es leider zuhauf, aber ich möchte nicht den
> Fehler begehen, die Ablehnenden derartig abzustempeln, denn
> das bedeutet auch unter Umständen Bedürftigen nicht zu helfen
> und ich denke, dass diese Umstände (also dass die Person mit
> entsprechenden Argumenten, wenn auch leider manchmal nur
> damit, doch zu überzeugen ist)...

Sicher kannst du eine Haltung nicht ohne DIskussion zuordnen. Ich diskutiere auch grundsätzlich mit jedem, aber wenn sich abzeichnet, dass es Zeitverschwendung ist (siehe obige Frage), lasse ich es sein.

> Natürlich. Ich meinte jedoch hypothetisch, später in einer
> veganen Gesellschaft, abgesehen von den Hinterlassenschaften
> des Speziesismus...
> In welchen Bereichen meinst du ist die Tiertötung
> erforderlich?

Auch dann wird es (vielleicht?) noch wildlebende Tiere geben, die durch menschliche Aktivitäten verletzt und u.U. euthanasiert werden müssen. Das wäre jedenfalls das einzige, wo es nötig sein sollte, Tiere gezielt zu töten, nicht nur "nebenbei".

> Das ist in der Tat eine schwierige Frage. Allerdings denke
> ich, dass die meisten Menschen zustimmen würden, ginge es um
> das Überleben der Menscheit.

Das wäre aber eine Extremsituation. Bei der heutigen Medikamentenforschung geht es nicht um das Überleben der Menschheit. Bei den meisten Krankheiten kommt dazu, dass nicht nur Medikamente, sondern auch Prävention helfen würden. Aber die ist oft nicht politisch korrekt oder gerne gesehen. Was AIDS betrifft eben Sexualaufklärung, die aber gerade in stark religiösen Ländern (wie auch den USA) nicht gerne gesehen wird. Oder was Krebs betrifft Tabak-Aufklärung und mehr Rauchverbote, die wiederum fast nur in Europa bestehen und hier auch sehr neu sind. Wäre nur die Hälfte des Geldes der nutzlosen AIDS- und Krebs-Tierversuche in Aufklärung und Prävention gescheckt wurden, hätte man deutlich mehr erreicht.

> Wieso meinst du, das dürften nur wenige sein? Weil es so
> wenig Veganer gibt? Ich kann mir gut vorstellen, dass es
> Bereiche gibt, die sich auch Unveganern leicht erschließen...

Ich meine wenige Bereiche, weil Veganer zu denen gehören, die überdurchschnittlich umweltbewusst sind.

> Kleinigkeiten, die in der Summe dann doch immer mehr ergeben.
> So kann ich mir beispielsweise nicht vorstellen, dass jemand
> Kerzenschein noch romantisch findet, wenn er sich wirklich
> bewusst ist, dass dieser Schein durch Teile von ermordeten
> Tiere zustande kommt... (laut meinen Recherchen ist das bei
> den meisten Kerzen der Fall)

Ich dachte Kerzen bestünden heutzutage meist aus Paraffin, nicht mehr aus Wachs?

> > Man kann schon, aber die Frage ist, was das konkret bringt.
>
> Klarheit!?

Eher nicht, denn wenn da die Situationen konstruiert sind und damit von realen Situationen immer abweichen, stiftet das eher Verwirrung, als eine konkrete Situation in einem konkreten Fall zu betrachten.

> > Hier haben wir ja mal wieder den Speziesismus als Grund.
> > Soweit ich mich informiert habe, gibt es keine natürlichen
> > Feinde mehr, weil sie durch den "Fischfang und Angler"
> > dezimiert wurden. Ansonsten sehe ich das wie du...
>
> Hmm, als einzigen Grund? Ich hatte das bisher nur immer als
> verschlimmernden Faktor bezeichnet gefunden...

Darauf antworte ich mal ironisch: Na so was, eine speziesistische Gesellschaft redet es herunter, wenn ihr Speziesismus als ein Hauptgrund für ein Problem identifiziert wird.
Die Höhe einer Population wird reguliert durch: Nahrungsangebot, Krankheiten und natürliche Feinde. Wenn die ersten beiden Faktoren, wie in diesem Fall, nicht durch menschlichen Einfluss verändert wurden, bleibt ja nur noch der dritte.

> Wie sollte das denn umsetzbar sein? Wie sollte man den
> Hormonhaushalt beeinflussen unter Wasser? Wenn es schon große
> Tauchertrupps mit direktem (und schnellem) Zerhacken nicht
> schaffen, wie sollte dann ein wirklicher Erfolg erzielt
> werden, wenn man die Seeigel am Leben lässt und jedem
> einzelnen, hmm, eine Spritze gibt? Oder wie hast du dir das
> vorgestellt? Das mit der Strahlung hört sich schon
> realistischer an, denke ich...

So groß ist der Unterschied nicht. Wenn man große Spritzen wie zur Massenimpfung von Tieren eingesetzt werden, eingesetzt, wäre das Ablauf der gleiche, auch beim Zerhacken muss man schließlich zu jedem Tier einzeln hinschwimmen. Das Zerhacken selbst (das meherer Schläge braucht) geht auch nicht viel schneller, als die Spritzpistole anzusetzen und den Auslöser zu betätigen. Noch viel schneller ginge das Ausbringen des Medikaments in Nahrungsködern, die man vom Boot aus breit streuen könnte.

> > Natürlich, ich gehe halt vom bisherigen Wissensstand aus.
>
> Hältst du das für vertretbar?

Da letztlich alles irgendwie auf Tierausbeutung zurückgeht, ja.

> Das verstehe ich nicht...
> Einen Aktenordner ist doch auch etwas, "was man letztendlich
> kauft". Meinst du, da man Lebensmittel in der Regel öfter
> kauft?

Nein, ich meinte das hier nur auf Lebensmittel bezogen hinsichtlich der Frage, wie weit man nach den Klebstoffen fragen soll. Ich meine, für das was man tatsächlich kauft (also nicht auf für die Transportkartons o.Ä.). Die Frage, wofür außer Lebensmitteln man noch Anfragen machen soll, ist eine andere Frage.

> Hmm... also ich war bisher der Meinung, Vermeidbarkeit und
> Egoismus hängen unmittelbar zusammen...?
> Wenn ich etwas, was mich betrifft, für unvermeidbar halte,
> dann doch "nur", weil ich es brauche/möchte...

Vermeidbarkeit verstehe ich eher als direkte Alternativen. Kuhmilch ist z.B. direkt vermeidbar, da im gleichen Regal ein paar Zentimeter weiter fast immer Pflanzenmilch steht. Tierversuchsgetestete Medikamente zu kaufen ist nicht vermeidbar, weil es keine Alternative gibt. (Ja, auch das ist wieder ein eher eindeutiger Fall, aber das diente ja nur zur Begriffsklärung.)

> Da muss ich ehrlich gesagt nicht viel infrage stellen.
> Ohne lange herumzuerörtern steht für mich fest, dass das
> ganz sicher nicht der Bezugspunkt sein kann.

Ich habe überlegt, wie es z.B. der Staat macht, wenn der Sozialhilfeleistungen berechnet. Da geht es in vielen Fällen vom gesellschaftlichen Durchschnitt aus (was z.B. den Besitz eines TVs betrifft).
Die Frage war auch eher allgemein gedacht: du musst klären, welchen Bezugspunkt du nimmst. Die, die Veganern Inkonsequenz zu unterstellen versuchen, meinen, dass man alles das vermeidbar wäre, was man nicht unbedingt zum Überleben braucht. Das ist natürlich kein sinnvoller Bezugspunkt.

> Nun, als Carnivorer mag es lächerlich erscheinen, sich über
> ökonomische Beleuchtung Gedanken zu machen, andersherum denke
> ich jedoch nicht, dass man das in seine Betrachtung
> einfließen lassen sollte, das bewirkt doch nur, dass man
> unverantwortlich handelt... "Och, ich mache ja dies nicht,
> dann kann ich ja..."

Nein, wieso? Aus dem tatsächlichen Gesamtverbrauch ergibt sich nicht automatisch eine Rechtfertigung für individuellen Mehrverbrauch. Es gehört aber eben zur Frage der Relation.

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 Themen Name  Datum
 Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Liliales 09.10.10 03:19 
 Korrektur   neu 
 Liliales 09.10.10 03:28 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Googler 09.10.10 12:20 
 Zum Thema Wasser   neu 
 Jim 09.10.10 13:44 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Liliales 10.10.10 20:19 
 Wassersparen   neu 
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 Liliales 17.10.10 02:11 
 Re: Wassersparen   neu 
 Krümel 17.10.10 19:42 
 Re: Wassersparen   neu 
 Liliales 18.10.10 00:11 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 martin 10.10.10 18:20 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Liliales 10.10.10 20:12 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 martin 12.10.10 21:03 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Liliales 18.10.10 04:11 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 martin 19.10.10 20:59 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
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 martin 22.04.12 18:10 
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 Bärenknuffel 21.02.13 10:31 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
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 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Tobi 24.02.13 10:18 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Bärenknuffel 28.02.13 17:54 
 Selbstopferung   neu 
 Tobi 09.03.13 09:17 
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 Bärenknuffel 09.03.13 11:28 
 Re: Selbstopferung   neu 
 Tobi 09.03.13 11:51 
 Re: Selbstopferung   neu 
 Bärenknuffel 09.03.13 13:42 
 Auf dümmliche Antiveganpropaganda hereinfallen íst vermeidbar und somit nicht vegan   neu 
 Achim Stößer 09.03.13 14:15 
 Danke   neu 
 Bärenknuffel 10.03.13 15:11 
 Re: Selbstopferung   neu 
 Gast 09.03.13 11:46 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Achim Stößer 24.02.13 11:40 


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