antiSpe Fragen und Antworten
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 diverse Fragen
Name: martin Permalink: https://tierrechtsforen.de/5/42630/43070

Datum: 22.04.12 18:10
Dieser Beitrag wurde 1646 mal gelesen


> Ich arbeite ambulant mit Kindern. Wir handwerken, malen und
> basteln viel. Es werden ständig Pinsel, Leime, kaseinhaltige
> Farben, wachshaltige Kneten etc. benutzt. Z.T. kann ich das
> nur durch Nichtbenutzen umgehen, manchmal durch
> Selberbesorgen von Materialien, durch Aufklärung über
> Inhaltsstoffe, etc., aber häufig, oder eigtl meistens habe
> ich da wenig Einflussmöglichkeiten. Soll ich deshalb meine
> langjährige Arbeitsstelle aufgeben? Soll ich bestimmte
> Bereiche, die zum Berufsbild gehören, gänzlich aufgeben?

Wieso hast du wenig Einflussmöglichkeiten? Theoretisch ist das alles durch vegane Varianten ersetzbar. Das braucht sicherlich etwas Rechercheaufwand am Anfang, aber prinzipiell müsste der nu einmal gemacht werden.

> Ich ecke jetzt schon ständig an, weil ich bestimmte Sachen
> nicht mehr mache, z.B. Pizzabacken mit Schinken und Käse, und
> nein, ich konnte keinen davon überzeugen, einfach vegane
> Alternativen zu nehmen (damit meine ich nicht veganen Käse
> und Schinken, sondern z.B. Salat machen und Pizzabrötchen
> backen, was vom therapeutischen setting identisch wäre)!

Wieso musst du jemanden davon überzeugen? Wenn du die Therapeutin bist, ist das doch eigentlich deine Entscheidung und wenn du erklären kannst, dass der therapeutische Effekt der gleiche ist, sollte kein halbwegs vernünftiger Mensch etwas dagegen haben können.

Im Übrigens wäre es keine schlechte Idee, die direkten veganen Alternativen zu nehmen. Da sie vom Geschmack und Aussehen oft fast identisch sind, macht das die Umstellung eigentlich einfach.

> Ich bin gegen
> Tierversuche und Ausbeutung von Tieren, aber ich möchte
> keinem Parkinsonerkrankten (o.ä.) sagen, sorry, wir forschen
> da jetzt nicht weiter, weil es nur tierschädigende Methoden
> gibt! (wie es tatsächlich aussieht, weiß ich nicht, aber ich
> nehme stark an, dass Tierversuche eingesetzt werden).

Dass vor allem Tierversuche eingesetzt werden, hat aber vor allem ökonomische und traditionalistische Gründe, keine medizinischen. Für alle Krankheiten, die Menschen betreffen, sind auch menschliche Zellkulturen, Computermodelle und später menschliche Probanden die besseren Forschungsgrundlagen. Dass es bisher kaum tierversuchsfreie Forschung gibt, liegt daran, dass nur ein Bruchteil der Gelder darin investiert werden, die in Tierversuche investiert werden. Die Gefahr, ohne Tierversuche ginge die Forschung nicht weiter, besteht nicht.

> Z.B. Entwicklung neuer Operationsmethoden, Testen von
> Geräten, Kanülen, Verfahren, werden wahrscheinlich immer an
> Tieren getestet werden, nehme ich an, das habe ich noch nicht
> recherchiert was man mir wiederrum vorwerfen könnte.

Sicherlich, aber ebenfalls aus ökonomischen und traditionalistischen Gründen, nicht, weil keine Alternativen möglich wären.

> Eine Freundinvon mir hat eine Behinderung, die nur gelindert
> werden kann durch Injektionen von Botox. Soll man ihr aus
> tierrechtlicher Hinsicht sagen, dass sie darauf verzichten
> muss, oder ist es aus tierrechtlicher Sicht in solch einem
> Fall legitim?

Das ist der gleiche Fall wie bei anderen Medikamenten: Da Tierversuche vorgschrieben sind, sind sie nicht vermeidbar. Daher würde sie durch einen Verzicht nichts erreichen/verbessern.

> Dann wiederrum z.B. mein Konsumverhalten. Ich kaufe nur noch
> fairgehandelten bio-Kaffee, wenn ich keinen bekomme, kaufe
> ich keinen. Aber ich könnte meinen Kaffee (als ein Beispiel
> von vielen) grundsätzlich überdenken. Ich brauch ihn nicht
> zum überleben, auch fair-bio angebaut, verursacht der
> Kaffeeanbau einen großen ökologischen Schaden, alleine durch
> die Einfuhr von weit her. Sollte ich aus diesen Gründen ganz
> darauf verzichten? Schade ich dann wieder den Kaffebauern,
> weil sie ihre Arbeitsgrundlage verlieren würden, oder müssen
> auch die umdenken, und sich auf den heimischen Markt
> konzentrieren?

Dazu kann ich nicht viel sagen, würde aber eher dazu neigen, dass die Bauern zu unterstützen sinnvoll ist. Der einheimische Markt für diese Produkte ist sicherlich sehr beschränkt und eine Umorientierung ist schwierig, da es kaum andere Industrie gibt und sie auch nicht unbedingt sinnvoll wäre; wenn diese Pflanzen dort gut wachsen, sollte man das auch nutzen. Und der Transport ist trotz des weiten Weges nicht katastrophal, da es ungekühlt und in großen Mengen transportiert werden kann.

> Soll ich aus umwelttechnischen Gründen zu keiner Demo mehr
> fahren, da diese meist immer mit langen Fahrten verbunden
> sind!?

Eher aus Effektivitätsgründen, da die meisten Demos kaum etwas bewirken.

> soll ich auf meine elektronischen Geräte verzichten,
> weil dadurch Menschen ausgebeutet werden, und ich keine
> Alternativen zur Verfügung habe, und somit nur Verzicht üben
> könnte? Wäre dem so, wäre ich wahrscheinlich niemals vegan
> geworden, und würde ebenso wahrscheinlich 90% meiner veganen
> Freunde nicht kennen!?

Da es kaum Alternativen gibt und sie sehr sinnvoll sind, würde ich von einem Verzicht abraten.

> Ich kaufe aus Zeitgründen meistens im Supermarkt ein. Dort
> achte ich beim Gemüsekauf auf bio, saisonal und regional, und
> kaufe dann oft nichts, weil es nichts gibt, oder ich nehme
> die in Folie und Plastikschale verschweißten bio-Zucchini aus
> Italien etc., was auch wieder kacke ist. oder ich greife auf
> tk-ware zurück,was auch nicht besser ist. man könnte mir
> jetzt auch Faulheit vorwerfen, da ich hier auch auf dem
> Wochenmarkt einkaufen könnte!

Finde ich nicht. Supermärkte sparen durch ihre Konzentration und höhere Effizienz oft mehr Energie bzw. belasten die Umwelt weniger als kleine Geschäfte oder Märkte (bei denen z.B. etliche PKW für die gleiche Mengen fahren, wofür der Supermarkt nur einen LKW benötigt). Ich würde mich auch eher für Nicht-Bio-Produkte als nicht-regionale entscheiden (also eher die normalen Zucchini aus Deutschland als Bio und dafür von weiter weg).

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 Liliales 09.10.10 03:19 
 Korrektur   neu 
 Liliales 09.10.10 03:28 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Googler 09.10.10 12:20 
 Zum Thema Wasser   neu 
 Jim 09.10.10 13:44 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Liliales 10.10.10 20:19 
 Wassersparen   neu 
 Achim Stößer 16.10.10 23:49 
 Re: Wassersparen   neu 
 Liliales 17.10.10 02:11 
 Re: Wassersparen   neu 
 Krümel 17.10.10 19:42 
 Re: Wassersparen   neu 
 Liliales 18.10.10 00:11 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 martin 10.10.10 18:20 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Liliales 10.10.10 20:12 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 martin 12.10.10 21:03 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Liliales 18.10.10 04:11 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 martin 19.10.10 20:59 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 wanja 22.04.12 13:35 
 diverse Fragen   neu 
 martin 22.04.12 18:10 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Bärenknuffel 21.02.13 10:31 
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 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Bärenknuffel 24.02.13 09:57 
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 Bärenknuffel 28.02.13 17:54 
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 Tobi 09.03.13 11:51 
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 Bärenknuffel 09.03.13 13:42 
 Auf dümmliche Antiveganpropaganda hereinfallen íst vermeidbar und somit nicht vegan   neu 
 Achim Stößer 09.03.13 14:15 
 Danke   neu 
 Bärenknuffel 10.03.13 15:11 
 Re: Selbstopferung   neu 
 Gast 09.03.13 11:46 
 Re: Grauzonen des Antispeziesismus   neu 
 Achim Stößer 24.02.13 11:40 


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