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 So mancher Käse hat nie eine Kuh gesehen
Name: martin Permalink: https://tierrechtsforen.de/13/1793/1931

Datum: 04.07.09 16:17
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Statt echtem Käse verwenden Hersteller immer öfter billigen Analog-Käse aus Pflanzenfetten.
Und die Bauern bleiben auf ihrer
Milch sitzen.

Von Eva Schwarz
Der Pizzabäcker sieht es sofort. An der Farbe. „Die ist zu weich“, sagt er. „Echter Käse ist golden.“ So einfach ist es für den Pizzaesser nicht. „Der Laie wird den Kunst-Käse nicht erkennen“, ist sich Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern sicher. „Da muss man schon tagtäglich mit Pizzen zu tun haben.“ Die PNP hat einen Test gemacht und Passanten in Passau zwei Pizzen probieren lassen. Einmal mit Kunst-Käse, einmal mit echtem Käse (siehe unten).
Analog-Käse, also künstlicher Käse, begegnet uns mittlerweile in jedem Supermarkt. Die Lebensmittelüberwachungsbehörden haben gemeldet, dass bei etwa 20 bis 30 Prozent ihrer Stichproben Imitate anstelle von echtem Käse verwendet wurden. Der Käserersatz besteht zum großen Teil aus Pflanzenfetten, die teure tierische Fette ersetzen. Das macht ihn konkurrenzlos billig - führt aber zu massiven Absatzeinbrüchen bei den Milchbauern.
Am häufigsten verwendet wird der Kunst-Käse in offen angebotenen Waren wie Pizzen, überbackenen Semmeln, Käsestangen. „Die Käse-Imitate sind preiswert herzustellen und lassen sich gut industriell verarbeiten“, sagt Verbraucherschützerin Danitschek. „Käse“ dürfen sie sich jedoch nicht nennen, da Käse zu 100 Prozent aus Milch erzeugt wird.
Das größte Problem: Verbraucher wissen meistens nicht, wenn sie Kunst-Käse essen. „Diese Entwicklung bereitet mir Sorge. Die

Bauernverband startet Unterschriftenaktion

Verbraucher können sich nicht bewusst gegen Kunst-Käse entscheiden“, sagt Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Deshalb habe er seinen Kollegen, Umweltminister Markus Söder, gebeten, die Kennzeichnung und Überwachung zu intensivieren.
Diesbezüglich gibt es viele Bemühungen. Der Bauernverband hat eine Unterschriftenaktion gestartet. Unter www.danke-jetzt-reichts.de können sich Verbraucher gegen Käseimitate zur Wehr setzten: „Wo Milch drauf steht, muss auch Milch drin sein.“
Auch Goldsteig-Geschäftsführer Andreas Kraus ist für eine klare Kennzeichnung. Die Chamer Molkerei verwendet keinen Kunst-Käse. Im Moment merkt der Betrieb von der Billig-Konkurrenz erst wenig, aber: „Wenn die Produktion von Kunst-Käse Überhand nehmen sollte, dann wäre das schon schlecht für uns.“ Für die Milchbauern ist der Analog-Käse schon jetzt eine zusätzliche Belastung - sie bleiben auf Tausenden Tonnen Milch sitzen. „Wir verlieren durch die Imitate Marktanteile“, sagt der niederbayerische Bauernverbands-Präsident Walter Heidl. Er fordert ein Reinheitsgebot für Käse. „Kunstbier hat sich nicht durchgesetzt, weil die Leute das nicht wollten.“
Die Firma Jeneil aus Schechen (Landkreis Rosenheim) macht die Zutaten für Analog-Käse. „95 Prozent der Produktion geht ins Ausland“, sagt Vertriebsleiter Ulrich

Produkteigenschaften beliebig veränderbar

Wiedemann. Ursprünglich wurde der Analog-Käse für Länder entwickelt, in denen keine ausreichenden Kühlkapazitäten verfügbar sind oder die vorhandene Frischmilch nicht ausreicht. Ein weiterer Vorteil von Analog-Käse sei, dass Produkteigenschaften beliebig veränderbar seien: gut schmelzend auf der Pizza oder weniger schmelzend auf dem Grill.
Auch die Firma Meggle aus Wasserburg liefert „Analog Käse“ als Vorprodukt an die Lebensmittelindustrie. „Der Einsatz von Lebensmittelzubereitungen bei der industriellen Produktion ermöglicht die Herstellung einwandfreier Qualitäten zu vom Verbraucher akzeptierten Preisen.“ Meggle produziert in Wasserburg nach eigenen Angaben jährlich ca. 180 000 Tonnen Frisch- und Trockenprodukte. Der Anteil des Bereichs Lebensmittelzubereitung liege bei lediglich 2500 Tonnen.
Übrigens geht es nicht nur um Käse. Auch bei anderen Lebensmitteln wird immer öfter im Labor nachgeholfen. So gibt es Schinkenimitate, die nur noch einen Fleischgehalt zwischen 50 und 65 Prozent aufweisen, der Rest wird mit Wasser und Stärke ausgeglichen. Und auch Speiseeis ist nicht mehr das, was es mal war.
Andrea Danitschek: „Viele Hersteller haben ihre Rezepturen verändert und Milch durch Pflanzenfette ersetzt.“ Grund: Der Milchpreis war der Industrie zu hoch.

http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-24534235&Ressort=pol&BNR=0

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