Atheismusforum
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 Re: Bitte um Erklärungen
Name: Julian Verner Permalink: https://tierrechtsforen.de/16/598/604

Datum: 27.02.10 17:38
Dieser Beitrag wurde 1437 mal gelesen

Tag auch
Zitat:

> anzuzweifeln, denn an irgendetwas muss man ja glauben, wie ?

Nein. Warum?

Rethorische Frage. Eben. Warum ? Dann ist es eher ein Abtasten der Konventionen hier gewesen. Wenn eine Gruppe das Vorhandensein eines Gottes verneint, wie hier, schien es mir angemessen zu fragen, ob es auch Zweifel am Bewußtsein gäbe. Auch dazu existieren schließlich Alternativen.

Zitat:

Wie ich im anderen Beitrag schrieb, ist das Privatsache. Jeder sucht sich den Sinn, den er will. (Aus dem Grunderkenntnissen von Atheismus und Anthropologie/Biologie folgt ja, daß das Leben über das Biologische hinaus genau den Sinn hat, den man ihm selbst zuschreibt.)

Es fällt nicht wenigen heute schwer, dem Leben Sinn zu verleihen. So auch mir selbst. Das impliziert nicht eine Suizidgefahr, schafft aber eine Leere. Dies ist letztlich eine meiner hauptsächlichen Fragen. Wäre ich eine Art Supercomputer, machte ich mir wohl keine Gedanken über das Danach oder das Warum. Bin ich aber nicht. Leider werde ich den Grund für meine Existenz nie erfahren und auch nicht, was nach mir/uns sein wird.

Zitat:
Wenn der Einfluß der Religion gemindert wird, hast du durchaus auch jetzt schon etwas davon.

Na, da bin ich aber gespannt. Welche wären das denn ? Ganz konkret.


Zitat:
Gerechtigkeit heißt nicht, daß alle um alle besorgt sein müssen.

Was bedeutet es denn dann ? Es spielt sicherlich keine Rolle, wenn ein Einzelner oder eine kleine Gruppe nicht mit den gesellschaftlichen Normen einverstanden ist. Ist es vielen gleichgültig, wie es anderen ergeht, wird sich das aber auch in gesellschaftlichen Konventionen niederschlagen.

Zitat:
> Ich sehe nichteinmal Tendenzen in diese Richtung.

Vor fünfhundert Jahren wurde man als Atheist noch hingerichtet. Eine Tendenz gibt es auf jeden Fall (auch in den letzten Jahrzehnten deutlich).

Gemeint hatte ich: Ich habe eine persönliche, d.h. sehr individuelle Vorstellung einer künftigen Gesellschaft. Die ist absolut utopisch. Keine Tendenzen einer Verbesserung.
Aber auch die gegenwärtige Situation ist extrem unschön. Indien beherbergt einige der weltweit größten Slums. Diese Armut ist nicht oder nur zu einem kleinen Teil in Religionen begründet. Vielmehr entspringt sie einer Gier, die im westlichen Teil der Welt belohnt wird. Ich denke, einigen hundert Millionen Hungernden dürfte es höchst gleichgültig sein, ob hierzulande noch Atheisten für ihre Überzeugung sterben müssen.
Wenn sich dieser Trend fortsetzt, kann das doch niemand ernsthaft als Entwicklung in die richtige Richtung oder Durchbruch der Vernunft bezeichnen.
Ich möchte dir keineswegs Inhumanität vorwerfen, denke aber, dass zu häufig übersehen wird, dass das eine das andere bedingt. Wir haben hier unter anderem deshalb die Möglichkeit uns über o.g. Dinge den Kopf zu zerbrechen, weil diese Freiheit ideell und materiell gestützt wird. Müssten wir ums Überleben kämpfen, hätten wir andere Sorgen.

Zitat:
Evolutionär gibt es keine "Fehlentwicklung", weil es kein Ziel gibt. Insofern nein. Daß der menschliche Verstand nutzlos ist, sehe ich auch nicht.

Über "Fehlentwicklung" will ich nicht streiten. Ist nur ein Wort.
Zu was ist der Verstand nützlich ? Kunst ? Technologischer Fortschritt ? Fähigkeit zu Mitgefühl ? Das wäre durchweg Selbstzweck und ich bezweifle stark den Sinn solcher Errungenschaften....wenn sie auf kein Ziel zuführen. Etwas schaffen, weil man es schaffen kann ? Nein, der Meinung kann ich nicht sein.

Zitat:

Das geben sie doch zu. Evolution ist die Anpassung an die Umweltbedingungen, keine Höherentwicklung per se.


Das klingt aber doch nach "Krone der Schöpfung", ob nun durch einen Schöpfer oder durch Zufall. Du siehst den Menschen ebenfalls am oberen Ende einer bisherigen Entwicklung.
Der Mensch mag intelligenter sein, als jede andere Spezies, wobei selbst größte Saurier nicht dumm genug waren, ihren Lebensraum dauerhaft zu zerstören. Vielleicht sollte man den Begriff der ökologischen Intelligenz einführen und in eine Gesamtbilanz einfließen lassen. Schauen wir, an welchem Ende wir dann stünden.

Zitat:

> Ich befürchte, dass eine atheistische Bewegung, käme sie ins
> Rollen, eine ziellose Leistungsgesellschaft forcieren könnte.

Das beruht auf welcher Annahme?

Es ist mehr eine Befürchtung. Historisch betrachtet bewegen wir uns vielleicht nicht gerade im Kreis, aber doch in einer Art Korkenzieher mit Schleifen.
Schlecht durchdacht könnte es heissen: Atheismus = Wissenschaft = Vernunft = Aufgeklärtes Zeitalter. Wir befinden uns per Definition im Zeitalter der Vernunft (für mich unbegreiflich), also: Weiter so ! Weiter so führt aber in den Abgrund, ob materiell oder menschlich.

Zitat:
Tja, jetzt müßte es nur noch Götter geben, aber leider tut die Realität uns diesen Gefallen (?) nicht.

Vielleicht gibt es sie NOCH nicht (hier fehlt ein smiley).
Ich weiss nicht mehr, wo ich das gesehen habe, aber ich fand die Idee nett, dass wir jetzt gerade einen Gott erschaffen. Es hatte mit Computern und einer Matrix zu tun.
Letztlich ist überhaupt nichts beweisbar. Wissenschaft arbeitet nicht ohne Grund mit Wahrscheinlichkeiten.
Vielleicht liege ich am Ende doch falsch. Ich sterbe und ein weissbärtiger Zausel wirft mir meine Ungläubigkeit vor. Wenn ich dann noch etwas erwidern kann, dann dass ich mich niemandem unterwerfe. Schon gar nicht jemandem, der solch einen ausgemachten Schwachsinn wie die Bibel produziert.
Ich bin einfach nicht sicher, ob sich alle Menschen (oder auch nur ein signifikant großer Anteil) "im Zaum" halten ließe ohne die Drohung eines jüngsten Tages. Bildung allein wird das nicht ändern. Gebildete Menschen waren stets zu größten Greueltaten fähig. Ich denke, ich bin da einfach sehr ängstlich.

Zitat:
Von "allein ausreichend" hat auch niemand gesprochen.
Wo gibt es denn noch Lücken, die zu füllen wären?


Ja, das wäre die wichtigen Punkte. Wir sind wieder am Anfang. Was ist wenn jemand krank ist, allein und hilflos ? Wenn jemand vom Schicksal (Zufall) gebeutelt nach einem Grund sucht. Im Moment und seit langer Zeit geben Religionsvertreter Halt und Antworten. Wer macht das, wenn es solche nicht mehr gibt ? Wer füllt die Lücke und wie (womit) ? Vielleicht einer von denen, die "nicht besorgt sein müssen" ?
Ich hätte dazu schon Einfälle, allerdings keine realistischen.

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