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 Alles ganz natürlich...
Name: SchlunzSchlunz Permalink: https://tierrechtsforen.de/4/3408

Datum: 15.08.07 18:36
Dieser Beitrag wurde 3073 mal gelesen

Eigentlich glaubt doch jeder omnivor lebende Mensch dieser Gesellschaft, es sei etwas Natürliches, sich das Fleisch und die Ausscheidungen von Tieren durch konventionelle Tierhaltung zu erwirtschaften und einzuverleiben. Dass dies nicht stimmt, erschließt sich zwar schon aus all den Krankheiten, die der Mensch durch Tierleidnahrung erleidet, doch auch der Aspekt der Interaktion zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren spricht dagegen.
So suche ich in der Natur nach Beispielen, die das bestätigen...
Als erstes fallen mir Ameisen ein. Sie machen sich Blattläuse "nutzbar", indem sie sie bewachen, pflegen und dafür durch "Betrillern" mit den Fühlern deren Meltau (Blattlauspipi) "ernten".
Doch sie sperren die Blattläuse nicht ein, transportieren sie nicht durch die Gegend und vor allem töten sie sie nicht. Im Gegenteil haben die Blattläuse in dieser Symbiose billige und zuverlässige "Bodyguards".

Symbiosen finde ich in der Natur sehr viele...
Manche sind für Beide Seiten positiv (Madenhacker ernähren sich von Zecken, die sie den dankbaren Nilpferden entfernen) und manche sind parasitär, also für eine Seite negativ.
Doch ich Suche vergeblich, nach einer Symbiose, die der Beziehung zwischen Mensch und "Nutztier" gleicht.
Das einzige Tier, das andere Tiere züchtet, um sie auszubeuten und zu töten, ist der Mensch.
Das tut er seit Jahrtausenden und nebenbei hat er sich einen moralischen Grundkontext erarbeitet, wie er mit Seinesgleichen und bestimmten nichtmenschlichen Spezies zu verfahren hat.
Dort, wo es für ihn bequem war, blieb er vor langer Zeit in der Weiterentwicklung dieser Moral stehen und obwohl die Minderheit, die eine allgemeine Weiterentwicklung anstrebt, ständig wächst, bleibt sie doch bis Dato eine Minderheit.
Wer für sich selbst diese moralische Weiterentwicklung negiert, hält sich deshalb nicht für einen schlechten Menschen, läuft er doch konform mit einem uralten, "moralischen" und massenkonformen Grundkontext.

Somit gilt also Verrat als moralisch akzeptabel.
Verrat findet dort statt, wo der Mensch das ihm geschenkte Vertrauen missbraucht.
Schutzbedürftige, wie Kinder und Hunde zu quälen, gilt als Verrat, gegen den Menschenrechtler und Tierschützer vorgehen (während sie beispielsweise Schweinen dieses Recht auf Unversehrtheit absprechen).
Schweine haben in Gefangenschaft selten die Option zur Flucht, doch selbst wenn sie gegeben ist, bleiben sie beim Menschen, der ihnen Nahrung gibt. Für Schweine sind Menschen nichts, als große Schweine auf zwei Beinen, so wie Hundehalter die Alphawolf-Position einnehmen und für ihren Hund nichts anderes bedeuten, als ein Hund mit flachem Gesicht.
Wenn dieses Vertrauen gebrochen wird, zerbricht auch der Lebenswille, die Psyche...



Dennoch lässt sich das geknechtete Individuum weiterhin alles gefallen. Es hat ja keine Wahl.
Und schließlich findet dieser Verrat seinen perversen Höhepunkt im Mord an dem "Schützling", der bis zur letzten Sekunde seines Lebens weder rational, noch instinktiv erfassen kann, was mit ihm geschieht, denn:
VERRÄTERISCHER MORD IST IN DER NATUR NICHT EINGEPLANT.

Ein anschauliches Beispiel dafür, wie rührend ungläubig Schweine reagieren, wenn sie zusammengepfercht auf engstem Raum von der "Vertrauensperson Mensch" geschlachtet werden, bietet folgende Dokumentation von Dirk Gießelmann:
Schweineschlachtung

Wie man sieht ist hier eigentlich gar nichts "natürlich", weder die Beziehung zwischen Mensch und Tier (selbst, wenn die Schweine ein schönes Leben hinter sich hätten, werden sie doch vor dem Erreichen ihres ersten Lebensdrittels getötet), noch die Methoden des Tötens an sich.
Kein anderes Tier, als der Mensch, lässt seine Opfer langsam ausbluten.
Wenn ich solche Links setze, frage ich mich immer, wie groß die Zahl jener Omnivoren ist, die bewusst am Link vorbei lesen, weil sie meinen, ihre Unwissenheit würde ihre Schuld mindern...
Vegetarier aus meinem Bekanntenkreis sind ebenfalls Meister darin, Informationen selektiv zu verarbeiten, andere zu verdrängen und sich dabei selbst zu verarschen.
Sie regen sich über Schweinetransporte und Ähnliches auf, während sie den Aspekt des millionenfachen Küken- und Kälbermords, der in ihrem Namen geschieht, verdrängen.
Auch Biohöfe und Betriebe mit "Alternativhaltung" basieren auf dem Verrat am nichtmenschlichen Tier.
Und wenn wir den Tieren die "allerbesten Haltungsformen" ermöglichen, ihnen Liebe, Wärme, Licht und Platz bieten, dann ist der Umstand, dass wir sie eines Tages dem Metzger ausliefern oder selber umbringen, umso schizophrener.

Die "Koexistenz" zwischen Mensch und Tier basiert auf Schizophrenie und Verrat.
Sie ist genauso wenig "natürlich", wie Elektrozangen, Melkmaschinen und Kükenschredder.

Schlunz

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 Schlunz 15.08.07 18:36 


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