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 Anmerkungen
Name: martin Permalink: https://tierrechtsforen.de/4/3700/3717

Datum: 29.11.09 12:07
Dieser Beitrag wurde 2180 mal gelesen

Dem kann man im Großen und Ganzen zustimmen, bis auf folgende Details.

> Veganismus
> ist ein Privileg des Wohlstands, daher wäre es absurd, die
> Moralität derer einzuklagen, die am Hungertuch nagen oder
> denen der Zugang zu entsprechenden Nahrungsquellen verwehrt
> bleibt.

Veganismus ist keineswegs ein Wohlstandsphänomen, sondern der Konsum der enormen Mengen von Tierprodukten ist es. Hier ein FAQ-Auszug:
Zitat:
Es ist nämlich gerade die vom durchschnittlichen Normalesser praktizierte Ernährung, die man als Wohlstandsernährung bezeichnen muß. Denn diese Riesenauswahl an auf Tierausbeutung basierenden Nahrungsmitteln, die man in den Supermärkten findet, ist ökonomisch gesehen eine gigantische Verschwendung von Ressourcen, da mehrere Kilogramm pflanzliche Nahrungsmittel wie Soja oder Getreide nötig sind, um ein Kilogramm "Fleisch" oder einen Liter Milch zu produzieren (von den Tierrechten an dieser Stelle einmal ganz abgesehen). Und gerade eine solche Ressourcenverschwendung ist nur in einer Gesellschaft möglich, in der extremer Wohlstand herrscht. Für eine vegane Ernährung wäre dieser Wohlstand keineswegs Voraussetzung, da die pflanzlichen Nahrungsmittel eben ohne diesen verschwenderischen Umweg der "Veredelung" verspeist werden (wovon dann auch sehr viel mehr Menschen ernährt werden könnten).

Es ist also genau umgekehrt: nicht die Veganer, die vieles vermeiden, was andere essen, sind die "verwöhnten Wohlstandskinder", sondern die Durchschnittsesser, die alles haben und auf nichts "verzichten" wollen, egal wie viele Ressourcen dafür verschwendet werden, egal wie sehr die Umwelt dafür zerstört wird und natürlich erst recht egal, wie viele Tiere dafür leiden und sterben müssen.

(http://veganismus.de/vegan/faq-rechtfertigungsversuche.html#wohlstandskinder)

Auch Menschen in der sog. Dritten Welt würden sich wesentlich besser versorgen können, wenn sie ihre pflanzlichen Nahrungsmittel genauso direkt konsumieren, statt Tieren als Nahrung geben würden. Die wenigen Fälle, wo das nicht möglich ist (Nomaden usw.), machen einen so kleinen Anteil an der Weltbevölkerung aus, daß es kein Problem gibt, wenn sie die landwirtschaftlich unnutzbaren Gebiete verlassen und sich in geeigneten Gebieten am Ackerbau beteiligen.

> Der Begriff des (Anti-)Speziesismus ist insofern eine
> zweifelhafte Kategorie, als dem biologischen Begriff der
> Spezies eine Konstruktion zugrunde liegt, die sich nicht auf
> Tiere und Menschen beschränkt. In der Konsequenz mündet der
> Begriff im Biozentrismus, der alle Lebewesen unabhängig von
> ihrer Leidensfähigkeit gleichermaßen berücksichtigen und
> deshalb scheitern muss.

Rein theoretisch ist das richtig, aber die Sprachverwendung weicht hier (wie bei unzähligen anderen Begriffen auch) eben von der engen Definition ab; das ist kein Makel. Von Speziesismus zu sprechen und dabei "nur" den Speziesismus gegenüber ethisch relevanten Individuen zu meinen, ist dennoch sinnvoll. Genauso wie von "Tierrechten" zu sprechen, auch wenn es rein definitorisch auch Tiere gibt, die nicht miteinbezogen werden.
Es braucht also weniger nochmals neue Begriffe, sondern jeweils eine eindeutige Definition bzw. ordentliche Erklärung, mit der Mißverständnisse vermieden werden.

> Die Forderung nach Tierrechten
> ist absurd. Die Ideologie der Rechtsform kann Tiere nicht als
> moralische Objekte anerkennen, weil einerseits das Recht
> nicht moralisch ist und andererseits Tiere keine
> Rechtssubjekte werden können, die das Wesen des Rechts
> verinnerlichen: Berechtigung fordert immer zugleich die
> Verpflichtung ein

Das ist falsch. Man muß schon unter den Menschen nicht lange suchen, um Subjekte zu finden, die Rechtsstatus genießen, obwohl sie weder rechtliche Pflichten erfüllen können, noch das Recht überhaupt wahrnehmen oder verstehen (z.B. Kleinkinder). Wer welche Rechte zugestanden bekommt, ergibt sich aus der gesellschaftlichen Übereinkunft, nicht aus den Fähigkeiten der Subjekte.

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