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 Unvegane Zusatzstoffe: Eier, Milch, Blut, Schnecken etc. im Mörtel von Brücken und Burgen
Name: Achim StößerAchim Stößer Permalink: https://tierrechtsforen.de/5/41846/43273

Datum: 19.04.15 09:25
Dieser Beitrag wurde 1481 mal gelesen

Zitat:
"Der Keller mit seinem Kreuzgratgewölbe aus dem 17. Jahrhundert steht noch an der historischen Stelle", versichern Martin Grabow, Klaus Wegner und Peter Stolley vom Geschichtskreis. Anhand der Steine und des Mörtels, die im Keller bei den jüngsten Sanierungsarbeiten gefunden wurden, gehört der Keller zu den ältesten in ganz Brandenburg. "15 000 Eier waren damals Bestandteil des Mörtels", wissen die Forscher vom Geschichtskreis inzwischen.
http://www.moz.de/lokales/artikel-ansicht/dg/0/1/1383773/

Zum Wie oder Warum ist in dem Artikel leider nichts zu erfahren. Sucher ergab:

Zitat:
Dem Mörtel, der für den Bau der Karlsbrücke verwendet wurde, wurden tatsächlich Eier und Milch beigemischt.

Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Mörtelanalyse, die Wissenschaftler der Chemisch-Technologischen Hochschule (VŠCHT) im Rahmen der Sanierungsarbeiten des mittelalterlichen Bauwerks durchgeführt haben.

Wie tschechische Medien gestern berichteten, konnten Wissenschaftler der VŠCHT mit Hilfe der Massenspektrometrie in mittelalterlichen Mörtelproben proteinhaltige Bindemittel nachweisen. "Man kann relativ genau nachweisen, dass es sich dabei um Eiweiße aus Eiern, aber auch aus Milch oder Quark handelt", so Štěpánka Kučková von der VŠCHT.

Durch die Beimengung von Eiern könnte demnach tatsächlich nicht nur der Mörtel härter gemacht, sondern durch die Beimengung der Proteine auch das Abbinden verzögert worden sein, so dass die damaligen Maurer mehr Zeit gehabt hätten, die Steinquader in die richtige Position zu bringen.

Bisher galt es eher als eine der unzähligen Prager Legenden, dass bei dem Bau der Karlsbrücke Eier in den Mörtel gemischt worden waren, um die Festigkeit des Bauwerks zu erhöhen. Der Sage nach hatte Kaiser Karl IV. seine Untertanen daher in allen Landesteilen aufgerufen, für den Bau der Karlsbrücke Eier nach Prag zu bringen.
http://www.tschechien-online.org/news/13648-uralte-legende-bestatigt-eier-mortel-prager-karlsbrucke-nachgewiesen/

Zitat:
Kalkmörtel gab es in unterschiedlichen Härtegraden. Neben steinhartem, mit Beton vergleichbarem, kam auch mehlig weicher Kalkmörtel vor. Die Härte des Mörtels konnte mit Zusätzen wie Kieselsteinen, Ziegelmehl, Gips, Kohle und Kalbshaar variiert werden. Wenn man den Chroniken glauben will, wurden auch Tannenzapfensud, Wein, Eier und Buttermilch beigegeben, um den Mörtel haltbarer und vor allem frostsicher zu machen.
http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/glossar/alphabet/m/moertel.html

Zitat:
Ein weiteres Ziel der Forscher: den idealen Mörtel finden. Denn dieser dient der Verbindung der Mauersteine und ist deshalb so interessant, weil mittelalterliche Burgen zu den stabilsten bekannten Gebäuden zählen. Viele von ihnen sind auch nach 1000 Jahren heute noch erhalten. [...] In Friesach wird bislang Kalkmörtel, ein Gemisch aus gelöschtem Kalk und Sand im Verhältnis eins zu drei verwendet. "Die Zugabe von Wasser beim Mörtelmischen ist witterungsbedingt", sagt Caementarius (die historische Bezeichnung für Maurer) Charly Perje.

"Wenn wir zu viel Wasser hineinmischen, wird der Mörtel zu dünnflüssig und hat somit zu wenig Bindungskraft." Aber wie genau der Mörtel zusammengesetzt war, der half, dass die mittelalterlichen Burgen teils heute noch bestehen, das ist noch unklar. Werde die richtige Formel für den "idealen Mörtel" entdeckt, könnte dieses Wissen auch für moderne Baumittelhersteller interessant sein, sagt Grabmayer.

Etwas skeptischer sieht das allerdings Carin Hollube, stellvertretende Sprecherin des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes. Sie widerspricht den Erwartungen des Historikers. "Die historische Mörtelforschung ist für den Neubau nicht relevant", sagt sie. Denn heutzutage seien die Anforderungen im modernen Mauerwerksbau an Baustoffe und Bauverfahren längst andere als im Mittelalter.

Der Verband sieht daher die Erforschung des alten Mörtels als höchst interessant für die Sanierung alter Gebäude. Noch sind die Hypothesen über den Burgbau ohnehin sehr unsicher: Es gebe aus dem späten Mittelalter zwar Bücher mit Anleitungen zum Gebäudebau – würde man jene aber umsetzen, würde bald alles zusammenfallen, weiß Grabmayer. [...] Andere Quellen geben an, dass in den Mörtel noch Urin, Blut, Salz und Eier hinzugefügt werden müssten. Doch das seien nur Mythen dieser Zeit. "Durch unser Experiment erhoffen wir uns daher einen erheblichen Erkenntnisfortschritt darüber, wie es wirklich war", sagt Grabmayer. Die Forscher sprechen deshalb jeden Tag mit den Arbeitern, und einmal die Woche werden Baufortschritte oder Probleme aufgezeichnet.
http://www.welt.de/wissenschaft/article108254066/Urin-Blut-Eier-Forscher-bauen-Mittelalter-Burg.html

Zitat:
Karl IV., der es nicht lustig fand, das Gewand schürzen und durch die Moldau waten zu müssen, holte sich den damals noch blutjungen Dombaumeister Peter Parler für einen Brückenneubau. Der setzte die bis heute erhaltene Brücke in den Fluss. Ihre Haltbarkeit führt der Volksmund auf die rohen Eier zurück, die damals angeblich dem Mörtel beigemischt worden seien.Als in ganz Prag kein Ei mehr aufzutreiben gewesen sei, habe man im Umland gesammelt. Besonders gut hätten es die Bewohner des Dorfes Velvary gemeint: Im Interesse einer größtmöglichen Festigkeit der Brücke hätten sie keine rohen, sondern hart gekochte Eier in die Hauptstadt geschickt. [...] Besonders gespannt sind neben den Touristen natürlich die Denkmalschützer. Sie wissen nämlich nicht so recht, was da auf sie zukommt, wenn man sich bis ins Herz der Brücke vorbuddeln wird. Es existieren keine Dokumente darüber, wie dieses Herz aussieht. Und wer weiß, vielleicht finden sich ja wirklich Belege für die angebliche Mörtel-Eier-Mischung. Eierschalen aus dem 15. Jahrhundert würden die berühmte Karlsbrücke mit Sicherheit noch berühmter machen.
http://www.welt.de/print-welt/article432401/Eier-fuer-die-Karlsbruecke.html

Zitat:
Zur Verbesserung der Mörteleigenschaften wurden noch allerlei andere – z.T. eher symbolische – Zutaten beigemengt, etwa Eier, Milch, Quark, Molkewasser, Ochsenblut, Bier, Wein, Essig, Salz oder Urin (sollten den Mörtel haltbarer und frostsicher machen; s. Zement), beigemengte Strohhäcksel oder Tierhaare sollten der Bildung von Schwindrissen vorbeugen.
http://u01151612502.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/M%C3%B6rtel

Zitat:
[Antike] Der eigentliche Mörtel auf Basis des Branntkalks stammt von den Griechen. Für diese Zeit nachgewiesen sind Zusatzmittel in Form von Schneckengehäusen. Ob die Meeresschnecken direkt für die Herstellung von Branntkalk dienten oder als Magerungsmittel neben Sand und Kies verwendet wurden, ist unklar. Von Plinius werden für die griechische Zeit ferner Wein, Schweineschmalz, Feigen sowie Milch, Safran und Speichel als Zusatzstoffe angeführt.
Die Römer waren mit Kalk- und Gipsmörteln bestens vertraut. Zur Herstellung von Hydraulizität dienten neben den Puzzolanen auch organische Stoffe: überliefert ist die Baukalkherstellung aus Eier- und Muschelschalen mit Inhalt, die Zumischung von Blut und Eiern sowie die Verwendung von Wachsen und Ölen. Der römische Architekt Vitruv legte mit seinen "Zehn Büchern über die Architektur" aus dem Jahr 13 v. Chr. die erste Publikation vor, in der die Verwendung organischer Zusätze beschrieben wird.

[Mittelalter] Bei Fachwerkbauten wurden Stroh- und Roßhaare in Verbindung mit Mörtel als armierte Innenwände eingezogen.
Erst in der Gotik wurden wieder ausgefeilte Bau- und Mörteltechniken entwickelt. Von Eiern und Buttermilch als Zusatzstoffen wird berichtet. Für Deutschland ist zu Beginn des 13. Jh. die Verwendung von Stuckgipsmörtel belegt. Schon im 11. Jh. wurde mit Estrichgips gearbeitet. Palladio zufolge enthielten Estrichgipse auch gebrannte Schnecken und Muscheln.
https://www.baufachinformation.de/denkmalpflege/Zur-Geschichte-der-Verwendung-von-organischen-M%C3%B6rtelzus%C3%A4tzen/1998127108207

Meine Hervorhebungen.

Achim

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