Videodokumentation
Im Internet sind immer wieder Videosequenzen zu finden, die Ausschnitte aus tierrechtsrelevanten Fernsehsendungen zeigen. Auf diese kann hier verwiesen werden.

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 "Das geplünderte Meer"
Name: martin Permalink: https://tierrechtsforen.de/8/511

Datum: 10.07.09 18:10
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http://abenteuerwissen.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,7600348,00.html


Zitat:
Kabeljau: Tierquälerei für den Artenschutz

Der Fischreichtum unserer Meere gehört der Vergangenheit an. Drei Viertel der weltweiten Fischbestände sind durch grenzenlose Überfischung verschwunden. Diese wichtige Nahrungsquelle ist derart dezimiert worden, dass viele Fischarten so gut wie ausgerottet sind. Forscher und Züchter arbeiten deshalb an Alternativen zum Wildfang wie z.B. Zuchtfarmen für Kabeljau. In Freiheit legen die Raubfische große Strecken im Meer zurück, nun leben sie bis zur Schlachtreife in kleinen schwimmenden Zuchtbassins.

Internationale Studien zur Artenvielfalt in den Ozeanen warnen, dass es bei der bisherigen Entwicklung in etwa 50 Jahren keine wirtschaftliche Hochsee-Fischerei mehr geben wird. Vor Jahren machten Aquakulturen für Fische Lachs zur billigen Massenware. Doch kann Zuchtfisch die überfischten Meere retten? Und was tun wir den Fischen damit an? Nach wie vor wissen die Forscher wenig über ihr natürliches Verhalten.

Gefährdete Wildbestände

Der Kabeljau, ein Speisefisch aus der Familie der Dorsche, gehört zu den am weitesten verbreiteten Fischarten der Welt. Sein Lebensraum sind die Schelfgebiete des Nordatlantiks von Spitzbergen bis zur Biskaya. Der Hochseefisch ist ein cleverer Raubfisch, der alles frisst, was er erbeuten kann: Krebse, Weichtiere, Würmer oder kleinere Fische. In den 60er Jahren gingen den Fischern noch bis zu drei Millionen Tonnen Kabeljau ins Netz. Heute sind die Fischbestände um 90 Prozent eingebrochen. Aus vielen Regionen ist der Kabeljau schon völlig verschwunden.

Um das Aussterben zu verhindern, kamen Norweger schon früh auf eine Idee: gezielte Zucht sollte die Bestände aufstocken. Mit immensem Forschungsaufwand entwickelten sie in den Fjorden die Grundlagen der industriellen Fischzucht. Steinar Eliassen ist einer der großen kommerziellen Fischfarmer, er züchtet seit 20 Jahren Kabeljaue. Im Gegensatz zur Lachszucht ist die Kabeljauzucht extrem schwierig. Deren Vermehrung und Aufzucht ist besonders schwierig. In der Vergangenheit gab es zahlreiche Rückschläge.

Gezüchteter Kabeljau sucht aktiv die Netze der schwimmenden Gehege nach Schwachstellen ab, um auszubrechen. Auf diese Weise entkommen Tausende. Das Problem haben die Fischzüchter mit doppelten Netzen gelöst. Steinar Eliassen hat beobachtet, dass Zuchtfisch, der in Fischfarmen aufwächst, immer wieder versucht zu fliehen. Wild gefangener Kabeljau jedoch, der in den Gehegen angefüttert wird, bis er das gewünschte Schlachtgewicht erreicht hat, versucht nicht zu entkommen und akzeptiert sein Futterparadies.

Aufzucht der Brut

Der Kabeljau gehört zu den am stärksten bedrohten Arten. Auf den ersten Blick scheinen die Zuchtfarmen einen Ausweg aus der Misere zu bieten. Aber die Aufzucht und die Ernährung der Larven ist extrem schwierig und kostenintensiv. Die kleinen vier bis fünf Millimeter großen Kabeljaularven sind beim Schlupf nur wenig entwickelt und müssen mit Plankton ernährt werden. Der Forschungsleiter Atle Mortensen muss dazu eine natürliche Nahrungskette künstlich im Labor herstellen.

Zuerst werden die Larven mit Mikroorganismen gefüttert. Das Lebendfutter wird industriell hergestellt, weil es in hoher Konzentration benötigt wird. In großen Frischwassertanks wachsen winzige Algen und tierische Einzeller heran. Bei tropischen Wassertemperaturen, idealer Beleuchtung und Zugabe von Nährstoffen vermehren sich die Kleinstlebewesen bestens.

Lebendfutter regt den Jagdinstinkt an

Die frisch geschlüpfte Kabeljaularven brauchen viel Energie zum Wachsen. Hauptlieferant sind so genannte Rädertierchen. Die tierischen Einzeller enthalten alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine. Das ideale Kraftfutter für eine erfolgreiche Kabeljauproduktion. Anschließend wird eine zweite Art Plankton gezüchtet: Salzkrebse.

Ihre Herstellung ist selbst in Massen kein Problem. Schon nach einem Tag im warmen Wasser schlüpfen die fertigen Salzkrebse. Sie sind mit bloßem Auge zu erkennen. Die kleinen zuckende Krebse regen den Jagdinstinkt der Kabeljaularven an. Ohne genügend Lebendfutter im Wasser würden die Larven verhungern oder ihre Artgenossen auffressen.

Wie viel Platz braucht ein Fisch?

Rund um die Uhr kümmern sich computergesteuerte Roboter um die korrekte Fütterung der empfindlichen Tiere. Besonders kritisch ist schließlich die Gewöhnung an billigeres Trockenfutter, denn bis zum Alter von vier Wochen müssen sich die Kleinen an billige Industrienahrung gewöhnen. Die Ausbeute an Jungfischen ist gering: In der Regel sterben vier von fünf. Die Überlebenden ziehen mit sechs Monaten ins Außengehege um. Wie viele Tiere pro Käfig, das ist bei Farmfisch gesetzlich geregelt. Doch wie viel Platz der Kabeljau wirklich will, bleibt reine Spekulation.

Atle Mortensen, Fischzüchter: "Wir können den Kabeljau ja nicht fragen. Und wieder einmal gehen die Menschen davon aus, dass sich Fische menschlich verhalten, denn wir mögen es nicht, wenn es zu eng ist. Aber viele Fischarten leben in Schwärmen zusammen, gemeinsam mit tausenden von Fischen. Manchmal ist es sogar so, dass der Fisch aggressiver wird, wenn die Besatzdichte zu gering ist. Er versucht dann, seine Nachbarn zu bekämpfen."

Knallhartes Auswahlverfahren

Nur Tiere, die schnell wachsen, werden vermehrt. Zu diesem Zweck haben die Züchter den Jungtieren winzige Computerchips implantiert, die jeden einzelnen Fisch eindeutig identifizieren. Mit jeder Generation nimmt das Wachstum der Nachkommen um rund 15 Prozent zu. Die Arbeit am "Superfisch" beginnt jedes Jahr Ende März, der Laichsaison des Kabeljaus. Bei der Vermehrung wird rein gar nichts mehr der Natur überlassen: Ein Computer errechnet die besten Verpaarungen, der Mensch sorgt für die Gewinnung von Rogen und Sperma, sowie deren Befruchtung im Becher.

Ein Weg aus der Fischereikrise sind diese Aquakulturen nicht. Sie füllen höchstens die Lücken zwischen überfischten Meeren und dem Hunger der Weltbevölkerung. Langfristig müssten die Fangquoten der Weltmeere deutlich gedrosselt werden, damit sich die Fischbestände erholen können. Nur drastische Maßnahmen wie Verbot destruktiver Fangmethoden, die Errichtung von Meeresschutzzonen und eine ökologisch verträgliche Fischerei kann bleibende Schäden des artenreichen Lebensraumes Meer verhindern. artenreichen Lebensraumes Meer verhindern.

Insgesamt begreift man auch hier die Unfähigkeit und/oder Dummheit nicht, mit allen Mitteln sicherstellen zu wollen, auch weiterhin tote Tiere essen zu können, obwohl Veganismus soviel einfacher ist. (Vom ethischen Aspekt ganz abgesehen.) Auch bezeichnend: um Kabeljau zu ernähren, muß auch dessen Nahrung (Kleintiere) gezüchtet werden, und zudem sterben vier von fünf Jungfischen - damit verursacht das Fressen von Kabeljau-Leichen ein Vielfaches an Toten. (Analog zu den männlichen Küken beim Eierfressen etc.)

Zwei Zitate aus dem Video:

Zitat:
Aus irgendeinem Grund macht der [gefangene] Kabeljau die Netze kaputt.
Ja, es ist immer wieder überraschend, daß sich manche Tiere gegen die Gefangenschaft wehren, obwohl sie ja so "artgerecht" ist.

Zitat:
In Wirklichkeit verbraucht die Fischproduktion von allen Proteinproduktionen der Welt am wenigsten Fischmehl. Hier wird nur ein Viertel von dem verbraucht, was in der Hühner- oder Schweineproduktion verfüttert wird. Klar, wenn wir das Fischmehl direkt zur Ernährung von Menschen verwenden würden, bräuchten wir hier auch keine Fischfarmen. Aber solange wir Tierzucht betreiben, ist Aquakultur die effektivste Art, Fischmehl einzusetzen.
Auch hier wird ganz nebenbei unterschlagen, daß es das wirklich Effektivste ist, weder tote Tiere in irgendeiner Form (ob "Fischmehl" oder Fischleichen), sondern gleich nur die Pflanzen zu essen.

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 "Das geplünderte Meer"   neu 
 martin 10.07.09 18:10 


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